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SAEK ist ein Auslaufmodell

Die Förderung von Medienkompetenz wird neu geregelt. Der Betreiber des Ausbildungskanals Görlitz muss jetzt sondieren, ob und wie es weitergeht.

Olav Giewald und Franziska Könitzer im Tonstudio von SAEK Görlitz.
Olav Giewald und Franziska Könitzer im Tonstudio von SAEK Görlitz. © Martin Schneider

Druckfrisch liegt die Richtlinie zur Förderung der Medienkompetenz in Sachsen auf dem Tisch. Der Medienrat der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) legte neue Fördergrundsätze fest - und sorgt damit für das Aus der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK). Dieses Modell läuft aus.

Die aktuelle Förderperiode reicht bis zum 30.Juni 2021, danach gilt die neue Richtlinie. Die betrifft auch den Görlitzer SAEK. Betrieben wird der Kanal von der edmedien GmbH. Für dessen Geschäftsführer Robert Helbig heißt es, zunächst die Lage zu sondieren.

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Förderung für Personal, aber nicht für Miete

Denn es gibt Veränderungen. Die Medienanstalt möchte die Fördermittel - mit jährlich 1,5 Millionen Euro bleiben sie zunächst für drei Jahre konstant - anders verteilen. Ab Juli dieses Jahres werden die Gelder einzelnen Regionen in Sachsen zugewiesen. Dafür wurde das Land in 15 Wirkungskreise unterteilt, für die es jeweils die Förderung gibt. Der Wirkungskreis Görlitz reicht bis Löbau und Zittau, wobei Görlitz das Oberzentrum bildet. Bislang agierte SAEK Görlitz in einem Umkreis von etwa 35 Kilometern. Niesky gehört künftig als Mittelzentrum zum Wirkungskreis Hoyerswerda.

Ab dem Sommer fokussiert sich die Förderung auf eine verstärkte Zuwendung an medialem Bildungsbedarf von Erwachsenen, also auf Menschen, die nicht über Schulen erreicht werden können. Dennoch gibt die Medienanstalt für die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen bis 2022 rund 300.000 Euro Fördergeld an Sachsens Kultusministerium.

Außerdem gibt es Fördergeld künftig nur noch für Personalkosten und inhaltliche Tätigkeiten, aber nicht mehr für Raummieten und Materialkosten.

Umgang mit Medien kritisch reflektieren

Für Robert Helbig und den Görlitzer SAEK-Studioleiter Olav Giewald heißt das nun, die neue Förderrichtlinie zu studieren und zu überlegen, wie es mit der Medienbildung in Görlitz weitergehen kann. SAEK war bisher eine feste Größe in Schulen, hatte sich aber bereits der Vermittlung von Medienkompetenz bei Erwachsenen zugewandt. Allerdings gehe es nicht mehr darum, Senioren die Handhabung eines Smartphones beizubringen. "Inhaltlich soll die Förderung auf das Medienverstehen angelegt sein und den kritisch-reflektierten Umgang mit Medien in den Mittelpunkt stellen", fasst Markus Heinker, Präsident des Medienrates der SLM, die wesentliche Ausrichtung der Förderrichtlinie zusammen.

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Bis Mitte März ist nun Zeit, eine Bewerbung um Fördermittel einzureichen. Ob Robert Helbig das tut, kann er derzeit noch nicht sagen. Zunächst berät er sich mit Olav Giewald. Aber auch andere Gespräche stehen an, unter anderem mit dem Görlitzer Rathaus. Darüber hinaus sind weitere Kooperationspartner avisiert. Konkret werden können Helbig und Giewald derzeit aber noch nicht.

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