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Was macht der Eisbär in der Kirche?

Der fellige Geselle ist in das Wantewitzer Gotteshaus eingezogen. Und wünscht sich Bilder, die dann zur Freude der Menschen im Dezember verschenkt werden.

Na wer schaut denn da hervor: Der freundliche Eisbär, bekannt durch das Projekt "Bärenstark" hat in der Wantewitzer Kirche sein Winterquartier bezogen.
Na wer schaut denn da hervor: Der freundliche Eisbär, bekannt durch das Projekt "Bärenstark" hat in der Wantewitzer Kirche sein Winterquartier bezogen. ©  Foto: Kristin Richter

Wantewitz. Zu hören ist nichts. Absolut gar nichts. Lediglich der Wind schleicht um das Gebäude herum, welches anmutig auf den Höhen von Wantewitz thront. Aber auch in der Kirche selbst herrscht Ruhe. Kein einziger Besucher sitzt in den Reihen oder steht andächtig vorm Altar.

Kein Wunder auch. An Vormittagen wie diesem, so mitten in der Woche, ist das nun keine Seltenheit. Nur jene, die gerade mal in der Gegend sind und sich das geschichtsträchtige Gotteshaus doch einmal von innen anschauen wollen, öffnen die knarzende Tür. Vielleicht auch manch Einheimische, welche die Stille genießen wollen - und von der gibt es reichlich.

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Dennoch: Wer den Eindruck hat, er könne möglicherweise nicht allein im Raum stehen, hat so unrecht nicht. Ein kurzer Blick entlang der Wände, vorbei am Altar und schließlich hinauf zur Empore. Doch was ist das? Schon ist die Überraschung perfekt. Denn da oben hockt er. Groß, fellig und einfach unübersehbar. Ein Eisbär, freundlich dreinblickend, die Pfote beinah winkend zum Gruß.

Doch keine Frage. Einen Grund, in Panik zu verfallen und jetzt schreiend aus der Kirche zu laufen, gibt es wohl nicht. Dieser fellige Geselle ist mit Sicherheit ein Lieber seiner Spezies und bestimmt in guter Mission unterwegs. "Und das ist er natürlich wirklich! Schließlich haben wir ihn seinerzeit gewissermaßen selbst erschaffen und Eigenschaften mit auf den Lebensweg gegeben, die niemanden und erst recht nicht Kindern Angst machen sollen", erklärt Sebastian Zehme.

Gemeinsam mit einem Team von 15 engagierten und kreativen Leuten entwickelte der Lenzer Pfarrer mit seiner Frau Sarah vor über drei Jahren das Projekt "Bärenstark". Eines, das vor allem ein Angebot für Familien sein soll. Sich Zusammenfinden, ins Gespräch kommen und entspannt Zeit miteinander verbringen, fernab der herkömmlichen Freizeitbeschäftigungen.

Unübersehbar, inmitten einer herrlichen Landschaft, ist die Wantewitzer Kirche zu finden. Und in ihr ein felliger Geselle, der hier sein Winterquartier bezogen hat.
Unübersehbar, inmitten einer herrlichen Landschaft, ist die Wantewitzer Kirche zu finden. Und in ihr ein felliger Geselle, der hier sein Winterquartier bezogen hat. © Foto: Kristin Richter

Ein Miteinander, das es in dieser Form seit Wochen indes schon wieder nicht mehr geben kann. Bereits im Frühjahr musste das Großenhainer Kirchspiel auf etwaige "Bärenstark"-Veranstaltungen verzichten und versuchte auf anderen Kanälen - etwa über Podcasts - die Menschen zu erreichen. Und auch jetzt haben sich die Frauen und Männer etwas einfallen lassen. Leider sei es ja gegenwärtig nicht möglich, zu "bärenstark" in eine der hiesigen Kirchen einzuladen.

Der Eisbär, so weiß Sebastian Zehme, wolle aber gern die Menschen, die ihn sonst besuchten, sehen. Und mehr noch! "Er wünscht sich, dass ihm alle kleineren und größeren Künstler ein Bild malen! Unter dem Motto "der Eisbär und ich" kann dieses Bild dann in der Wantewitzer Kirche aufgehängt werden", erklärt Sarah Zehme. Schließlich sei der plüschige Knuddel auch hier zu finden, wo er tatsächlich sein Winterquartier bezogen habe. Der Bär freue sich über jedes Bild und deshalb bekämen alle, die ihm eines malten, bei der nächsten Bärenstark-Zusammenkunft als Anerkennung auch ein kleines Geschenk.

Alle in Wantewitz vorbeigebrachten Kunstwerke werden ab dem 1. Advent eingescannt und in einer kleinen Online-Galerie auf der Homepage des Kirchspiels ausgestellt. Und das Allerschönste: Im Dezember würden dann die Bilder Stück für Stück an Menschen weiter verschenkt, die sich genauso wie der Bär über einen lieben Gruß freuen. Gerade jetzt in diesen Tagen. Gerade jetzt, wo bärenstarke Kräfte von Nöten sind.

www.kirchspiel-grossenhain.de

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