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Hurra, wir haben eine neue Schule

Trotz vieler Hürden und baulicher Verzögerungen konnte das Haus am Großenhainer Remonteplatz am Freitag feierlich übergeben werden.

Die Schule zur Lernförderung Großenhain
präsentiert offiziell die schön sanierten Räume. Thomas Röthig von der Stadtverwaltung erklärt die Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen sowie das Farbkonzept.
Die Schule zur Lernförderung Großenhain präsentiert offiziell die schön sanierten Räume. Thomas Röthig von der Stadtverwaltung erklärt die Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen sowie das Farbkonzept. © Kristin Richter

Großenhain. Unterm Strich hat es dann gar nicht so lange gedauert, sorgte das häusliche Lernen inmitten der Coronapandemie vielleicht hier und da ganz ungewollt für zusätzliche Baufreiheit. Und unterm Strich haben es Großenhains Stadtväter wie bei allen Baustellen, auf denen es in den vergangenen Jahren zuweilen gehörig Probleme gegeben hat, am Ende doch wieder hinbekommen.

Die Mädchen und Jungen, die an diesem sonnigen Freitag mit der Septembersonne um die Wette strahlen, sind jedenfalls von ihrer nagelneuen Heimstatt schwer begeistert. "Es riecht hier überall noch so richtig frisch nach Farbe, wie, wenn Papa mein Kinderzimmer gestrichen hat", befindet eine Schülerin und schaut sich begeistert um. Zwar sei sie damals nicht dabei gewesen, als der Mann aus Dresden das Geld zum Bauen vorbeigebracht habe. Aber richtig cool würde es nun hier aussehen.

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Ein Mann, mit dem tatsächlich alles losgegangen war. Im April 2019 hatte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz immerhin Fördermittel in Höhe von 689.000 Euro vorbeigebracht. Opulenter Geldsegen, den die stark sanierungsbedürftige Schule zur Lernförderung - ihr war letztmalig vor 27 Jahren eine Verjüngungskur zuteil geworden - dringend gebrauchen konnte. Erst recht zu jenem Zeitpunkt, wo doch bereits der Beginn der ersten Bauphase im Südflügel des Schulkomplexes für Juni fest terminiert war.

Was jedoch keiner ahnen konnte: Die geplante brandschutztechnische Ertüchtigung des Erdgeschosses sollte viel umfangreicher werden, als jemals erahnt. "Wir haben bereits 2013 eine sogenannte Brandverhütungsschau durchgeführt und mussten leider feststellen, dass nicht alle Erfordernisse erfüllt werden", bekannte Thomas Röthig, erfahrener Mitarbeiter im städtischen Bauamt im August 2019 im SZ-Gespräch. 

Zum einen habe das sicherlich daran gelegen, dass die Vorschriften zum Zeitpunkt der Bauarbeiten Anfang der 1990er Jahre noch nicht so umfassend gewesen seien, wie heute. Zum anderen habe es damals an allen Ecken und Enden der Stadt Sanierungsbedarf gegeben, obgleich nicht so viel Geld zur Verfügung stand. "Wir haben deshalb 2017 eine umfangreiche Planung für die Schule in Auftrag gegeben und auf Grundlage der Mängel ein Brandschutzkonzept erarbeitet", erklärte Thomas Röthig.

Im Oktober 2018 sei der Bauantrag im zuständigen Landratsamt Meißen eingereicht worden. Mit gut drei Monaten habe man gerechnet, bis der hoffentlich positive Bescheid in der Post sein würde. Doch weit gefehlt! Aus verschiedensten Gründen habe sich das Antragsverfahren zeitlich nach hinten verschoben und damit auch die Erstellung des Brandschutzprüfberichtes. "Wir selbst haben aber parallel aufgrund der vom Büro erstellten Planung schon unser Leistungsverzeichnis für die zu vergebenden Gewerke erarbeitet", gab Thomas Röthig zu bedenken. Als endlich am 14. Mai die Baugenehmigung erteilt worden sei, enthielt sie laut aktuellem Gutachten der Brandschützer weitaus mehr Auflagen als gedacht.

Hortleiterin Romy Potzge, Finn und Robin freuen sich über die freundlich gestalteten Horträume, hier die Garderobe.
Hortleiterin Romy Potzge, Finn und Robin freuen sich über die freundlich gestalteten Horträume, hier die Garderobe. © Kristin Richter
Im Dachgeschoss entstanden die neuen Horträume, die besonders schön geworden sind.
Im Dachgeschoss entstanden die neuen Horträume, die besonders schön geworden sind. © Kristin Richter

Nach Öffnung der ersten Decken Anfang Juni 2019 dann das nächste Dilemma: Viele Unzulänglichkeiten seien sichtbar geworden, die bisher verputzt oder verbaut im Verborgenen schlummerten. Elektroleitungen, die sich eben nicht im Flur tummeln dürfen und ins Klassenzimmer verlegt werden müssen, Leitungen, die sich nicht im Fluchtbereich befinden sollen, die Verwendung von Kunststoff statt Metall und Brandschutzwände, über deren Beschaffenheit sich nicht diskutieren lasse. Die Auflagen stiegen unerwartet harmonisch mit der Liste der Aufwendungen.

Ein zuweilen ärgerliches Rechenexempel, von dem die Mädchen und Jungen - 140 werden in den Klassen eins bis neun unterrichtet - glücklicherweise nichts wissen. All die Schüler, welche aus dem gesamten Landkreis Meißen hierher zum Lernen kommen, haben keinen blassen Schimmer, dass die Sanierung mit satten 2.048.777,50 Euro zu Buche geschlagen hat und damit erheblich mehr kostete, als ursprünglich gedacht. Sie erfreuen sich an den frischen Wandfarben, neuen Türen und Fußböden sowie den zusätzlichen Räumen für den Hort im Dachgeschoss. Denn letztlich ist es doch wie so häufig im Leben - unterm Strich ist alles gut gegangen. Und zwar so richtig.    

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