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Deutschland & Welt

Nazi-Aufmarsch auf Kreta befürchtet

Zum 80. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta von 1941 ruft eine Organisation zum Gedenken an die Kämpfer des Dritten Reichs auf. Doch es gibt Widerstand.

Fallschirmspringer landen im Mai 1941 auf Kreta - Rechtsextreme wollen vor Ort an die Invasion des Dritten Reichs erinnern.
Fallschirmspringer landen im Mai 1941 auf Kreta - Rechtsextreme wollen vor Ort an die Invasion des Dritten Reichs erinnern. © Arthur Conry, Wiki-Ed, Creative Commons

Athen. Zum 80. Jahrestag der Invasion von Nazi-Deutschland auf der griechischen Insel Kreta befürchten die dortigen Behörden im Mai einen Aufmarsch von Rechtsextremisten.

Eine Organisation namens European Paratroopers Association (deutsch: Europäischer Fallschirmjägerverbund) hat zu einer Aktion namens "Kreta Memorial" aufgerufen, wie griechische Medien am Dienstag berichteten. Das Online-Nachrichtenportal Dimokratia News schrieb von einem "Fest der Schande".

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Die Organisation, die eine italienische Adresse angibt, nahm die Einladung später von ihrer Website. Das Plakat, das griechische Medien weiterhin zeigen, ist jedoch eindeutig: "Es ist genau 80 Jahre her, dass die Elitetruppen des Dritten Reichs (über Kreta) absprangen und die Insel eroberten. Wir werden ihren Heldenmut nie vergessen", heißt es darauf. Vom 17. bis zum 23. Mai solle vor Ort den gefallenen Fallschirmspringern Ehre erwiesen werden.

Einheimische stellen sich gegen Gedenken an Invasion

Griechischen Medien zufolge bietet die Organisation Reisen nach Kreta für 365 Euro an, Besuche an Landungsorten deutscher Fallschirmjäger inklusive. Die Behörden seien alarmiert, hieß es. "Offenbar haben die Veranstalter die Rechnung ohne die kretischen Hoteliers gemacht." Es sei davon auszugehen, dass die Einheimischen solche Veranstaltungen nicht hinnehmen würden.

Bei dem "Unternehmen Merkur" fielen am 20. Mai 1941 im Anschluss an schwere Bombenangriffe deutsche Fallschirm- und Gebirgsjäger auf der größten griechischen Insel Kreta ein. Sowohl unter Griechen als auch unter deutschen und britischen Soldaten gab es zahlreiche Opfer. Davon zeugt unter anderem der Deutsche Soldatenfriedhof Maleme an der Nordküste der Insel, auf dem knapp 4500 Soldaten der Wehrmacht begraben liegen. (dpa)

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