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Grundstücke warten auf Käufer

Wo früher Getränke-Boden stand, sollen nun Wohnhäuser entstehen. Dabei spielte auch der Zufall eine Rolle.

© Sebastian Schultz

Von Stefan Lehmann

Riesa. Ein paar Grasbüschel trotzen noch der Sommerhitze, doch davon abgesehen ähnelt das Grundstück an der Pausitzer Straße einer Wüste – bis jetzt. Wenn es nach Benno Reusch geht, dann könnte der nackte Boden gar nicht schnell genug verschwinden. Der Dresdner ist für die Firma Immosuch damit beschäftigt, Käufer für das Gelände zu finden, auf dem in der Vergangenheit noch die Firma Boden Getränke, Essig und Liköre abgefüllt und verkauft hatte.

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Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen in Riesa ein Grundstück an den Mann oder die Frau zu bringen versucht. Einmal allerdings stand man kurz davor, erzählt Reusch. Damals ging es um die Flächen an der Segouer Straße. Noch unter Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer (CDU) hatte er für einen Investor vorgefühlt, ob das Grundstück zu kaufen sei. Das Geschäft verlief im Sande, später erhielt die Wohnungsgesellschaft den Zuschlag für das Gelände – was den Investor wiederum aufregte. Davon erfuhr auch die Erbengemeinschaft, der das weitläufige Grundstück an der Ecke Am Kuffenhaus/Pausitzer Straße gehört. „Aufgrund eines Zeitungsartikels kamen sie dann auf uns zu und fragten, ob wir nicht stattdessen Interesse an diesem Grundstück hätten“, sagt Benno Reusch.

Das Interesse war durchaus vorhanden. Besonders günstig sei gewesen, dass bereits viele Gebäude auf der Fläche standen. „Es wird also keinesfalls mehr Fläche versiegelt als vorher, das Baurecht war deshalb leicht zu klären. Wenn Sie erst einen Bebauungsplan brauchen, müssen Sie schnell mal mit zwei Jahren rechnen, ehe es losgeht.“ So entwickelt Immosuch also nun das Gelände in Pausitz, statt in Weida – wenn auch mit einem anderen Investor. Der kommt aus Königsstein und ist derzeit auch in Meißen mit einem ähnlichen Bauvorhaben befasst: Die EF Projekt- und Grundstücksentwicklungs-GmbH baut dort in der Nossener Straße Wohnhäuser. „Wer sich anschauen möchte, wie es möglicherweise in Riesa mal aussehen könnte, der braucht nur nach Meißen zu fahren“, sagt Benno Reusch.

Möglicherweise ist das Stichwort, denn grundsätzlich entscheide die Nachfrage. Zunächst geplant seien sechs Grundstücke, wobei im vorderen Teil in Richtung Pausitzer Straße drei Mehrfamilienhäuser mit je drei Eigentumswohnungen entstehen könnten. Der hintere Teil ist Bauland, hier könnten drei Einfamilienhäuser gebaut werden. Kaufpreis: 90 Euro pro Quadratmeter. Aber das hänge eben davon ab, ob sich beispielsweise auch Käufer für Eigentumswohnungen finden. Falls nicht, sei auch denkbar, ausschließlich Bauland zu verkaufen.

In jedem Fall soll zwischen den Grundstücken eine Stichstraße verlaufen und das Gelände so mit der Straße Am Kuffenhaus verbinden. „Das Grundstück ist beräumt, die Straßenplanung in Auftrag gegeben. Jetzt sind noch einige Abstimmungen mit der Stadt fällig“, erklärt Reusch. Bis Ende Juni werde das wohl noch dauern, weil unter anderem noch vermessen werden muss. Wegen des Verkehrs an der nahen Pausitzer Straße macht sich Reusch keine großen Sorgen. „An der Straße wird eine Lärmschutzwand aufgestellt.“ Die soll möglichst auch optisch etwas hermachen. „Ich plädiere für Sandstein. Das sieht besser aus als diese einfachen Holzwände. Ich hoffe, dass ich den Investor davon überzeugen kann.“ Fehlen eigentlich nur noch die Kaufinteressenten. Erste Gespräche hat Reusch bereits geführt, sagt er. Konkret sei aber noch nichts. Beunruhigen lässt sich Reusch davon aber nicht. Erfahrungswerte. „Sobald hier gebaut wird, ändert sich das. Die Leute warten meistens erst mal ab, sie wollen sehen, dass es auch losgeht und wirklich etwas passiert.“