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Großhennersdorf hat eine Boulderwand

Der Sportverein hat sich einen großen Traum erfüllt und verfolgt mit der neuen Attraktion ein cleveres Ziel.

Die fünfjährige Greta testet die neue Boulderwand in der Großhennersdorfer Turnhalle. © Foto: Rafael Sampedro

Die Hände der fünfjährigen Greta umfassen die roten und gelben Knubbelgriffe. Klettern will das kleine Mädchen aus der Kindersportgruppe beim TSV Großhennersdorf. Und das kann die Kleine nun auch in der Turnhalle. Denn der Verein hat sich den Traum erfüllt und eine sogenannte Boulderwand, eine Wand zum Klettern, errichtet. "Wir wollten schon seit Längerem Abwechslung in den Kindersport bringen und vor allem die Beweglichkeit und Koordination der Kinder fördern", erklärt Eckehard Dutschke vom Verein die Hintergründe. Dass es etwas Ausgefallenes wie eine Boulderwand geworden ist, war dann am Ende eher dem Zufall zu verdanken: "Mit meiner Familie waren wir im Winter 2017 in der Trampolinhalle in Dresden", erklärt Dutschke, der damals fasziniert festgestellt hat, dass die Wand zwar einfach aussieht - aber gar nicht so leicht zu bezwingen ist.

Die neue Kletterwand in der Großhennersdorfer Turnhalle zu erklimmen, ist inzwischen schon einigen Kindern gelungen - und auch Bürgermeister Willem Riecke (Herrrnhuter Liste) hat persönlich den Klettertest bei der Einweihung vor wenigen Tagen gemacht. Die große Hürde der Finanzierung hat der Verein allerdings ganz allein clever gemeistert: Anfang 2018 hatte das Management des Leader-Förderprogrammes in der Region Kottmar einen Ideenwettbewerb für Vereine ausgeschrieben. Die 15 besten Ideen sollten mit 2.000 Euro prämiert werden. "Unser Vorsitzender Roland Engler hat unser Anliegen dann eingereicht und wir sind ausgesucht worden", schildert Dutschke. Zugleich hat der Verein einen Antrag auf investive Sportförderung bei der SAB gestellt und ebenfalls grünes Licht erhalten. Die Eigenmittel der insgesamt rund 11.000 Euro teuren Wand hat der Verein schließlich selbst über Veranstaltungen und Feste wie die Sport- und Kulturtage erwirtschaftet.

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Gipfel erklommen: Herrnhuts Bürgermeister Willem Riecke hat die neue Kletterattraktion in Großhennersdorf bei der Einweihung gleich mal selbst getestet. © Foto: Rafael Sampedro

Mit der bunt bestückten Kletterwand hoffen die Großhennersdorfer nun, den Nachwuchs vor Ort zu begeistern: Seit 2011 hat der TSV eine Abteilung für Kindersport - die Idee kam vom Landessportbund, der so die Nachwuchssorgen der Vereine mindern helfen wollte. Inzwischen ist die Idee auf drei Kindersportgruppen mit insgesamt 65 Kindern angewachsen, bestätigt Eckehard Dutschke. Dazu braucht der Verein aber auch Übungsleiter - und nach der Babypause stehen gleich zwei Trainerinnen  - nun glücklicherweise eine Physiotherapeutin und ein Lehrer zur Verfügung, die auch die Übungsleiterausbildung absolvieren werden. Ein Glücksfall für den Verein mit seinen rund 190 Mitgliedern, die hier in der Freizeit neben Gymnastik auch Badminton, Volleyball und Fußball trainieren.

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