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Grüne offen für Bündnis mit Rot-Rot

Die Wunden der Bundestagswahl sind geleckt. Nun schauen die Grünen in Sachsen auf die Landtagswahl 2014. Irgendwann müssen sie Farbe bekennen.

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© ZB

Dresden. Sachsens Grüne sind offen für ein Bündnis mit Linken und Sozialdemokraten. Bereits jetzt gebe es eine gute und pragmatische Zusammenarbeit, sagte Parteichef Volkmar Zschocke am Mittwoch in Dresden. Allerdings werde sich die Partei weiter von inhaltlichen Übereinstimmungen leiten lassen, betonte Claudia Maicher, die mit Zschocke eine Doppelspitze bildet. „Die Grünen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Regieren um jeden Preis komme aber nicht in Frage. „Unser Lager ist grün“, sagte Maicher. Bei der Landtagswahl 2014 wolle man nicht nur Stammwähler erreichen, sondern auch Linke, Liberale und Nichtwähler. Nach Angaben der Parteispitze gehen die Grünen mit zwei Spitzenkandidaten ins Rennen. Die Nominierung soll im März folgen.

An diesem Samstag wollen die Grünen auf einem Parteitag in Dresden unter anderem einen Leitantrag behandeln. Er trägt den Titel „Sachsens Chancen nutzen - Selbstbewusst grün“. Die Grünen sehen viel Potenzial im Freistaat ungenutzt und halten der CDU/FDP-Koalition vor, eine allein auf Machterhalt ausgerichtete Politik zu betreiben. „Wir machen Politik für die Zukunft Sachsens und nicht für eine Koalition“, heißt es im Antrag. Darin setzt sich die Partei auch mit Ursachen für die Wahlschlappe zur Bundestagswahl auseinander. Es sei klar geworden, dass klassischer Wahlkampf Rot-Grün gegen Schwarz-Gelb nicht mehr funktioniere. Für viele Projekte der Grünen gebe es gesellschaftliche Mehrheiten, es sei der Partei aber nicht gelungen, für diese Wähler „einladend“ zu sein.

Die Grünen hatten bei der Bundestagswahl am 22. September in Sachsen nur 4,9 Prozent der Zweitstimmen bekommen (2009: 6,7). Bei der Landtagswahl 2009 im Freistaat waren es 6,4 Prozent. Die Grünen haben nach eigenem Bekunden momentan 1308 Mitglieder, die meisten davon in Leipzig (369) und Dresden (344). Beim Parteitag in Dresden wird auch die frühere Bundesvorsitzende Claudia Roth erwartet. (dpa)