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Der Herr über alle Feuerstätten

Dennis Möllers ist seit Jahresbeginn bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger für Großenhain und Priestewitz.

Dennis Möllers (rechts) ist neuer Bezirksschornsteinfeger. Gemeinsam mit seinem Angestellten Ludwig Kreklau will er jetzt erst einmal seinen Kehrbezirk kennenlernen.
Dennis Möllers (rechts) ist neuer Bezirksschornsteinfeger. Gemeinsam mit seinem Angestellten Ludwig Kreklau will er jetzt erst einmal seinen Kehrbezirk kennenlernen. © Kristin Richter

Großenhain. Ihn anfassen zu dürfen, sei "im Moment schwierig", sagt Dennis Möllers. "Die ganzen Nettigkeiten sind auf Eis gelegt", fügt der 30-Jährige hinzu. Dabei gehören sie eigentlich zu seinem Ruf. Denn Dennis Möllers ist seit Anfang des Jahres Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger im Kehrbezirk Großenhain. Er tritt die Nachfolge von Jens Belick an, der diese Funktion über viele Jahre ausfüllte.

Dennis Möllers übernimmt damit den gesamten sogenannten Kehrbezirk seines Vorgängers. Er umfasst das Gros der Haushalte in Großenhain sowie Priestewitz. Das ist allein schon von den lokalen Gegebenheiten eine ziemliche Herausforderung. Dennis Möllers nimmt es gelassen. "Die Zahl der Anlagen, die ich jetzt bearbeiten werde, ist mir noch nicht restlos bekannt", gesteht er. Doch "Bammel" vor seiner neuen Aufgabe hat er nicht. Er wolle jetzt erst einmal in die "Kennenlernphase" gehen und sich einen Überblick über den Kehrbezirk verschaffen. Auch ein eigenes Büro in der Gegend will er einrichten. Wann und wo das sein wird, ist noch nicht klar. "Im Moment sitze ich da noch auf der Straße", sagt Dennis Möllers und schmunzelt. Sein täglicher Arbeitsweg von Prestewitz bei Bad Liebenwerda beträgt rund 40 Minuten. Dort war er bislang als Schornsteinfeger im Angestelltenverhältnis tätig.

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Jetzt also Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger "in meinem eigenen Reich und mit mehr Verpflichtungen", sagt er. Dass er überhaupt diesen Beruf erlernt hat, war im Prinzip zwei Dingen geschuldet. "Ich hatte in jungen Jahren noch keinen Plan. Und mein Opa hat immer gesagt: ,Schornsteinfeger werden immer gebraucht'", erklärt Dennis Möllers. Gesagt, getan: 2009 beendete er die Ausbildung - als Klassenbester. Nach ein paar Jahren als Geselle machte er 2015 seinen Meister.

Längst hat sich das Berufsbild eines Schornsteinfegers vom reinen "Essenkehrer" zu einem weit vielfältigeren und vor allem umweltspezifisch geprägten Job gewandelt. Dazu gehört beispielsweise eine umfangreiche Beratung der Kunden, die in der Regel an den Gas- oder Ölheizungen vor Ort stattfindet. Einem Bezirksschornsteinfeger als vom Staat beliehenen Unternehmer kommen dabei besondere Aufgaben zu. Er tritt als Behörde auf, ist unter anderem für die sogenannte Feuerstättenschau zuständig. Damit stellt er für jedes Grundstück in seinem Kehrbezirk einen Feuerstättenbescheid aus. Die gesetzlichen Vorgaben legen folglich auch ziemlich genau fest, wann Dennis Möllers auf welchem Grundstück wirksam werden muss. Herkömmliche Kehrungen, bei denen man durchaus auch "schwarze Hände" bekommt, müssen ein- bis viermal pro Jahr stattfinden - je nach Beschaffenheit und Nutzungshäufigkeit der Anlage.

Geregelt ist das Ganze in der seit 2010 geltenden bundeseinheitlichen Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Sie legt fest, wie oft im Kalenderjahr welche Anlagen überprüft werden müssen und wie oft der an diese Anlagen angeschlossene Schornstein gekehrt werden muss. Für Öl- und Gasheizungen gilt: Welche Anlagen wie oft gemessen und welche Grenzwerte dabei eingehalten werden müssen, bestimmt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV). Wissenswert: Verstöße gegen die Rechtsbestimmungen können als Ordnungswidrigkeit behandelt werden und mit einem Bußgeld in Höhe von 5.000 bis 50.000 Euro geahndet werden.

Dennis Möllers freut sich auf seine neue Arbeit in Großenhain und Umgebung. Mit seinem Angestellten Ludwig Kreklau (19), der vor einem Jahr den Berufsabschluss als Schornsteinfeger schaffte, wird er ab sofort in der Region unterwegs sein. Angst vorm "schwarzen Mann" muss angesichts des sympathischen Duos niemand haben. Auch wenn die "Nebenfunktion" des Glücksbringers bei Dennis Möllers momentan eher etwas zu kurz kommt.

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