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Broilerverkäufer zündet Haus an

Erst hat ein Görziger das Fahrzeug seines Arbeitgebers an den Baum gesetzt, dann legte er offenbar noch in seiner Unterkunft Feuer.

Schauplatz des Dramas in Görzig: Im Inneren dieses Hauses legte ein Bewohner Feuer. Jemand versuchte offenbar, noch Sachen vor den Flammen zu retten, indem er sie aus dem Fenster warf.
Schauplatz des Dramas in Görzig: Im Inneren dieses Hauses legte ein Bewohner Feuer. Jemand versuchte offenbar, noch Sachen vor den Flammen zu retten, indem er sie aus dem Fenster warf. © Norbert Millauer

Großenhain/Dresden. Die Hauptzufahrt zum Firmengelände ist verschlossen. Kein Mensch ist am Donnerstagnachmittag zu sehen. Auf dem Hof stehen ein paar Autos, eins mit rumänischem Kennzeichen. Auf der Zabeltitz zugeneigten Grundstücksseite wiederum befinden sich Broilerfahrzeuge, die am Donnerstag gerade nicht auf Tour sind. Mittendrin das Haus, offizielle Niederlassung des Unternehmens, aber offenbar auch mit Räumen, die als Unterkunft für Mitarbeiter dienten. Wäschereste und andere Gegenstände liegen vor einem der Fenster - offenbar eilig herausgeworfen, bevor das Feuer sie vernichten konnte. Denn: Auf zwei Etagen sind die Zimmer verkohlt. Äußerliches Erscheinungsbild der Folgen eines Brandes, das nun den traurigen Höhepunkt eines mehrtägigen Dramas um einen der Bewohner im Haus offenbart.

Es war eine Sache von wenigen Tagen: Erst zu Wochenbeginn hatte ein Mann damit Schlagzeilen gemacht, dass er am Sonnabend auf der Straße zwischen den Großenhainer Ortsteilen Bauda und Görzig einen schweren Unfall verursachte. Mit seinem Broilerwagen von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt, war der Fahrer des Citroen Jumper einfach geflüchtet. Erst am nächsten Tag - zuvor war er sogar mit Hilfe eines Polizeihubschraubers und eines Fährtenhundes gesucht worden - konnte er im wahrsten Sinne des Wortes aufgespürt werden. Der 51-jährige Rumäne wurde in Görzig entdeckt - mit mehr als 2,4 Promille im Blut.

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Nun, nur ein paar Tage später, meldet sich die Dresdner Staatsanwaltschaft zu Wort. In einer Mitteilung informiert sie am Donnerstagnachmittag darüber, dass sie gemeinsam mit der Polizeidirektion Dresden gegen einen 51 Jahre alten Mann wegen schwerer Brandstiftung ermittle. Dem bereits mehrfach vorbestraften Beschuldigten werde zur Last gelegt, am Mittwoch gegen 14.50 Uhr auf noch nicht geklärte Weise ein Feuer in dem von ihm und weiteren Personen als Unterkunft genutzten Zimmer in einem Firmengebäude in Görzig gelegt zu haben.

Der Absicht des Beschuldigten entsprechend, seien die in dem Zimmer befindlichen Gegenstände in Brand geraten. Das Feuer habe sich anschließend in dem Zimmer ausgebreitet, wodurch dieses erheblich beschädigt worden sei. Das gesamte Gebäude wäre nun unbewohnbar. Dem Eigentümer sei ein erheblicher Schaden in noch nicht bekannter Höhe entstanden. Wie Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt und Polizeisprecher Rocco Reichel auf SZ-Anfrage bestätigten, handelt es sich beim mutmaßlichen Brandstifter und Broilerwagen-Fahrer um ein und die selbe Person.

In Görzig selbst ist am Donnerstag trotz herannahendem Gewitter wieder Ruhe eingezogen. Den Brand vom Vortag hat man zur Kenntnis genommen, auch neugierig vorbeigeschaut. "Es sind Flammen aus dem Haus geschlagen. Und es hat nach verbranntem Plaste gestunken", erzählt ein weitläufiger Nachbar, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Dass einzelne Zimmer in dem Gebäude der Unterbringung von Beschäftigten dienten, war im Dorf wohl bekannt. Doch als kriminell aufgefallen war offenbar bislang niemand. Vom Unternehmen selbst war am Donnerstagnachmittag keine Stellungnahme zu erhalten.

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