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Gründer der Oybiner Ritterspiele ist gestorben

Am Dienstag hat der 57-jährige Mario Kahl den Kampf gegen den Krebs verloren. Sein Vermächtnis: Es soll weitergehen.

Ritterspiele-Gründer Mario Kahl ist gestorben. © Rafael Sampedro

Die Oberlausitz hat einen engagierten Macher verloren: Der Mitbegründer der Oybiner Ritterspiele und des Awego-Stuntteams, Mario Kahl, hat am Dienstagmorgen den Kampf gegen seine lange, schwere Krebserkrankung verloren. Er ist 57 Jahre alt geworden. "Mario hat bis zuletzt gekämpft und immer gehofft, dass er es schafft", sagt sein Bruder Holger Kahl. "Wir sind sehr traurig."

Gemeinsam gründen die Brüder aus Großschönau gleich nach der Wende auf dem elterlichen Bauernhof eine Reitschule. Mario Kahl studiert Pferdezucht und Pferdesport. Schauspielschüler lernen beim ihm das Reiten, verwegenen jungen Männern bringt er bei, wie man als Stuntman vom Pferd fällt. Mario Kahl ist selbst einer dieser Verwegenen. Bis es seine Krankheit nicht mehr zulässt, arbeitet er jeden Sommer als Stuntman bei den Störtebecker-Festspielen auf der Insel Rügen. Ein harter Job, der zu seiner Leidenschaft wird und den er trotz blauer Flecke und mancher Verletzung immer mit Humor nimmt: "Wenn man in siebzig Vorstellungen vom Pferd gefallen ist, immer auf dieselbe Stelle, dann weiß man, was man gemacht hat", so hat er es einmal beschrieben.

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1992 pachten die Brüder ein Stück Wiese am Fuße des Oybin und legen eine Naturbühne an: Es ist die Geburtsstunde der Oybiner Ritterspiele. 20 Jahre lang begeistern sie Tausende Zuschauer mit immer professionelleren Aufführungen. Die Stücke erzählen mit viel Witz und atemberaubenden Stunts Geschichten von den guten und den bösen Rittern aus dem Mittelalter der Oberlausitz - jedes Jahr eine neue.

"Mario hat gewollt, dass es weitergeht", sagt Holger Kahl. Sein Vermächtnis wolle die Familie deshalb in seinem Sinne fortführen. Und so wird es auch bei der geplanten Premiere eines neuen Theaterstücks aus der Feder von Holger Kahl bleiben, die am 12. April  im "Roaperradl" in Hainewalde geplant ist. "Wir haben zuerst überlegt, ob wir das absagen", sagt er, "aber das hätte Mario nicht gewollt."

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