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Historische Wegesäulen zurück in Höckendorf

Der Heimatverein ließ sie erneuern, nun stehen sie wieder an ihrem Platz. Am Freitag wird Einweihung gefeiert.

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© Frank Baldauf

Von Jane Jannke

Höckendorf. Sie liegen vielen Höckendorfern am Herzen und boten doch schon lange keinen schönen Anblick mehr: die knapp zwei Meter hohe historische Wegesäule an der Gabelung zwischen Mittelweg und Frauenstraße und ihr kleiner Bruder, der Gemarkungsstein. Fast ein halbes Jahr lang waren beide verschwunden; seit Montag sind sie nun wieder zurück – und endlich wieder ansehnlich.

„Das war ein gutes Stück Arbeit“, sagt Hans-Dieter Kaden, Chef des Kulturrings Höckendorf. Der Verein hatte im vergangenen Jahr die Restauration der beiden Steine beauftragt. Der Zahn der Zeit hatte kräftig an beiden genagt. Dass etwa die Wegesäule laut dem auf ihr befindlichen Insignum vermutlich im Jahr 1835 aufgestellt worden war, war nicht mehr zu erkennen. „Die Inschriften waren so verwittert, dass man sie auf der Wegesäule gar nicht mehr und auf dem Gemarkungsstein nur noch unter großen Mühen entziffern konnte“, beschreibt Hans-Dieter Kaden. Beide Steine waren über die Jahrzehnte ungeschützt der Witterung ausgesetzt, dadurch stark beschädigt und zudem zugewuchert. Nicht wenige Höckendorfer beobachteten den Verfall mit Unbehagen – „Befragungen haben das deutlich gezeigt“, so Kaden.

Bewegung kam 2014 in die Sache, als der Kulturring Höckendorf von der SZ und der Ostsächsischen Sparkasse zum Verein des Jahres gewählt wurde und eine Prämie in Höhe von 3 000 Euro erhielt. „Das war natürlich eine Riesensache für uns“, erzählt Hans-Dieter Kaden. Von dem Geld finanzierte der Verein ein Kirchenkonzert. Der Rest floss nun in die Restauration der Wegesteine und in die Verschönerung des an der Weggabelung befindlichen Aussichtsplatzes, von dem aus man einen herrlichen Blick ins Osterzgebirge hat. 2 000 Euro kostete die Wiedergeburt der beiden unter Denkmalschutz stehenden Objekte insgesamt. Rund die Hälfte davon brachte der Kulturring in Eigenleistung auf; 800 Euro gab die Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse dazu.

Wegesäule war umschlungen

Im November 2015 waren die Steine unter unerwarteten Schwierigkeiten ausgegraben und zu Steinmetz Haupt nach Oberbobritzsch zur Restauration verbracht worden. Aufgrund ihres Standortes unmittelbar neben einem Baum war insbesondere die Wegesäule, die einen Meter tief im Boden verankert ist, eng von Wurzelwerk umschlungen.

Am Montag nun kehrten die historischen Steine an ihren Standplatz zurück. Ein Kran hievte die schwere Wegesäule aus Sandstein in den Boden. Auf ihr nun wieder deutlich erkennbar sind die alten Wegezeiten: drei Stunden zu Fuß nach Frauenstein, zwei nach Pretzschendorf. „Sie wurde sehr schonend abgestrahlt, damit die Patina erhalten bleibt, die Inschriften nachgehauen“, erklärt Hans-Dieter Kaden sichtlich stolz. Die Bewahrung kulturhistorischer Zeitzeugnisse der Region sieht er als Hauptaufgabe seines Vereins. Bis Mitte Maisoll nun noch die Bank am Aussichtsplatz erneuert werden, dann erstrahlt das historische Ensemble, zu dem auch noch ein altes Sühnekreuz gehört, in neuem Glanz.

Am Freitag wird ab 17 Uhr schon mal Einweihung gefeiert. Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) wird dazu ebenso erwartet wie der Chor des Kulturrings. Hans-Dieter Kaden hofft auf zahlreiche Anwesenheit von Bürgern und Wanderfreunden – und natürlich auf schönes Wetter.