merken

Hilfe für Menschen mit Behinderung

In Bischofswerda gibt es jetzt eine unabhängige Teilhabeberatung. Sie unterstützt Betroffene dabei, passende Hilfen zu finden.

Teilhabe statt Ausgrenzung. Das ist der Ansatz der Teilhabeberatung, die es seit August letzten Jahres auch in Bischofswerda gibt. Nicole Trojahn (Foto) klärt Ratsuchende über ihre Rechte auf und hilft, diese durchzusetzen. © Steffen Unger

Bischofswerda. Menschen mit Handicap, kennen das: Für jede Frage, jedes Problem ist eine andere Behörde zuständig. Im Dschungel von Paragrafen und Ansprechpartnern die Übersicht zu behalten, ist oft schwer. Doch es gibt Hilfe. Der Verein „Lebendiger leben!“ bietet Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen eine Ergänzende Unabhängige Teilhabe-Beratung (EUTB). Das Angebot mit dem sperrigen Namen richtet sich an Menschen mit Behinderung, von Behinderung bedrohte Menschen, aber auch deren Angehörige im Kreis Bautzen, die Fragen zu Rehabilitation und Partizipation haben.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Bierstadt und Boomtown!

Von wegen „graue Maus“: Radeberg hat allen Grund, selbstbewusst zu feiern! Es gibt zwei augenzwinkernde Bonmots, die in Radeberg die Runde machen. 

Entstanden ist das Beratungsangebot deutschlandweit auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit Einführung des neuen Bundesteilhabegesetzes. Es soll mit seinen umfangreichen Rechtsänderungen dazu beitragen, Menschen mit Behinderungen eine möglichst volle und wirksame Teilhabe sowie in allen denkbaren Bereichen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Hilfe bekommen Betroffene, unabhängig von der Art ihrer Beeinträchtigung, zum Beispiel in Bischofswerda. Dort wurde vor Kurzem eine Beratungsstelle eingerichtet. Weitere gibt’s in Radeberg und Hoyerswerda. Demnächst werden in Kamenz und Königsbrück ebenfalls Anlaufstellen eröffnet. „In Großröhrsdorf und Pulsnitz sind wir auch auf der Suche nach geeigneten Räumen“, erklärt Teilhabeberaterin Mareike Jessing. Sie und ihre Kollegin Nicole Trojahn beraten zu allen Fragen, beispielsweise zur Teilhabe am Arbeitsleben, an Freizeitaktivitäten oder zur medizinischen Rehabilitation. Unbürokratisch klären sie Fragen wie: Welche Unterstützung gibt es für den behindertengerechten Wohnungs-Umbau? Welche Pflegeleistung steht mir zu? Kann ich eine Assistenz am Arbeitsplatz beantragen? Welche Hilfsmittel bekomme ich und wie kann man die beantragen? „Wir leisten auch praktische Hilfe, zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen oder vermitteln Betroffene zu den richtigen Anlaufstellen.“

Auch Besuch zu Hause ist möglich

Auch eine sogenannte „Peer-Beratung“ wird auf Wunsch organisiert. Dahinter verbirgt sich eine Beratung von Betroffenen für Betroffene. „Dabei profitiert man von Erfahrungen aus erster Hand.“ Das verleihe Glaubwürdigkeit, die es Ratsuchenden mitunter leichter mache, sich dem Gegenüber zu öffnen und Probleme anzusprechen. „Das Wichtigste ist aber, dass unser Angebot unabhängig und kostenlos ist“, betont Nicole Trojahn. „Wir sind keinem Leistungsträger verpflichtet.“ Wer nicht in die Sprechstunde kommen kann, den besuchen die Beraterinnen auch zu Hause. Im Gepäck haben sie gebündeltes Fachwissen, können sagen, welche Stellen und Behörden im jeweiligen Fall zuständig sind. Welche Leistungen, Möglichkeiten bzw. Ansprechpartner es gibt. Oft bringt das deutliche Entlastung für Betroffene und Angehörige, denen in scheinbar ausweglosen problematischen Lebenslagen oft der Blick für praktikable Lösungen fehlt.

Wenn eine Familie beispielsweise von einer schweren Krankheit überrascht wird, haben meist andere Dinge Priorität, als Zuständigkeiten zu klären. „Oftmals besteht ein komplexer Hilfebedarf, den wir in einem intensiv und sensibel geführten Gespräch ermitteln müssen“. Nicole Trojahn und Mareike Jessing tun dies mit Kompetenz und Empathie. Denn sie „wollen Wege öffnen für ein selbstbestimmtes Leben“.

Offene Sprechstunde im Bischofswerdaer Büro (Bischofstr. 18) dienstags 14-16 Uhr, donnerstags 10-12 Uhr. Telefon: 01629189718, : [email protected], teilhabeberatung.de22