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Händler helfen Faschingskindern

Prinzessinnen, Mäuse, Sheriffs und Löwen waren gestern auf der Bahnhofstraße unterwegs. An einigen Stellen wurden sie ganz besonders erwartet.

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© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Radebeul. Wären sie am gestrigen Dienstag nicht über die Bahnhofstraße in Radebeul-West gelaufen, hätte dort vielleicht kaum jemand was vom Fasching bemerkt. Doch so zogen am Vormittag etwa 80 Mädchen und Jungen aus der Kita Sonnenland der Volkssolidarität lustig verkleidet durch die Einkaufsstraße. Feuerwehrmann, Löwe, Prinzessin, Maus und Batman versammelten sich vor dem Uhren- und Schmuckgeschäft Fahlbusch und Jannys Eis. Dort gab es nicht nur was zu trinken – der Kinderapfelpunsch war gut nachgefragt –, sondern auch süße Knabbereien.

Fasching ist in der Kita Sonnenland auf dem Gradsteg immer ein ganz besonderes Ereignis, sagt Leiterin Silvia Kühn, die als Pirat unterwegs war. Am Rosenmontag wird ausgiebig in der Kita gefeiert, da stehen viele Spiele auf dem Programm. Und am Dienstag geht es hinaus zum Umzug durch die Stadt.

Der sollte diesmal etwas anders ausfallen, so die Idee einer der acht Erzieherinnen. Also nicht nur als Gang durch die Straßen, sondern mit Halt hier und da vor einem Geschäft, das sich an der Aktion beteiligt. Und das mit einem roten Luftballon anzeigt. Deshalb sprachen die Erzieherinnen verschiedene Händler an. Auch Gabriele Förster von Uhren und Schmuck Fahlbusch. Der Plan der Kita: Sie bringt Bonbons vorbei, die dann an die Kinder verteilt werden können.

Kinderpunsch und Süßes

Das ließ Gabriele Förster keine Ruhe. Früher war das doch ganz anders, sagt die Geschäftsfrau. Da hat die Mutter zur Fastnacht gesagt, bring’ mal vom Bäcker 30 Pfannkuchen mit und noch ein paar Süßigkeiten. Das gab es dann für die kostümierten Kinder, die vorbeikamen. Da müsse man sich doch auch heute was einfallen lassen, um den Kindern eine kleine Freude zu machen. Gesagt, getan. In ihrem Nachbarn Peter Pförtzsch von Jannys Eis fand Gabriele Förster gleich einen Mitstreiter.

Obwohl er noch Winterpause hat und sein Geschäft erst in einer Woche wieder öffnet, war er mit von der Partie. Gemeinsam boten die Ladenbesitzer Kinderpunsch und Süßes wie Kekse und Gummibärchen an, dazu die Bonbons aus der Kita. Peter Pförtzsch hatte sich noch etwas Besonderes ausgedacht: Für Jannys Eröffnungstag, den 18. Februar, erhielten Kinder und Erzieherinnen einen Gutschein für eine Kugel Eis.

Die Faschingskinder im Alter von knapp einem bis sechs, sieben Jahre ließen es sich schmecken. Da störte es nicht, dass dem Mäuschen plötzlich die Ohren fehlten und eine Prinzessin ganz laut auf der Tröte blies. Nicht wenige Passanten blieben stehen, um sich die fröhliche Truppe von Nahem anzusehen. „Da würden wir auch noch mal mitmachen“, sagte ein älterer Herr zu seinem Nebenmann. „Wir ziehen jetzt noch zur Elbe, dort wartet Clown Quatschdideldatsch mit Luftballons“, erklärte die Kita-Leiterin.

Vorher sollte es bei Eisenwaren Lindner und den Haarweibern vorbei gehen. Bei Optiker Pätzig auf der Moritzburger Straße war der Tross schon. „Viel Spaß“, wünschte eine lächelnde Dame. Und den hatten die tierischen und märchenhaften fantasievollen Figuren offensichtlich.

Dazu gehört nicht viel, das ist kein großer Aufwand, sagt Monika Förster. Aber eine Geste. Auch so wollen die Händler auf die Bewohner in ihrem Stadtteil zugehen. Wie mit dem nächsten Frühjahrsspektakel am 23. April. Das soll besonders auf Kinder ausgerichtet werden.