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Polnischer Einbrecher will kein Räuber sein

Ein 29-jähriger Mann räumt vor dem Landgericht Görlitz zahlreiche Einbrüche und Diebstähle ein. Mit der schwersten Tat will er aber nichts zu tun haben.

Die Breite Straße in der Görlitzer Altstadt
Die Breite Straße in der Görlitzer Altstadt © André Schulze

Der da größtenteils lächelnd auf der Anklagebank des Görlitzer Landgerichts sitzt und sich bereits seit dem 9. März in Untersuchungshaft befindet, ist ein polnischer, 29-jähriger Mann ohne Beruf aus Lagow, der einer ganzen Reihe von Görlitzern und Ostritzern Sorgen gemacht hat. 

Mit ihm hat die Polizei einen Serieneinbrecher geschnappt, der sich jetzt deswegen vor dem Gericht unter Vorsitz von Theo Dahm verantworten  muss, aber auch wegen eines schweren Raubes, der mit einer deutlich höheren Strafandrohung versehen ist.

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Garageneinbrüche in Görlitz und in einen Reitstall in Leuba

Angeklagt sind zwei Einbruchsdiebstähle in einen Görlitzer Garagenkomplex im Januar 2019. Einmal erbeuteten er und ein Mittäter ein Angelset, ein Fahrrad und ein Mountainbike im Wert von insgesamt 3.700 Euro, beim zweiten Mal Motorradhelm, -handschuhe und -Kombi im Wert von 730 Euro. 

Eine zweite Anklage umfasst einen Einbruch gemeinsam mit seinem Bruder in eine Ostritzer Scheune (März 2019, gestohlen wurden unter anderem ein Motorrad, Helme und Werkzeug im Wert von 1.550 Euro) und  einen Einbruch in einen Pferdestall im Ostritzer Ortsteil Leuba, bei dem vor allem vier Türen  stark beschädigt wurden. 

Es folgten weitere Einbrüche und Diebstähle in einen Görlitzer Garagenkomplex, bei dem sich der Angeklagte mit seinem Bruder innen von Tür zu Tür vorarbeitete. Erbeutet wurden zwei Mopeds S 50, Rasenmäher, Werkzeuge, aus einem Pkw ein Fotoapparat, Fernglas und Bargeld und einiges mehr. Vom April 2019 werden dem Angeklagten zwei Einbrüche in Garagen in Görlitz und Görlitz-Hagenwerder zur Last gelegt. Die Beute waren ein Fahrrad und eine Motorsäge, beim zweiten Mal Werkzeuge und Geräte. Als er diesmal über die Grenze fahren wollte, sah er von Weitem eine Kontrolle, wendete schnell, raste davon, fuhr aber in eine Sackgasse. Der Angeklagte entkam damals, musste aber Auto und Beute zurücklassen.

Angeklagter bestreitet schweren Raub in Görlitzer Altstadt

Der schwerste Anklagevorwurf stammt vom 5. November 2019. Da soll er gegen 6.30 Uhr auf der Breite Straße in Görlitz versucht haben, einer Frau mit Gewalt die Handtasche zu stehlen. Laut Anklage hat die Geschädigte versucht, die Tasche festzuhalten und dabei einen Bruch des Ringfingers erlitten, als der Angeklagte heftig an der Tasche zog. Der Schaden am Finger sei bis heute nicht behoben und schränke die Sekretärin auch in der Ausübung ihres Berufes ein, heißt es in der Anklage. In der Tasche befanden sich beispielsweise ein Mobiltelefon im Wert von 250 Euro, eine EC-Karte, ein Personalausweis und eine Geldbörse mit Bargeld von mindestens 130 Euro. Diese Tat ist als schwerer Raub angeklagt. Die Strafandrohung beträgt wegen der schweren Misshandlung des Opfers mindestens fünf Jahre Freiheitsentzug.

Der Angeklagte räumte in seiner Aussage alle angeklagten Taten ein - bis auf eben jenen schweren Raub. Da sei er hereingelegt worden, habe nichts mit dieser Tat zu tun, behauptete er im Gerichtssaal. Das Gericht begann schließlich damit, sich vom Angeklagten alle Diebstahlshandlungen erzählen zu lassen. Insgesamt 14 Zeugen waren geladen. Am 17. September ist ein weiterer Verhandlungstag angesetzt.

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