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Händler hoffen auf bessere Umsätze

Der Mischwarenmarkt vorm Bautzener Rathaus läuft nicht: hohe Standgebühren, kaum Einnahmen. Die Alternative heißt Kornmarkt

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© Uwe Soeder

Von Madeleine Arndt

Bautzen. Es ist ein Versuch. Nächstes Jahr sollen Grün- und Mischwarenmarkt donnerstags auf dem Kornmarkt stattfinden. Denn auf dem Pflaster vom Haupt- und Fleischmarkt läuft es sich für Ältere schwer. Mehr Kundschaft erhoffen sich die Händler des Mischwarenmarktes von dem Umzug. Sie stehen donnerstags auf dem Hauptmarkt und haben dort immer größere Sorgen.

„Bautzen ist ein Verlustgeschäft“ , sagt Marion Krüger. Die Textilhändlerin aus Eilenburg ist seit 18 Jahren auf dem Markt, der früher brechend voll gewesen sei. Mittlerweile kommt sie nur noch einmal im Monat. Der Umsatz ist so schlecht, dass sie manchmal kaum die Standgebühr erwirtschaftet. Die hat es in sich: 51,47 Euro verlange die Stadt, in Dresden bezahle sie nur 22,64 Euro. Weil in Bautzen nach Quadratmetern berechnet wird, lässt Marion Krüger inzwischen viel Ware im Auto.

„Hier: viel Standgebühren und wenig Umsatz, in anderen Städten wenig Gebühren und viel Umsatz“, sagt Mohammad Basharat. Der Pakistaner, der Shirts und Hosen verkauft, versteht nicht, warum gerade Bautzens Pflaster so teuer ist. Ähnlich geht es der Vietnamesin Tran Quoc Dang vom benachbarten Textilstand. Rund 50 Euro zahlen sie und ihr Mann pro Markttag. Dagegen sitzt bei den Kunden das Geld längst nicht mehr so locker.

Die hohen Standgebühren haben viele Händler verschreckt, ist Albrecht Hänsel, der Haushaltswaren anbietet, überzeugt. Aber: Um gut zu verkaufen, müsse man die Ware auch gut präsentieren können. Ein Dilemma. „Kann man hier nicht auch Obst und Gemüse kaufen“, fragt plötzlich eine Kundin bei den Haushaltswaren. Albrecht Hänsel zeigt rüber zum Fleischmarkt, wo die Lebensmittelhändler stehen. Die Frau ist sichtlich irritiert. Sie hätte schwören können, dass auf dem Hauptmarkt auch donnerstags Grünmarkt ist – und nicht nur an Dienstagen und Sonnabenden.

„Ja, es ist sehr auseinandergerupft“, bewertet Taschenmann Enrico Werner den Donnerstagsmarkt. Er begrüßt es deshalb sehr, wenn auf dem Kornmarkt bald alle Händler mit ihren Waren vereint sind. So bunt gemischt, das mache den Markt attraktiv. Seit 24 Jahren ist der Freitaler als Händler unterwegs. Anfangs habe er schwer den wöchentlichen Platz in Bautzen bekommen. Weniger Stammkunden, kaum Touristen und hohe Gebühren haben den Markt jedoch schrumpfen lassen.