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Ex-Bundesliga-Profi wirbt für Respekt und Fair Play

René Tretschok trainiert zwei Tage lang junge Großenhainer Kicker. Ein besonderes Camp. Und ein Spielfeld hat vier Tore.

Ein Ex-Fußball-Profi in Großenhain: René Tretschok gab 26 jungen Fußballern vom GFV wertvolle Tipps - nicht nur für den Umgang mit dem runden Leder.
Ein Ex-Fußball-Profi in Großenhain: René Tretschok gab 26 jungen Fußballern vom GFV wertvolle Tipps - nicht nur für den Umgang mit dem runden Leder. © Foto: M. Kost

Großenhain. Wenn 26 hoffnungsvolle Nachwuchsfußballer an einem Samstagvormittag neugierig auf ein Trainerteam blicken und auch noch Ferien sind, muss es was ganz Besonderes sein. Gespannt sitzen sie auf dem Hallenboden, während sich rundrum ein Spielfeld wie von Zauberhand aufbläst - eins mit vier Toren!

Das „Geheimnis“ wird gelüftet: Trainer und Veranstalter des zweitägigen Camps ist nicht irgendwer. Sondern mit René Tretschok ein Ex-Profi, der insgesamt rund 400 Spiele im bezahlten Fußball bestritt und einst für Borussia Dortmund und Hertha BSC sowie den 1. FC Köln auf dem Rasen stand. Tretschok, inzwischen 53 Jahre alt, gehörte dabei zum Dortmunder Team, das 1997 Champions-League-Sieger wurde. Mit den Borussen war er außerdem zweimal Deutscher Meister.

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Jetzt ist René Tretschok Gründer und Inhaber des „Tretschok Fußball-Zentrum“ und als solcher insbesondere mit seinen Trainingscamps bei Fußballvereinen in den neuen Bundesländern unterwegs. Dank der Unterstützung der Sparkasse Meißen können die Kinder an den beiden Tagen kostenfrei am Camp teilnehmen. 

Das Engagement liegt aber mit Sicherheit auch am Grundinhalt der Einheiten: „Fußball und Fair Play“ hat sich Rene Tretschok in den rund 25 Jahren seines Einsatzes für den Nachwuchs auf die Fahne geschrieben. „Integration durch Sport“, die der Deutsche Olympische Sportbund anstrebt, gehört zu den Unterstützern.

René Tretschok hat das Equipment seiner Camps in den letzten Monaten um zwei eigens konzipierte Anlagen erweitert. Die vier Tore in der Halle sind mit unterschiedlichen Farben versehen. „Das hilft beim schnellen Orientieren und der Koordination der Spieler“, sagt der Ex-Profi. Laufen, passen, stoppen, dribbeln - all das können die 6- bis 10-Jährigen hier ausgiebig „ausleben“. 

Außerhalb der Remontehalle hat das Tretschok-Team, zu dem diesmal vier Trainer zählen, eine Funino-Anlage aufgebaut. „Ich bin ein Verfechter dieser Spielform“, sagt René Tretschok. Denn im Spiel „Drei gegen Drei“ gehe es nicht um den reinen Ergebnisfußball. „Jedes Kind hat beim Funino mehr Erfolgserlebnisse“, glaubt der Routinier.

Generell steht die sportliche Leistung bei diesem Camp nicht allein im Blickpunkt. „Es ist kein Profi-Camp, es soll Spaß machen“, sagt René Tretschok.

Auf das Shakehand unter den Camp-Teilnehmern - normalerweise ein „Ritual, auf das Tretschok stets großen Wert legt – wird in Großenhain diesmal weitgehend verzichtet. Corona zwingt auch hier zu besonderer Vorsicht, Disziplin und Eigenverantwortung. Langweilig wird es sowieso keinem der Großenhainer Nachwuchskicker.

Die jeweils rund 40 Minuten an den drei Stationen vergehen wie im Fluge. Beim Highlight am Sonntag konnten sich dann auch die Eltern davon überzeugen, was ihre Schützlinge aus dem Camp mitgenommen haben. Sowohl im Zusammenspiel als auch hinsichtlich des Fair-Play-Gedankens war beim Fair-Play-Turnier auf einer Socceranlage vom Landessportbund Sachsen jede Menge zu sehen.

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