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Altenheime wollen keine Schnelltest-Center sein

Lockdown stellt Heimbetreiber in Görlitz und Niesky vor neue Herausforderungen. Schnelltests helfen Angehörigen, erfordern aber mehr Personal.

Der Besuch im Altenheim ist nur noch möglich, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt. Schnelltest-Center, wie hier abgebildet, wollen Altenheime aber nicht werden.
Der Besuch im Altenheim ist nur noch möglich, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt. Schnelltest-Center, wie hier abgebildet, wollen Altenheime aber nicht werden. © dpa

Ein Besuch im Altenheim ist aktuell nur mit einem negativen Corona-Test möglich. Das ist eine der Festlegungen aus der verschärften Allgemeinverfügung, die im Landkreis Görlitz ab heute gilt. Altenheime stellt das vor weitere große Herausforderungen.

Ziel dieser Maßnahme ist es, das Virus nicht mehr in die Alten- und Pflegeheime hineinzutragen. Mehr als 40 Prozent aller Corona-Fälle im Kreis treten in Heimen auf, wo zum Großteil hochbetagte Menschen leben.

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Umsetzung der Verfügung läuft an

Im Altenheim des DRK in Görlitz-Königshufen trugen die umfangreichen Hygienemaßnahmen dazu bei, das Heim Corona frei zu halten. Bis zum Montag dieser Woche. Seither gibt es einige Fälle, die stark eingegrenzt werden konnten, wie DRK-Vorstand Rüdiger Neumann auf Nachfrage erklärt. Er kam gerade aus einer Videokonferenz mit den Heimleitern - das DRK betreibt in Görlitz ein weiteres Altenheim am Frauenburgkarree.

Wegen der Corona-Fälle im Altenheim Königshufen waren Besuche bei Angehörigen bis gestern generell nicht möglich. Wie genau die neue Allgemeinverfügung nun umgesetzt wird, darüber sind DRK-Vorstand und Heimleiter im Gespräch, zu frisch ist die Information und die Situation ändert sich beinahe täglich.

Engpässe bei Schnelltests befürchtet

Der Corona-Test müsse vom selben Tag stammen, an dem der Besuch stattfinden soll. Ausreichend Schnelltests hat das DRK dafür nicht zur Verfügung. "Wir haben zwar welche da, nutzen die in Verdachtsfällen für Heimbewohner und Mitarbeiter", erklärt Neumann. Das DRK will in diesen Tagen weitere Schnelltests beschaffen. Neumann befürchtet dabei Engpässe, "denn jetzt greifen alle danach."

Der Einsatz der Schnelltests wird die Besuchsregelungen verändern. Bislang gab es eine Taktung von einer halben Stunde. Ein Besucher im Haus war da möglich in einem extra Zimmer, das jetzt auch weihnachtlich hergerichtet ist. Doch mit den Schnelltests wird sich die Taktung auf 1,5 Stunden ausdehnen, denn allein der Test benötigt bereits eine halbe Stunde Zeit. Das erfordert zudem höheren personellen Aufwand, den das DRK kaum noch stemmen kann. Einige Mitarbeiter sind krank, andere in Quarantäne.

Weniger Besuche in Altenheimen

Im Haus "Abendfrieden", einem Altenheim der Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky, werden die Besuche jetzt reduziert werden müssen - in erster Linie, um die Bewohner zu schützen. Bislang fanden sie immer außerhalb des Haupthauses statt, draußen oder in extra dafür vorgesehenen Bereichen. Das ist nun viel aufwändiger: Heimbewohner anzukleiden, um draußen Besuch zu empfangen, dauert im Winter viel länger und bindet Personal, das anderswo dringend gebraucht wird.

Schnelltests sind im "Abendfrieden" vorhanden, sie werden aber nicht für das Testen von Besuchern eingesetzt, sagt Oberin Sonja Rönsch. Das könne das Altenheim personell nicht leisten. Frau Rönsch verweist darauf, dass der Nachweis der Corona-Freiheit schwierig sei, der Schnelltest spucke ja keinen Zettel aus, den Angehörige beim Besuch im Heim vorlegen könnten, wenn sie ihn anderswo gemacht haben. Die Sache mit den Schnelltests sei eine prima Idee, praktisch ist sie aber schwer umzusetzen, sagt Sonja Rönsch.

Negativtest vom Tag des Besuchs nötig

Cornelia Brussig leitet das Altenheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) am Grenzweg in Görlitz. Derzeit besteht wegen Corona-Fällen ein generelles Besuchs- und Betretungsverbot des Heims, die Bewohner stehen unter Quarantäne, sagt sie. Dennoch gibt es beim ASB einen Koordinator, der telefonisch erreichbar ist, Fragen der Angehörigen beantwortet und für Heimbewohner bestimmte Sachen entgegennimmt.

Er wird auch der Tester sein, wenn Besuche wieder möglich sind, informiert Frau Brussig. Der ASB bietet die Schnelltests vor Ort an. Auch ein Negativattest vom selben Tag vom Hausarzt wird akzeptiert werden.

Einig sind sich jedoch Rüdiger Neumann, Sonja Rönsch und Cornelia Brussig, dass die Altenheime keinesfalls zu "Schnelltest-Centern" werden dürfen. Es sei nicht das Ziel, Angehörigen mit zur Verfügung gestellten Schnelltests ihre Frage nach der eigenen möglichen Infektion zu beantworten. Es gehe allein darum, den Bewohnern den sicheren Kontakt mit ihren Angehörigen zu ermöglichen in einer Zeit, die große Herausforderungen an alle stellt. Zusätzliche, auch unangenehmen Maßnahmen seien nicht schön, aber unumgänglich.

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Anders, als noch in der ersten Welle der Pandemie, wird der Umgang von Angehörigen mit ihren Lieben im Heim, die jetzt im Sterben liegen, geregelt. Im Frühjahr war es ein einsames Sterben in den Heimen. Angehörige konnten sich nicht verabschieden und blieben zum Teil traumatisiert zurück. In allen drei befragten Heimen dürfen Angehörige zu den sterbenden Menschen - in Schutzausrüstung und mit FFP-2-Maske.

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