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Görlitz plant Naschgarten

Die Blumenpracht auf Postplatz, Wilhelmsplatz und Marienplatz begeistert Gäste und Einheimische. Jetzt stehen die Pläne fürs Frühjahr 2021 fest.

Helga und Matthias Raith sind begeistert von der Blumenpracht auf dem Görlitzer Postplatz.
Helga und Matthias Raith sind begeistert von der Blumenpracht auf dem Görlitzer Postplatz. © André Schulze

Helga und Matthias Raith sind begeistert. Sie kommen aus dem Ruhrgebiet und machen auf ihrer Wohnmobil-Tour nach Breslau Halt in Görlitz.  "Im vorigen Jahr waren wir bei einer Dahlienausstellung auf der Insel Mainau. Das hier ist viel schöner", sagt Matthias Raith. Seine Frau Helga setzt noch eins drauf: "Das ist ein tolles Arrangement mit den unterschiedlichen Farben und Höhen als Abschied vom Sommer. Das Gelb erinnert an den Sommer, die dunklen Kolben stehen für den Herbst."

So wie diese beiden Touristen spendeten viele Gäste der Stadt und auch deren Bewohner viel Anerkennung für die Bepflanzung auf Post-, Wilhelms- und Marienplatz.  "Wir bekamen viele E-Mails, in denen die Absender ihre Anerkennung und ihr Lob für die Blütenpracht ausdrückten", erklärt Torsten Tschage. Der Leiter des Görlitzer Bau- und Liegenschaftsamtes freut sich darüber, dass es sogar Anfragen nach verschiedenen Pflanzennamen gab. 

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Ende Juli blühten bereits die Dahlien auf dem Görlitzer Postplatz.
Ende Juli blühten bereits die Dahlien auf dem Görlitzer Postplatz. © André Schulze
Auch auf dem Wilhelmsplatz recken Dahlien ihre Blüten in den Himmel.
Auch auf dem Wilhelmsplatz recken Dahlien ihre Blüten in den Himmel. © André Schulze
Blumenrabatten auf dem Wilhelmsplatz. Im Vorjahr wurde der Rasen neu gemacht.
Blumenrabatten auf dem Wilhelmsplatz. Im Vorjahr wurde der Rasen neu gemacht. © André Schulze
Seit Monaten Geschichte: die Frühlingsbepflanzung 2020 auf dem Görlitzer Marienplatz. 
Seit Monaten Geschichte: die Frühlingsbepflanzung 2020 auf dem Görlitzer Marienplatz.  © Stadt Görlitz
Durch die Blumen wirken die sanierten Fassaden der Häuser am Postplatz noch schöner, wie hier rechts die Post. 
Durch die Blumen wirken die sanierten Fassaden der Häuser am Postplatz noch schöner, wie hier rechts die Post.  © Foto: Stadt Görlitz

Knapp 100.000 Euro jedes Jahr für Blumenschmuck

Zwar ist die Abrechnung für dieses Jahr noch nicht durch, aber Torsten Tschage rechnet mit einem Wert wie 2018. Rund 90.000 Euro gab die Stadt in dem Jahr für die Unterhaltung der großen Schmuckplätze und kleinerer Blühflächen wie die Sonnenuhr am Theater und Blumenkübel aus. Im Vorjahr waren es mehr als 100.000 Euro, weil auf dem Wilhelmsplatz der Rasen neu gemacht wurde. 

Zu dieser jährlichen Summe kommen noch die Kosten für die Pflanzen dazu. 12.500 Euro waren es in diesem Jahr für die Frühlingsblumen und Blumenzwiebeln und 15.000 Euro für die Sommerblumen. Die Zwiebeln und Pflanzen kommen aus den Gärtnereien Halke in Niesky und Scholze in Bernstadt. Sie hatten die entsprechenden Ausschreibungen gewonnen.

Ein Naschgarten für den Marienplatz

Damit sich die Görlitzer und Gäste im nächsten Frühjahr und Sommer wieder über schöne Plätze freuen können, wird schon jetzt an der Planung dafür gearbeitet. Das macht Christian Freudrich. Er arbeitet im Sachgebiet Stadtgrün und ist dort der Gartenbau-Fachmann, wie Torsten Tschage betont. "Nach seinen Ideen werden die Plätze bepflanzt", sagt er. Immer wieder habe Freudrich neue Einfälle. In diesem Jahr kombinierte Freudrich erstmals Bananenstauden mit Sommerblumen in den Hochbeeten auf dem Marienplatz. 

Der Experte entwirft die Pläne und bringt wie in diesem Jahr unter anderem Dahlien, Schmuckkörbchen, Sonnenhut, Federgras, Löwenmaul, Zinnien, Studentenblumen und eben Petersilie so in Stellung, dass sie ein harmonisches Bild abgeben und ...zigmal geklicktes Fotomotiv sind.  Auch für 2021 habe sich Freudrich bereits Gedanken gemacht. Der Plan für die Frühjahrsbepflanzung steht, die Tulpenzwiebeln sind bestellt. 

Für den Wilhelmsplatz plant Freudrich für die Frühjahrsbepflanzung Teppichbeete in Weiß und Limone mit einem Schuss Blau, wie er vom Krankenbett aus informiert. Auf dem Postplatz wird es eine Kombination aus Weiß, Lila und Dunkelrot geben. Für die Hochbeete am Marienplatz hat Christian Freudrich für 2021 eine essbare Pflanzenkombination aus Beerensträuchern sozusagen als Naschgarten im Sinn. Die Sommerpflanzpläne für Post- und Wilhelmsplatz werden im November erarbeitet.

Kitas, Schulen und Parks profitieren von Stadtblumen

Noch zieren die Blumen die Schmuckplätze. Aber deren Tage sind gezählt. Etwa Mitte Oktober beginnen die rund zehn Gärtner des Städtischen Betriebshofes mit dem Abräumen der Pflanzungen. Das ist dann erforderlich, weil die Frühblüherzwiebeln zeitnah nach der Lieferung in die Erde müssen. 

Blumenzwiebeln und vereinzelt Stauden aus der Sommerbepflanzung werden in Kitas, Schulen sowie in städtischen Grün- und Parkanlagen gepflanzt, damit sie dort im kommenden Jahr wieder blühen. Einjährige Pflanzen werden über den Landhandel in Weinhübel entsorgt und kompostiert. 

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