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Sind diese Fahrer gefährlich unterwegs?

Seit gut einem Jahr befördert ein Unternehmen Waren vom Großenhainer Land bis nach Leipzig. Nun schlagen die jungen Männer Alarm.

Der Juniorchef der Rumak Logistik GmbH Schönfeld, Wojtek Mackowiak, und Fuhrparkleiter Kaspar Pajak machen sich für das sichere Fahren der eigenen Mitarbeiter stark.
Der Juniorchef der Rumak Logistik GmbH Schönfeld, Wojtek Mackowiak, und Fuhrparkleiter Kaspar Pajak machen sich für das sichere Fahren der eigenen Mitarbeiter stark. © Kristin Richter

Schönfeld. Der letzte Unfall liegt noch nicht lange zurück. In der Nähe des Großenhainer Flugplatzes konnte die Fahrerin des weißen Lieferwagens einfach nicht mehr schnell genug bremsen. Ob sie selbst mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen ist oder sich vielleicht mit den Gedanken keineswegs auf der Straße befunden hat, als der vor ihr fahrende Kollege langsamer wurde, müssen erst noch die abschließenden Untersuchungen zeigen.

Fakt ist, so Wojtek Mackowiak, seine Mitarbeiterin habe letztlich einen schweren Unfall verursacht, in dessen Folge sie selbst leider verletzt worden sei und beide Fahrzeuge als wirtschaftlicher Totalschaden verbucht werden müssten.

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Wie der Juniorchef der Rumak Logistik GmbH mit Sitz in Schönfeld betont, eine mehr als unschöne Bilanz, aus der das Unternehmen jetzt für sich praktische Schlussfolgerungen ziehen möchte. "Unser Geschäft spielt sich nun mal sechs Tage in der Woche auf der Straße ab! Sechs Tage in der Woche sind circa 50 Frauen und Männer vom frühen Morgen bis zum Abend zwischen Riesa und Leipzig unterwegs. Kein ungefährlicher Job, den wir soweit wie möglich gern sicherer machen wollen", sagt Wojtek Mackowiak.

Gemeinsam mit seinem Vater Piotr lenkt der studierte Logistikmanager seit gut einem Jahr die Geschicke der Rumak Logistik GmbH. Ursprünglich 20 Jahre in München tätig, habe die Firma 2019 das Angebot bekommen, sachsenweit Waren zu befördern. Das bedeute praktisch: Ein Fuhrpark von insgesamt 60 Fahrzeugen rücke jeweils gegen 9 Uhr beziehungsweise nach 11 Uhr vom Firmengelände in Schönfeld aus, um vom Auftraggeber mit bis zu 15 Kilogramm schweren Paketen bestückt zu werden. Danach fahre man zum jeweiligen Zielort, unbedingt nach vorgeschriebener Geschwindigkeit und ohne Zeitdruck zum Zustellgebiet.

Zumindest laute nach Bekunden von Wojtek Mackowiak genau so die firmeneigene Philosophie. Abgesehen davon, dass die weißen Fahrzeuge mit ihren 95 PS ohnehin nicht für schnelle Rennen gemacht sind. All jene, die mit ihnen unterwegs sind, sollten dies aus Sicherheitsgründen auch nicht mit dem ständigen Fuß auf dem Gaspedal tun. "Wir sind in Schönfeld sehr offen und freundlich von den Einwohnern aufgenommen worden! Deshalb möchten wir weder, dass die Menschen hier verärgert oder verängstigt auf die Straße gehen, noch anderswo. Und schon gar nicht, dass unser Team am Ende aus eigenem Verschulden zu Schaden kommt", erklärt der 27-Jährige.

Drei gute Gründe, die jetzt zu einem Entschluss geführt haben. Alle Wagen der Rumak Logistik GmbH seien bereits in den vergangenen Tagen mit schwarzen Nummern auf den Motorhauben versehen worden. Dazu solle sich noch eine Aufschrift mit der Frage: "Fahre ich gefährlich? Dann rufe an!" gesellen. 

Eine Aufforderung, von der andere Verkehrsteilnehmer unbedingt regen Gebrauch machen sollten. Wer sich zu forsch überholt, ausgebremst oder gar von der Straße gedrängelt fühle, der dürfe das ruhig dem Schönfelder Fuhrparkchef Kacper Pajak melden. "Kein Fahrer muss jetzt deshalb befürchten, auf eine schwarze Liste zu kommen oder permanent unter Druck zu stehen! Aber wir wollen uns gegenseitig zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr erziehen und offengestanden auch zur Wertschätzung der Fahrzeuge", bekennt Wojtek Mackowiak. 

Immerhin gut 11.000 bis 13.000 Kilometer würden täglich mit den Gefährten zurückgelegt. Unfälle wie der letzte in Großenhain sollten da eher eine Ausnahme bilden. 

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