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Görlitzer Basketballer sammeln diesmal nichts

Die Görlitzer Squirrels beenden die Oberligasaison ohne Punktgewinn. Für den Trainer gehören die Ergebnisse aber zum mittelfristigen Plan.

Von Frank Thümmler
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Tobias Werner (am Ball) ist eines der jungen Talente, die in Zukunft bei den Squirrels eine größere Rolle spielen sollen. Trotz der hohen Niederlagen machte er seine Sache in den jüngsten Spielen gut.
Tobias Werner (am Ball) ist eines der jungen Talente, die in Zukunft bei den Squirrels eine größere Rolle spielen sollen. Trotz der hohen Niederlagen machte er seine Sache in den jüngsten Spielen gut. © Artjom Belan

Görlitz. Die Görlitzer Squirrels (Eichhörnchen) haben sich ihren für eine Sportmannschaft eher ungewöhnlichen Namen gegeben, auch um das Bild zu übertragen, Punkt für Punkt zu sammeln. In dieser Oberliga-Saison gab es schlechte Zeiten für die Eichhörnchen.

Die Görlitzer haben die Saison mit null Punkten, das heißt mit acht Niederlagen in acht Spielen beendet. Auch das Korbverhältnis ist mit minus 273 verheerend. Im Durchschnitt haben die Görlitzer mit 35 Punkten verloren, hatten eigentlich nur gegen den am Ende Vorletzten Leipzig Eagles bei einer Drei-Punkte-Niederlage zu Hause eine Chance.

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Besonders die beiden letzten Spiele zu Hause gegen die Dresden Titans III (49:120) und am Sonnabend bei den Niners Chemnitz III (29:103) endeten mit herben Niederlagen. Und trotzdem würde Spielertrainer Philipp Schmidt alles wieder genau so machen.

Strategiewechsel nach Corona-Pause

Die ersten drei Niederlagen der Saison im vergangenen Herbst waren noch nicht so deutlich und entmutigend. Dann kam die erneute Corona-Pause. „Das hat bei uns viel gemacht. Einige erfahrene Spieler haben sich erst einmal zurückgezogen, die Familie mehr in den Mittelpunkt gestellt. Das ist teilweise bis jetzt so geblieben“, sagt Schmidt.

Dabei hat neben der 2G-, später der 3G-Regel sicherlich auch eine Rolle gespielt, dass der Verband beschlossen hatte, dass es in dieser Saison keinen Absteiger geben würde und sich Mannschaften auch folgenlos aus dieser Saison zurückziehen können. Drei Mannschaften machten davon Gebrauch.

Die Görlitzer entschieden ganz bewusst anders. Phillip Schmidt: „Als klar war, dass mit dem Corona-Restart praktisch nur noch Freundschaftsspiele anstehen, haben wir das als Gelegenheit gesehen, die jungen Spieler noch schneller an das Team heranzuführen“, erklärt Schmidt.

Dass das Niveau der Oberliga für einige dieser jungen Akteure, teilweise auch aus der U18, noch zu hoch sein könnte, war allen bewusst – auch, das Leistungsschwankungen größer sein könnten und nicht alles, was im Training schon funktioniert, auch in Oberliga-Spielen gegen gestandene Männer umzusetzen sein wird. Niederlagen in diesen Partien, in denen es ja eigentlich um nichts mehr ging, waren also durchaus eingeplant. Dass die beiden letzten Pleiten so deftig ausfielen, allerdings eher nicht.

„Da ist unser junges Team mit der Ganzfeldpresse des Gegners einfach nicht zurechtgekommen. Beim letzten Spiel zum Beispiel hatten wir drei Debütanten auf der Platte“, erklärt Schmidt. Da könne eine so hohe Niederlage schon mal passieren.

"Jede Spielminute bringt die Spieler weiter"

Und umgeworfen habe die Niederlagenserie das Team nicht, die Stimmung in der Mannschaft sei sogar richtig gut, beim harten Training zuletzt haben sich 15 Oberligaspieler gequält. Und in den Partien selbst, auch bei den hohen Niederlagen, hätten die Spieler gekämpft bis zur letzten Sekunde.

„Ich bin überzeugt davon, dass jede Spielminute diese Spieler weiterbringt, und sehe diese Zeit als Investment in die Zukunft. Schließlich werden diese Spieler ja Verantwortung auf dem Feld übernehmen müssen. Und in einem halben Jahr kann vieles schon ganz anders – das heißt: besser – aussehen“, sagt der Spielertrainer.

Dass es Fortschritte bei den jungen Teammitgliedern gibt, zeigt sich vor allem in der Rookie-Liga, in der die U25-Mannschaft der Görlitzer voraussichtlich auf dem zweiten Platz einkommen wird.

Die Augen der Görlitzer sind längst schon wieder nach vorn gerichtet. Am Anfang werden Gespräche stehen auch mit den Spielern, die während und nach der Corona-Pause etwas kürzer getreten sind. Die Vorbereitung auf die neue Saison wird im August beginnen, Testspiele und Trainingslager werden geplant. Der Basketball-Terminkalender ist außerdem voll mit der Sommerleague in Görlitz und dem Skills-Trainingslager für Kinder in den Sommerferien.

Vielleicht wachsen dort ja die Punktesammler der kommenden Generation heran.

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