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Zwinger-Karpfen logieren in Zschorna

Die gut 300 Exemplare, welche vor zwei Wochen aus dem bekannten Dresdner Teich gefischt wurden, erfreuen sich bester Gesundheit – und warten auf den Verkauf.

Toni Sachse von der Teichwirtschaft Zschorna ist sehr zufrieden. Es war eine gute Saison für die Karpfen, welche unter anderem auch Anfang Oktober aus dem Dresdner Zwingerteich gefischt wurden.
Toni Sachse von der Teichwirtschaft Zschorna ist sehr zufrieden. Es war eine gute Saison für die Karpfen, welche unter anderem auch Anfang Oktober aus dem Dresdner Zwingerteich gefischt wurden. © Foto: Kristin Richter

Zschorna. Noch ist es nicht soweit. Noch sind die einstigen Landeshauptstädter dort, wo sie sich am wohlsten fühlen. Nachdem die gut 300 Karpfen am 12. Oktober aus dem Zwingerteich gefischt worden waren, schwimmen sie nun sichtlich vergnügt in den Hälteranlagen der Teichwirtschaft Zschorna bei Thiendorf.

Auch Toni Sachse ist hörbar guter Dinge. Wie der Geschäftsführer des traditionsreichen Unternehmens betont - es bewirtschaftet insgesamt 30 Teiche zwischen Rammenau, Zschorna, Naundorf bei Meißen und Zittau - habe der Dresdner Zwingerteich auch in diesem Jahr wieder eine gute Ausbeute geliefert. 

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Im Gegensatz zu manch anderen Teichen nicht von der Regenmenge abhängig, gerate er nie in die Gefahr, auszutrocknen. Die Tiere könnten sich optimal entwickeln und würden durch die wöchentliche Fütterung mit Getreide und den Extrahäppchen der Zwingerbesucher ein stattliches Gewicht auf die Waage bringen. Von den spendablen Gästen mit Brotkrumen versorgt, seien die Fische auch dieses Mal zwischen zwei und drei Kilogramm schwer.

Im Zwingerteich würden vor allem Spiegelkarpfen gezüchtet. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Schuppenkarpfen hätten diese nur wenige Schuppen, die unregelmäßig verteilt und recht groß wären. Als solches sei er der Favorit auf den Speisetellern und in ganz Europa beheimatet. 

Ein guter Fang: Noch ist die Teichwirtschaft mit dem Abfischen der von ihnen bewirtschafteten Gewässern zwischen Rammenau, Zschorna, Naundorf bei Meißen und Zittau beschäftigt.
Ein guter Fang: Noch ist die Teichwirtschaft mit dem Abfischen der von ihnen bewirtschafteten Gewässern zwischen Rammenau, Zschorna, Naundorf bei Meißen und Zittau beschäftigt. © Foto: Kristin Richter

Bevor die sächsischen Leckerbissen tatsächlich im Hofladen der Teichwirtschaft und später in der Pfanne ihrer Käufer landen, dürfen sie in den kommenden Wochen noch ein wenig ihre Kreise drehen. Ein Privileg, was einen ernsthaften Hintergrund habe. "Früher war es durchaus üblich, dass die Fische gewissermaßen aus dem Netz in die Küche wanderten. Ein großer Fehler, denn nicht grundlos sollte der Fang lieber noch die vielzitierte Runde in der Badewanne drehen", erinnert Toni Sachse und lacht.

Nicht selten würden sich die Kiemen der Fische mit Schlamm füllen. Jene, die bisher im Zwingerteich zu Hause waren, hätten davon erfahrungsgemäß nicht allzu wenig abbekommen, weil das abflusslose Gewässer von jeher sehr schlammig ist. Damit der Karpfen dann tatsächlich nach Karpfen und eben nicht nach Schlamm schmecke, seien ihm noch ein paar Wochen der Entschlammung gegönnt.

Ab Anfang November wäre es dann jedoch für die Zwinger-Fische ebenso soweit wie für alle anderen, die von der Teichwirtschaft an Land gezogen worden sind. Besonders in den kälteren Monaten und natürlich zur Weihnachtszeit sowie Silvester würde der Liebling in hiesigen Küchen in größeren Mengen über die Ladentheke wandern. 30 bis 40 Tonnen produziert die Zschornaer Teichwirtschaft jährlich. Hinzu kämen noch Schleie, Hecht, Wels, Zander und Lachsforelle. Insgesamt eine leckere Vielfalt, die da noch in den kommenden Wochen an Land befördert werde. 

Wie viele Tonnen Fisch es letztlich 2020 werden, kann Toni Sachse momentan nur vermuten. Insgesamt betrachtet sei dieses Jahr eigentlich kein schlechtes gewesen. Andere Berufskollegen habe es da aufgrund des stetigen Wassermangels seit 2019 viel schlimmer erwischt. In den Teichen der Zschornaer hätten sich die Fische jedoch gut entwickelt. Wie viele Tiere am Ende jedoch wirklich auf dem Sortierband zappeln und in den Hälteranlagen landen, werde man sehen. Fest stehe zumindest: Die stattlichen Karpfen des Dresdner Zwingerteiches sind schon da.     

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