Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Heimatgefühl auf Hochglanz

Wandkalender sind beliebt bei den Görlitzern. Bei denen mit Görlitz-Motiv wird die Auswahl immer größer.

Teilen
Folgen
NEU!
© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Sabrina Winter

Görlitz. Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone. Sich dort einen Termin einzutragen, dauert nicht lange. Ein paarmal auf den Bildschirm geklickt und das Handy erinnert zur richtigen Zeit an den richtigen Termin. Da braucht niemand mehr einen Kalender aus Papier. Oder doch? Ja, sagen die Görlitzer Händler. So einen Kalender brauche jeder – auch in unserer digitalen Zeit. Das fängt schon beim Schüler an, der sich seine Hausaufgaben notieren muss. Je nach Bedarf bekommt man Terminplaner in allen Formaten zwischen A7 und A4. „Die großen nutzen eher Geschäftsinhaber“, sagt Sabine Thomas, Filialleiterin von McPaper auf der Berliner Straße. Die kleinen Buchkalender seien bei Rentnern beliebt. Sabine Thomas hat außerdem beobachtet: „Bei Kalendern sind die Leute konservativ. Manche nutzen jahrelang das gleiche Buch, wenn sie mit dem Modell gut klarkommen.“ Eine beliebte Marke ist zurzeit „paperblanks“. Die kleinen Büchlein sind mit filigranen Mustern verziert und muten edel und künstlerisch an.

Der Neue: Das Lausitzer Druckhaus hat für 2017 erstmals einen Kalender mit Fotografien von Nikolai Schmidt herausgegeben. Viele der Bilder zeigen Görlitz von oben. „Das sieht man nicht so oft“, sagt der Fotograf. Dafür ist er manchen Turm hochgekraxelt, d
Der Neue: Das Lausitzer Druckhaus hat für 2017 erstmals einen Kalender mit Fotografien von Nikolai Schmidt herausgegeben. Viele der Bilder zeigen Görlitz von oben. „Das sieht man nicht so oft“, sagt der Fotograf. Dafür ist er manchen Turm hochgekraxelt, d © Pawel Sosnowski/80studio.net
Das Original: Rainer Kitte war der erste, der nach der Wende einen Görlitz-Kalender herausbrachte. Seit über 20 Jahren hängen seine Görlitzer Motive in vielen Wohnstuben – nicht selten von Görlitzern, die ihre Heimatstadt schon seit Längerem verlassen hab
Das Original: Rainer Kitte war der erste, der nach der Wende einen Görlitz-Kalender herausbrachte. Seit über 20 Jahren hängen seine Görlitzer Motive in vielen Wohnstuben – nicht selten von Görlitzern, die ihre Heimatstadt schon seit Längerem verlassen hab © Pawel Sosnowski/80studio.net
Der Historische: Jedes Jahr im Herbst gibt das Ratsarchiv einen Kalender mit Fotos von Robert Scholz heraus. Ratsarchivar Siegfried Hoche kann aus den Tausenden von Görlitz-Ansichten des berühmtesten Görlitzer Fotografen der Gründerzeit auswählen, der auc
Der Historische: Jedes Jahr im Herbst gibt das Ratsarchiv einen Kalender mit Fotos von Robert Scholz heraus. Ratsarchivar Siegfried Hoche kann aus den Tausenden von Görlitz-Ansichten des berühmtesten Görlitzer Fotografen der Gründerzeit auswählen, der auc © Pawel Sosnowski/80studio.net

Auch Wandkalender sind nach wie vor gefragt. Davon gibt es in Görlitz eine große Auswahl. So kann sich jeder in die Wohnung hängen, was ihm gefällt: Tiere, Strände, Sprüche. Die Hauptsache ist, das Bild ist außergewöhnlich. Ein neuer Trend sind Kalender zum Ausmalen. Malbücher für Erwachsene sind schon seit einigen Jahren im Kommen. Nun haben Kalenderverlage den Trend aufgegriffen.

Bei jungen Menschen sind Sprüchekalender beliebt – besonders die, die sich um ihre Lebenswelt drehen und auf Smartphone, Freunde und Co. anspielen. Petra Kriegel, Filialleiterin bei Thalia, sagt: „Da waren wir überrascht, dass die Nachfrage im vergangenen Jahr so groß war.“ Kinder hingegen können mit Sprüchen nichts anfangen. Sie wollen lieber ihre Filmhelden im Kalender sehen. Da sind die Eiskönigin und „Findet Dory“ angesagt. Schon im Sommer wird manchmal nach Wandkalendern fürs nächste Jahr gefragt.

Ab Ostern gibt es bei Thalia schon die ersten Görlitz-Kalender. Petra Kriegel erklärt: „Dann kommen die ersten Touristen und wollen sich ein Souvenir mitnehmen.“ Die Wandkalender mit Görlitzer Motiven sind beliebt – auch bei Einheimischen. Gern werden sie als Geschenk gekauft und an Verwandte in anderen Teilen Deutschlands geschickt. Bertram Oertel vom Stadtbildverlag sagt: „Die Umsätze bleiben seit Jahren konstant. Besonders zum Altstadtfest nehmen sich die Leute gern einen Fotokalender mit.“ Rainer Niemann von Augusta-Druck gestaltet einen historischen Kalender mit alten Stadtansichten. Er ist Macher und Drucker in einem und weiß, was einen guten Görlitz-Kalender ausmacht: „Man muss sich das Bild einen Monat lang gerne ansehen wollen. Es muss detailreich sein und man muss etwas entdecken können.“ Auch die Bilder müssen abwechslungsreich sein. Ein gutes Mittelmaß zwischen Höhepunkten und nicht so bekannten Ansichten sei da gut. Rainer Kitte vom Kitte-Verlag setzt auf den Wiedererkennungswert seiner Bilder. Er sagt: „Meiner Erfahrung nach hat es keinen Zweck, einen Neubau vorzustellen.“ In einem Punkt sind sich die Görlitzer Kalender-Macher einig: So viel Angebot war noch nie.