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Großenhain zieht ins Achtelfinale ein

GFV setzt sich in der 3. Runde um den Fußball-Landespokal bei Lok Zwickau durch. Trainer Steve Dieske ist mit dem Start in die Saison 2022/23 zufrieden.

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Der Großenhainer Trainer Steve Dieske bei einer Mannschaftsbesprechung. Er ist mit dem Saisonstart 2022/23 bisher recht zufrieden. Foto: Matthias Kost
Der Großenhainer Trainer Steve Dieske bei einer Mannschaftsbesprechung. Er ist mit dem Saisonstart 2022/23 bisher recht zufrieden. Foto: Matthias Kost © Matthias Kost

Zwickau. Am Wochenende stand die dritte Runde um den Fußball-Landespokal an. Titelverteidiger Chemnitzer FC, der den „Pott“ bereits zwölfmal gewann, steht ebenso im Achtelfinale wie die Drittligisten aus Dresden, Zwickau und Aue. Qualifiziert hat sich auch der Großenhainer FV 1990, der am Sonntag beim Landesklasse-Team des ESV Lok Zwickau standesgemäß souverän mit 3:0 (1:0) die Oberhand behielt. Die Tore für den Tabellenzweiten aus der Landesliga markierten Stephan Schäfer, Karl-Ludwig Zech und Franz Voigt. Am 8. Oktober werden beim Verbandstag des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) in Chemnitz die Achtelfinal-Paarungen ausgelost. Gespielt wird Mitte November. Der Großenhainer Trainer Steve Dieske (42) nahm sich im Zwickauer Sportzentrum Marienthal dann noch Zeit für ein ausführliches Interview.

Steve, das Pokal-Achtelfinale erreicht und Platz zwei in der Landesliga, punktgleich mit Spitzenreiter Handwerk Rabenstein. Zufrieden?

Als Trainer betrachte ich nicht nur die Tabelle. Es geht um die Entwicklungsschritte. Aber ja, am Ende ist Fußball ein Ergebnissport und da liegen wir im Soll, sind sehr zufrieden. Luft nach oben ist dennoch vorhanden und wir gehen das Stück für Stück im Training an.

In der Vorsaison verpasste Ihre Mannschaft den Titel um einen Zähler. Was überwog, der Stolz auf die Vizemeisterschaft oder die Enttäuschung, die Meisterschaft verpasst zu haben.

Ich blicke mit einem lachendem und einem weinenden Auge zurück. Wir haben nach der Corona bedingten Pause leider nicht ganz in den Flow zurückgefunden, in dem wir vor der Saison-Unterbrechung waren. Am Ende fehlte uns ein Zähler zum Platz an der Sonne. Im Nachgang und mit einer detaillierten Analyse konnten wir mit der Runde zufrieden sein. Heute überwiegt definitiv das Positive im Rückblick.

Stimmt es, dass Sie in der Sommerpause eine Weile darüber nachgedacht haben, ob Sie beim GFV weitermachen?

Die Spielzeit 2021/22 war schwierig. Es gab Auflagen für den Trainingsbetrieb und dazu auch kontroverse Meinungen. Auch ein Trainer lässt so eine Serie erst einmal sacken. Das ist normal, zumal es zwei Anfragen anderer Vereine gab. Ein Weggang stand aber nicht zur Debatte, denn wir haben eine außergewöhnlich gute Mannschaft zusammen. Die Jungs sind feine Kerle, haben eine beeindruckende Mentalität und das Team ein großes fußballerisches Vermögen. Die tägliche Arbeit macht viel Spaß. Und wenn du Vizemeister geworden bist, fühlt sich das so an, als ob da noch ein Stück fehlt – und das treibt auch mich an.

Wie schwierig ist es für einen ambitionierten Trainer wie Sie - mit dem Wissen, der Verein möchte nicht in die Oberliga aufsteigen - um die Meisterschaft zu spielen?

Eine spannende Frage, gebe ich zu. Um in der fünften Liga zu spielen, gilt es, viele Faktoren zu realisieren. Wir, also da spreche ich auch für meine Trainer-Kollegen Christopher Kührt und Thomas Löffler sowie für unsere Spieler, können mit zielstrebiger Arbeit die sportlichen Grundlagen legen. Wir haben in der Vorsaison viel Gas gegeben und das spornt uns auch in diesem Spieljahr an. Und ich bin schon der Meinung, dass jeder Meister, egal in welcher Spielklasse, seine Aufstiegsrecht wahrnehmen sollte, denn dafür spielen wir Fußball und lieben diesen Sport.

Täuscht der Eindruck, dass Ihre Neuzugänge richtig gut eingeschlagen haben?

Wir sind zufrieden mit den vier Jungs, die wir geholt und ins Team eingebaut haben. Es ist sicher zu früh, die Leistungen schon detailliert zu betrachten. Aber ein Franz Häfner war für uns ein wichtiges Puzzleteil im Mittelfeld. Er ist ein Stück weit schon ein Unterschiedsspieler mit einer großen Kreativität. Torhüter Maik Ebersbach ist ein Großenhainer Junge und hat auf allen seinen Stationen bewiesen, wie wertvoll er für ein Team ist. Er ist nicht nur der erhoffte Rückhalt für meine Mannschaft, sondern für unsere jungen Keeper ist es auch wichtig, von seinen Erfahrungen zu profitieren. Franz Voigt ist ein klassischer Mittelstürmer, der in Bautzen auch schon etwas Oberliga-Luft schnuppern konnte. Er bringt alles mit, ist sehr willig und wir sind guter Dinge, dass wir den Jungen weiter fördern und voranbringen werden. Christian Tallig ist ein technisch versierter, athletischer und schneller Spieler, der beim Chemnitzer FC sehr gut ausgebildet wurde. Jetzt gilt es, ihn Schritt für Schritt an den Herrenbereich heranzuführen. Nennen möchte hier auch noch Stanley Ott und Pierre Morris Scheiblich, die aus dem U19-Nachwuchsbereich aufgerückt sind. Beide Jungs passen gut zu uns und ich hoffe, wir werden noch viel Freude an ihnen haben.

In der Vorsaison gab es zeitweise sehr viele verletzte Spieler. Wie ist der aktuelle Krankenstand?

Franz-Josef Zech und Stanley Ott fallen mit Bänderverletzungen aus. Hinzu kommen die langzeitverletzten Harty Scholz und Pierre Morris Scheiblich mit Kreuzbandverletzungen. Zech, Ott und Scholz trainieren bereits wieder individuell. Bei Stefan Höer, der sich in der Vorsaison eine Kreuzbandverletzung zugezogen hatte, werden wir nach seiner Genesung entscheiden, ob und wie er weitermacht.

Sachsenmeister SC Freital steht in der Oberliga Süd auf Platz eins. Der Leistungsunterschied zwischen der 5. und 6. Liga scheint nicht sehr groß, oder?

Man hat es schon im Vorjahr nach dem Aufstieg von Budissa Bautzen gesehen, dass sie als Sachsenmeister eine qualitativ hervorragende Saison gespielt haben. Ja, ich denke, die sächsischen Aufsteiger sind einer Bereicherung für die Oberliga. Sportlich gesehen, ist diese fünfte Liga attraktiver als die Sachsenliga. Die Spieler dort sind noch besser ausgebildet, es gibt eine hohe Intensität in den Partien und ein höheres Spieltempo. Ich denke, dass der Unterschied vom unteren Drittel der Oberliga zur Landesliga nicht so groß ist.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz