merken
PLUS Görlitz

Filmemacher aus dem Westen holt Geld nach Reichenbach

Jürgen Dettling lebt seit einem Jahr in der Kleinstadt bei Görlitz. Jetzt startet er ein Mitmach-Projekt mit den Vereinen.

Jürgen Dettling lebt seit einem Jahr in Reichenbach und leitet das Gesamtprojekt „Mischen Possible“.
Jürgen Dettling lebt seit einem Jahr in Reichenbach und leitet das Gesamtprojekt „Mischen Possible“. © Constanze Junghanß

„Mischen Possible“ heißt das Reichenbacher Sommerprojekt, das Menschen in der Kleinstadt zusammenführen will. Dafür hat der im letzten Jahr nach Reichenbach gezogene Filmemacher Jürgen Dettling eine Förderung über den Fonds Sozialkultur beantragt. 30 000 Euro fließen dafür, erklärte der aus Baden-Württemberg Stammende bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch auf Nachfrage. Bürgermeisterin Carina Dittrich sieht das Projekt als Chance, dass sich „alle miteinander wieder besser kennenlernen.“

Von den 38 Reichenbacher Vereinen haben sieben Vereine, die Stadt sowie zwei Unternehmen zugesagt, mitzumachen. Sieben Veranstaltungen wird es geben. Eine davon ist eine Filmvorführung. Jürgen Dettling drehte in Reichenbach und der Partnerstadt Seckach einen Dokumentarfilm, bei dem etwa 50 der knapp 5.000 Reichenbacher Einwohner mitwirkten. Die Doku heißt „Neulich in Deutschland“ und wird im Oktober in der Kleinstadt gezeigt. Wo genau, steht noch nicht fest. Zu den anderen Veranstaltungen zwischen Ende Juli bis Mitte September laden jeweils zwei der mitwirkenden Akteure ein.

Anzeige
Jetzt Studienplatz sichern!
Jetzt Studienplatz sichern!

Die beste Zeit für Studieninteressierte sich einen Studienplatz an der Hochschule Zittau/Görlitz zu sichern ist jetzt!

Jugend, Ernährung und Umwelt sind Thema

Themen sind „Jugend und Zukunft“ bei der Feuerwehr Mengelsdorf, „Ernährung und Landwirtschaft“ sowie „Natur und Umwelt“ auf dem Marktplatz, „Ein Kessel Buntes“ bei der Oberschule und „All inklusive“ im Martinstift Sohland. Es gibt da Vorträge, Mitmachaktionen, Kulturprogramme, Live-Musik und Kulinarisches. Darüber entsteht ein Film. Die Abschlussveranstaltung findet Ende Oktober im Via-Regia-Haus statt: ein Symposium unter dem Motto „Bürgerschaft – Politik-Strukturwandel“. Dabei soll es um Fragen des Zusammenlebens ebenso gehen wie um Zukunft und Stadtentwicklung.

Das sind nicht unbedingt neue Themen. 2014 fand in der Stadt noch unter Altbürgermeister Andreas Böer eine Zukunftskonferenz statt, die sich mit einem Leitbild bis 2030 beschäftigte. Ergebnis dessen waren zwei Modellprojekte: ein Mehrgenerationen-Wohnen sowie ein Willkommenspaket für Zugezogene. Doch später war davon keine Rede mehr. Auch andere Ideen wurden nicht verwirklicht. So stellte Reichenbach verschiedene Förderanträge, wie Carina Dittrich erläutert. „Wir wollten zum Beispiel eine Projektgesellschaft gründen, der Antrag wurde abgelehnt“, sagt sie.

Die Gesellschaft sollte die Verwaltung im Rathaus entlasten. Sie plädiert in diesem Zusammenhang auch für „bürgerschaftliches Engagement“, um etwas zu bewegen. Mit „Mischen Possible“ soll das angeschoben und die Kommunikation in der Kleinstadt verbessert werden. Carina Dittrich übernimmt die Schirmherrschaft über das Projekt, „ohne dafür die Verantwortung zu tragen.“ Die Projektleitung liegt bei Jürgen Dettling, der - wie er sagt - erstmals 1989 mit dem gebürtigen Löbauer Konrad Kujau, dem Fälscher der „Hitler-Tagebücher“ in der Region filmisch unterwegs war. „Mischen Possible“ sei ein Angebot, um den Austausch anzuregen. Die Menschen in der Stadt seien „sehr offen“, schätzt er ein.

Info: Veranstaltungsauftakt: 31. Juli, 16 Uhr, Feuerwehrhaus Mengelsdorf mit der Schülerband vom Annen-Gymnasium Görlitz, Videos von und mit Reichenbacher Jugendlichen und Diskussionsrunde sowie Bewirtung durch die FFW.

Mehr zum Thema Görlitz