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Wie ein Großenhainer für den Einzelhandel kämpft

Der Großenhainer Modehändler Ronny Rühle lässt keine Gelegenheit aus, um die Coronabeschränkungen zu kritisieren. Nun war er im Sachsenspiegel zu sehen.

Modehändler Ronny Rühle am Montagabend zur besten Zeit im MDR-Sachsenspiegel: Der Großenhainer mit mehreren Geschäften im Landkreis und macht sich gegen die Schließung der Läden stark.
Modehändler Ronny Rühle am Montagabend zur besten Zeit im MDR-Sachsenspiegel: Der Großenhainer mit mehreren Geschäften im Landkreis und macht sich gegen die Schließung der Läden stark. © Foto/Screenshot: Norbert Millauer

Landkreis. Im wahren Leben macht er eigentlich etwas ganz anderes. Weil Ronny Rühle momentan aber nicht das tun kann, was er bereits seit 30 Jahren erfolgreich vollbringt, entwickelt sich der Großenhainer mehr und mehr zum Robin Hood der Einzelhändler. Der 52-Jährige, welcher selbst Geschäfte in Riesa, Meißen und der Röderstadt betreibt, wendet sich seit Monaten mit massiver Kritik der Beschränkungen für den Handel an die Öffentlichkeit. Mehrere Briefe an Meißens Landrat Ralf Hänsel, die Bürgermeister der Region und nicht zuletzt ein Gespräch mit dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig sorgten auch außerhalb des Freistaates für Schlagzeilen. "Ich möchte es einfach nicht so hinnehmen, dass wir seit Monaten gewissermaßen einem Berufsverbot unterliegen und von Monat zu Monat mit Ankündigungen vertröstet werden", bekennt Ronny Rühle im SZ-Gespräch am Mittwoch.

Bereits am Montag machte der Unternehmer aus seiner Auffassung keinen Hehl und äußerte sich im Rahmen der Aktion "Leere Stühle - Gastro braucht Hilfe" in Dresden gegenüber dem MDR-Sachsenspiegel. Händler und Gastronomen hätten im vergangenen Jahr einen solidarischen Beitrag für die Bewältigung der Pandemie geleistet. Innerhalb kürzester Zeit seien Hygienekonzepte erarbeitet und unter Einsatz materieller Mittel aufwendig sofort umgesetzt worden. Erfolgreich, wie Ronny Rühle betont.

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Obgleich das Robert-Koch-Institut (RKI) in Studien mehrfach festgestellt habe, dass die Branchen nicht die Treiber der Pandemie wären, dürften sie dennoch nicht oder wie nun geplant nur eingeschränkt öffnen. Die Konsequenzen seien flächendeckend verheerend. Den meisten Unternehmern stehe mittlerweile trotz großer Eigeninitiative, kreativer Lösungen und viel Geduld das Wasser bis zum Hals.

Eine Situation, die so nicht mehr hinnehmbar sei. "Denn auch wir sind Menschen, Mütter, Väter, Großeltern. Wir werden jedenfalls nicht mehr wie das Kaninchen vor der Schlange abwarten. Die Zeit des Bangens, des Abwartens, des Bettelns ist vorbei. Denn man hat uns zwar zugehört, Verständnis geäußert, um Nachsicht gebeten. Zum Besseren hat sich für weite Teile der Betroffenen aber nichts getan", resümiert Ronny Rühle.

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In der Konsequenz bedeutet das für den Röderstädter, letztlich nur den Weg der Klage zu beschreiten. Abhängig davon, was die Ministerpräsidentenkonferenz und in Folge der sächsische Landtag schließlich am Ende dieser Woche beschließen würden, behalte er sich die Einleitung juristischer Schritte gegen die Schließung der Läden vor. Denn selbst, wenn es ab Montag für Kunden möglich sei, individuell Termine in den Geschäften ihrer Wahl zu vereinbaren, wäre das Einkaufserlebnis für alle Beteiligten nicht das Gleiche. Ein solches bestehe nun einmal darin, einfach durch die Straßen von Großenhain, Meißen oder Riesa zu bummeln, nach Lust und Laune spontan einen Laden zu betreten, mit den Verkäuferinnen zu plaudern und nach Herzenslust zu stöbern. Ein Termin könne unterschwellig beim Kunden eine Art Zwang zu kaufen erzeugen, dem der Betreffende vielleicht deshalb von vornherein lieber vermeiden wolle. "Wir freuen uns selbstverständlich auf jeden einzelnen Kunden, der zu uns kommen darf! Aber wir gehen nicht davon aus, dass Umsätze in der Höhe erreicht werden, wie wir sie vor Corona ohne Beschränkungen gewohnt waren", verrät Ronny Rühle.

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