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Grundschule mit Baukran

Die Arbeiten am Erweiterungsbau für die Schule laufen jetzt auf Hochtouren. Auch für die Schüler ist das spannend.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

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Weinböhla. Viel ist auf der Köhlerstraße nicht zu sehen von den Bauarbeiten. Ein großer Kran dreht sich immer mal wieder am Schulgebäude. Die Baustelle selbst ist mit hellen Planen abgespannt. Lautes Reden dahinter – gerade ist Pause für die über 450 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Weinböhla. Sehen können sie wegen der Planen vom Schulhof aus kaum was vom Baugeschehen. Dafür aber aus den Fenstern der hinteren Räume des Hauptgebäudes. Da lässt sich der Baufortschritt gut verfolgen. Jetzt ist sogar schon zu erkennen, wo mal die Zimmer liegen, sagt Schulleiterin Carola Münster.

Das freut auch Christoph Krzikalla, im Weinböhlaer Bauamt für den Hochbau zuständig. Der offizielle Start der Arbeiten war mit einigen Problemen verbunden. Wegen des Baugrundes. In tieferen Ebenen wurde was anderes gefunden als vermutet und im Baugrundgutachten ausgesagt. Nämlich Sandboden, durchmischt mit Einschlüssen, statt gewachsener Boden. Was nicht nur die Entsorgungskosten erhöhte, sondern auch zu zeitlichen Verzögerungen führte. Die Höhe der Kosten weiß Christoph Krzikalla erst, wenn die konkreten Mengenangaben bekannt sind. Eines aber ist klar: Der Bau liegt trotzdem in Zeitplan.

Momentan werden die Streifenfundamente für den frei stehenden eingeschossigen barrierefreien Neubau – rund 650 Quadratmeter groß – gefertigt. Die Bauarbeiter setzen die Schalungswände, Beton und Bewehrungsstahl kommen hinein. So nehmen die Umrisse der künftigen Klassenräume Gestalt an. Interessiert beobachtet von Schülern und Lehrern. Die Erweiterung wird sehnlich erwartet. Damit in der fünfzügigen Schule, größte Grundschule im Landkreis, endlich genügend Platz ist für alle Kinder und die Doppelbelegung der teilweise nur 50 Quadratmeter-Räume durch Schule und Hort beendet wird.

Die fünf Fachkabinette im Neubau können mit anderen Maßen aufwarten. Sprachkabinett sowie die Räume für Ethik- bzw. Religionsunterricht, Kunsterziehung, Sachunterricht und Musik messen jeweils 70 Quadratmeter. Plus weitläufigem hellen Foyer mit Lichtband. Jeder Klassenraum verfügt über eine zusätzliche Ausgangstür ins Freie. Die aber nur im Fluchtfall öffnet. Als erster Fluchtweg. So können im Foyer, Fluchtweg zwei, offene Garderoben angebracht werden. Was sonst – müsste es als erster Fluchtweg dienen – nicht ginge. Da wären nur Metallspinde erlaubt, um eine mögliche Brandlast zu vermeiden.

Bis dahin muss viel gebaut werden. Den Fundamenten folgt voraussichtlich übernächste Woche die Bodenplatte – das Haus ist nicht unterkellert. Zuvor werden die Grundleitungen verlegt, fürs Abwasser. Strom und Trinkwasser kommen über den Hausanschlussraum.

Mit dem Rohbau beauftragt ist das Radeburger Unternehmen Fuhrmann. Die Firma übernimmt noch ein zweites Los, den Tiefbau in den Außenanlagen, sie wird beispielsweise Rigolen für die Regenwasser-Entwässerung anlegen. Die Schulhofgestaltung ist ein Thema, das noch entwickelt wird, sagt Christoph Krzikalla. Unter anderem um festzulegen, wo die wegen der Baumaßnahme entfernten und eingelagerten Spielgeräte wieder aufgestellt werden. Auf jeden Fall sei es schon mal gelungen, den Baumbestand zu erhalten. Weil der Baukörper ein Stück weiter weg vom Haupthaus entsteht als anfangs geplant.

Bis Juni 2019 soll das Gesamt-Vorhaben abgeschlossen sein. Der Hochbau-Spezialist hofft auf passendes Wetter. Bauwetter wie derzeit, Schnee zeitigstens Ende Januar. Damit das 1,6-Millionen-Euro-Projekt planmäßig gelingt. Gefördert zu 40 Prozent übers Freistaat-Programm schulische Infrastruktur. Dazu soll Fördergeld aus dem Schulhausbau-Budget – der Landtag hat entsprechende Landesmittel beschlossen – kommen. Das beantragt die Gemeinde jetzt bei der Sächsischen Aufbaubank. Auch die 70 000 Euro Kommunal-Pauschale, von den Weinböhlaern dem Schulerweiterungsbau zugedacht, sind noch zu beantragen.

Die Schulleiterin sagt, man habe erst Angst vor dem Baulärm gehabt. Aber im Moment sei es ganz entspannt. Sie hofft, dass das so bleibt. Carola Münster: Wir vertragen uns mit den Bauleuten gut.