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Park-Ärger im Wohngebiet

Ein Anwohner kritisiert, dass auf der Thomas-Müntzer-Straße Mitarbeiter der Stema die Straße zustellen. Aber: Ein Parkverbot gibt es dort nicht.

Vor allem vormittags ist die Thomas-Müntzer-Straße von Autos mit auswärtigen Nummernschildern belegt.
Vor allem vormittags ist die Thomas-Müntzer-Straße von Autos mit auswärtigen Nummernschildern belegt. © Norbert Millauer

Großenhain. Veit Bloch (*Name geändert) ist immer noch sauer. Vor ein paar Tagen wurde der Anwohner der Thomas-Müntzer-Straße im Ortsteil Großraschütz am frühen Morgen aus seinem Haus geklingelt. Bedienstete der Stadtverwaltung störten sich an seinem Auto, das Bloch am Abend zuvor dort abgestellt hatte. Das Problem: Weil auch die andere Straßenseite zugeparkt war, wurde es richtig eng auf der Piste. "Das sind alles fremde Autos", so der Anwohner mit Verweis auf die Nummernschilder. Tatsächlich sind es überwiegend Fahrzeuge aus entfernten Regionen: Elbe-Elster, Döbeln zum Beispiel. "Alles Mitarbeiter der Stema", vermutet Veit Bloch. Nach seinen Beobachtungen kämen sie am frühen Morgen zur Arbeit, kurz nach dem Mittag verschwinden sie wieder. "Müssen die sich denn auf die Thomas-Müntzer-Straße stellen?", fragt er sich. Schließlich hätte die Stema, nur einen Steinwurf entfernt, doch ausreichend Parkflächen am Röderneugraben sowie nahe vom PSV-Sportplatz.

"In der Thomas-Müntzer-Straße gilt kein gesetzliches Halteverbot", beschreibt Großenhains Rathaussprecherin Diana Schulze zunächst einmal den Sachstand. Was im Klartext heißt: Niemand kann Nichtanwohnern verbieten, dort sein Fahrzeug abzustellen. Auch die Stema-Geschäftsführung nicht. Unternehmenschef Michael Jursch bestätigt dies, verweist aber auch darauf, dass es gar nicht mal feste Mitarbeiter der Firma sind. Die Stema habe relativ viele Zeitarbeiter, die oft wechseln und natürlich nach Möglichkeiten suchen, in der Nähe vom Firmengelände zu parken. Er selbst könne dennoch nur an alle appellieren, die Parkflächen am Röderneugraben oder auch am PSV-Sportplatz zu nutzen.

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Im Rathaus ist das Thema nicht unbekannt. "Hinweise zur Parksituation im Bereich der Thomas-Müntzer-Straße liegen unserer Unteren Verkehrsbehörde bereits vor", bestätigt Diana Schulze. Man sei mit der Stema im Gespräch und habe ebenfalls erfahren, dass die Mitarbeiter sensibilisiert werden sollen, "die Parkmöglichkeiten, sofern auf dem Stema-Gelände möglich, und die betriebseigenen Parkflächen zu nutzen".

Bei bisherigen Kontrollen des Vollzugsdienstes seien keine Ordnungswidrigkeiten durch parkende Fahrzeuge von Stema-Mitarbeitern festgestellt worden, heißt es auf Anfrage von saechsische.de. "Die Fahrzeuge standen weder vor Grundstückszufahrten, noch innerhalb des frei zu haltenden Kreuzungsbereiches oder auf der vorhandenen Grenzmarkierung", so Diana Schulze. Eine ausreichende Restfahrbahnbreite von mindestens 3,50 Meter sei bisher stets gewährleistet gewesen. Und auch der Entsorgungsdienstleister Remondis habe bestätigt, dass es bei seinen Touren im besagten Bereich keine Probleme durch parkende Fahrzeuge gab.

Dennoch werde der Vollzugsdienst sowie die Untere Verkehrsbehörde weiter stichprobenartig kontrollieren. Zudem sei vorsorglich bereits im März 2021 die vorhandene Grenzmarkierung um etwa ein bis zwei Meter verlängert worden, um die Sichtverhältnisse auf die S 40 (Riesaer Straße) zu verbessern. "Weitere Maßnahmen sind bisher nicht geplant, da von der Anordnung eines gesetzlichen Halteverbotes auch die Anwohner, welche ihre Fahrzeuge teilweise im Fahrbahnbereich abstellen, betroffen wären", so Diana Schulze.

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