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Jagdgenossen pflanzen Auwaldstreifen

Um dem Baumsterben entgegenzuwirken, setzt die Stadt Großenhain auf die Mithilfe von Vereinen, Schulen und Privatleuten.

Baumpflanzung mit Abstandsgebot: Mitglieder der Großenhainer Jagdgenossenschaft an der Röder-Flutrinne.
Baumpflanzung mit Abstandsgebot: Mitglieder der Großenhainer Jagdgenossenschaft an der Röder-Flutrinne. © Klaus-Dieter Brühl

Großenhain. Trotz des unangenehmen Nieselregens sind am Morgen des Reformationstages 15 Großenhainer an die Röder-Flutrinne gekommen. Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft wollen hier einen etwa 100 Meter Baum- und Strauchstreifen pflanzen. Vor allem feuchtigkeitsliebende Arten wie Eschen, Baumweiden, Schwarzpappeln und Ulmen – an Wasser mangelt es dem Boden hier nicht. Den östlichen und westlichen Abschluss bilden eine Säuleneiche und eine Pyramidenpappel. 

Dazwischen werden an die hundert Sträucher gepflanzt, vor allem Pfaffenhütchen, Schlehe und Wildrose. „Das bietet Nahrung für die Vögel und zugleich einen Unterschlupf fürs Niederwild“, erklärt Jörg Köhler vom Genossenschaftsvorstand. 

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Eigentlich wollten die Mitglieder der Großenhainer Jagdgenossenschaft ihr Umweltbewusstsein demonstrieren und der Stadt Geld für neue Bäume spenden. „Da habe ich sie gefragt, ob sie die nicht auch gleich pflanzen wollen“, sagt Matthias Schmieder. Schmieder leitet im Rathaus den Geschäftsbereich Stadtkultur und Ordnung. Dazu gehören die Parks und Grünanlagen der Stadt, und um den Baumbestand auf diesen Flächen ist es nicht besonders gut bestellt. Der Klimawandel macht vor allem den Altbäumen zu schaffen, viele sterben wegen der Trockenheit ab.

Ursprünglich sollte nur Geld für Bäume gespendet werden. Weil das Pflanzen vor allem personalaufwendig ist, fragte die Stadt, ob der Verein nicht selbst Hand aktiv werden möchte. Etwa 15 Helfer machten schlussendlich mit.
Ursprünglich sollte nur Geld für Bäume gespendet werden. Weil das Pflanzen vor allem personalaufwendig ist, fragte die Stadt, ob der Verein nicht selbst Hand aktiv werden möchte. Etwa 15 Helfer machten schlussendlich mit. © Klaus-Dieter Brühl

Die Stadt Großenhain hat deshalb ihre kommunalen Grundstücke auf die Eignung zum Aufforsten gecheckt. Wo immer das möglich ist, sollen Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Aber das kostet Geld, braucht Personal und ist auch zeitlich nicht mehr so leicht zu händeln. Im Frühjahr muss man gar nicht mehr anfangen zu pflanzen, weil die frisch gesetzten Bäumchen meist gleich vertrocknen. 

Auch das Zeitfenster im Herbst wird auch immer kleiner, weil sich durch den Klimawandel die Vegetationsperiode weiter nach hinten verschiebt. Im Prinzip bleiben nur noch drei Wochen von Ende Oktober bis Mitte November. Und in dieser Zeit bekommt man dann kaum noch Firmen, die die Bäume in die Erde bringen. Deshalb setzt die Stadt verstärkt auf freiwillige Helfer von Unternehmen, Vereinen und Institutionen wie die Jagdgenossenschaft.

Weitere Pflanzaktionen sind geplant

„Hoffentlich macht uns Corona dieses Jahr keinen Strich durch die Rechnung“, sagt Matthias Schmieder. In den nächsten Wochen sind noch etliche Pflanzaktionen geplant, an denen auch Schulklassen und Jugendvereine mitwirken. Am kommenden Donnerstag zum Beispiel wollen die Grundschüler vom Bobersberg an der Scheumann-Straße 140 kleine Bäume pflanzen. Zwei Tage darauf läuft der Parkpflegeeinsatz im Zabeltitzer Barockgarten. Und am 14. November will der Jugendchor die ehemalige Deponie im Ortsteil Zabeltitz aufforsten. 

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Schmiede und Jagdgenossenschaft Großenhain konnten ihre Bäume noch in die Erde bringen. Alle anderen öffentlichen Aktionen sind leider gestoppt.

Verschieben lassen sich Aktionen nicht, denn die Bäume sind bereits bestellt und müssen dann auch in die Erde kommen. Es kann also gut sein, dass die Teilnehmer unter Mund-Nasen-Schutz zu Werke gehen müssen. „Leider wird auch der Planungs- und Genehmigungsaufwand für die einzelnen Pflanzstellen immer höher“, beklagt Matthias Schmieder. Der Baumstreifen an der Flutrinne zum Beispiel dürfe dem Deichverteidigungsweg nicht zu nahe kommen. In anderen Fällen brauche es denkmalpflegerische oder abfallrechtliche Genehmigungen, Aufforstungsanträge, Grenzfeststellungen, und das koste eine Menge Zeit und Nerven. 

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