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Hand in Hand mit der Terrorgruppe

© Fabian Schröder

Zwei Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ müssen sich nun vor dem Landgericht verantworten.

Dresden. Nach den mutmaßlichen Rechtsterroristen der Gruppe Freital beginnt nun ein zweiter Prozess gegen zwei Mitglieder einer rechtsextremen Schlägergruppe in Dresden. Ein Jahr lang soll die Freie Kameradschaft Dresden (FKD) gezielt Ausländer, Andersdenkende und Flüchtlingsheime angegriffen haben. Die 19 und 27 Jahre alten Angeklagten müssen sich ab Freitag kommender Woche wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts Dresden verantworten. Ihnen werden auch Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.

Laut Anklage waren die beiden Dresdner gemeinsam mit weiteren Mitgliedern ihrer Neonazi-Kameradschaft unter anderem im August 2015 an den Krawallen vor der Asylunterkunft in Heidenau beteiligt. Im Oktober 2015 sollen sie mit der Gruppe Freital das linksalternative Wohnprojekt „Mangelwirtschaft“ in Dresden-Übigau angegriffen haben. Als „kleine Bürgerwehr“ sollen die Männer auch noch im August 2016 auf dem Dresdner Stadtfest gezielt Ausländer gejagt, attackiert und zum Teil schwer verletzt haben.

Beide Angeklagte sitzen seit November 2016 in Untersuchungshaft. Der jüngere war erst im Juni 2016 für weitere Taten mit FKD-Bezügen verurteilt worden. Da den Männern „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ vorgeworfen wird, findet der Prozess vor der dafür zuständigen Staatsschutzkammer statt. Das Gericht hat für den Prozess zunächst sechs Verhandlungstage bis zum 11. Juli geplant.

Insgesamt sollen knapp 20 Mitglieder zur FKD gehören. Es gibt inzwischen eine neue zweite Anklage gegen fünf Männer im Alter von 22 bis 29 Jahren und eine Frau (27), denen teilweise dieselben Taten vorgeworfen werden. (SZ/lex)