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Skassa bleibt weiter ohne stationären Blitzer

Der Stadtrat hat das Ansinnen erneut abgelehnt. Sebastian Bieler hat dafür einen anderen Vorschlag. Doch der ist umstritten.

Von Thomas Riemer
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Die Smiley-Anlage am Skassaer Ortsausgang versetzt vor allem Ortsfremde kurz in Schrecken. Einen stationären Blitzer kann sie aber nicht ersetzen.
Die Smiley-Anlage am Skassaer Ortsausgang versetzt vor allem Ortsfremde kurz in Schrecken. Einen stationären Blitzer kann sie aber nicht ersetzen. © Anne Hübschmann

Großenhain. Rund 136.000 Euro hätte er gekostet - der stationäre Blitzer, mit dessen Anschaffung und Errichtung die Fraktion Die Linke im Stadtrat die Verwaltung per Beschluss beauftragen wollte. Doch da haben die Kollegen der anderen Fraktionen am Mittwoch nicht mitgemacht. Der Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt - und die Skassaer müssen weiter mit Rasern und Verkehrslärm am Ortsausgang in Richtung Weißig klarkommen.

Die Linke hatte sich in ihrem Antrag auf Beschwerden der Anwohner im Stadtrat sowie auf Gespräche mit dem Ortschaftsrat bezogen. Vor allem in der Zeit des sogenannten Berufsverkehrs würde die an der betreffenden Stelle vorgegebene Geschwindigkeit von 30 m/h massiv überschritten. "Eine stationäre Messung wirkt abschreckend und hilft so, eine Gefahrenquelle zu beseitigen", argumentiert die Linke.

Grundsätzlich sind sich auch viele der Kollegen im Gremium darüber im Klaren. Doch die Geister scheiden sich in diesem Fall an vielen Dingen - und zuallererst natürlich an den Kosten. Sebastian Bieler (Wir in Großenhain) sagt zwar: "Skassa - das ist kein Zustand." Doch er schlägt der Stadtverwaltung etwas anderes vor. Sie möge doch für drei Jahre jemanden im Ordnungsamt einstellen, "der jeden Tag mit einer mobilen Anlage stoppt". Die dabei entstehenden Personalkosten, so seine "Rechnung" wären in etwa die gleichen, wie besagte 136.000 Euro. "Wäre so etwas nicht möglich?" fragt Bieler.

Matthias Schmieder, Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung im Rathaus, stellt klar: "Dort kann niemand 24 Stunden stehen." Zwar verfügt die Stadt über einen mobilen Blitzer, der mittlerweile nach der nötigen Umrüstung auch wieder einsetzbar ist. "Doch der wird auch in anderen Ortsteilen benötigt", so Schmieder. Um in Skassa "Ruhe" zu schaffen, wäre eine stationäre Messanlage daher eine Chance. Ständig einen mobilen Blitzer dort zu betreiben, das sei auch daher nicht gerechtfertigt, weil Skassa nun einmal kein Unfallschwerpunkt sei. Da seien andere Standorte weit eher betroffen - beispielsweise am Folberner Kreisel. Zudem verursache die mobile Anlage Personalkosten, zumal angesichts der Aggressivität vieler "Raser" die Standorte in der Regel zu zweit besetzt werden müssten.

Der angestrebte stationäre Blitzer in Skassa hätte einige Vorteile gebracht. Laut einer Auflistung, basierend auf bisherigen Kontrollen und durchgeführten Verkehrszählungen wären "theoretische Einnahmen" von reichlich 100.000 Euro pro Jahr möglich. Die Anlage von PoliscanSpeed wäre mit zwei Kameras für beide Fahrtrichtungen ausgestattet. Das "Innenleben" könnte man auch kurzfristig an einer anderen Stelle - beispielsweise am Ortseingang aus Richtung Großenhain - installieren, müsste dafür allerdings einen weiteren "Kasten" bauen (geschätzte Kosten 13.000 Euro).

Das alles fand letztlich keine Mehrheit im Stadtrat. Vielleicht haben viele von ihnen ja die Vision vor Augen, dass die Planungen für die Straßenbegradigung, inklusive Radwegbau, für die Skassaer auf gutem Weg sind. Allerdings: Bis dahin wird es wohl noch eine ganze Weile dauern. "Mindestens zwei Jahre" werden erst einmal vergehen, bis die Planungen eventuell abgeschlossen sind.