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Historisches Portal muss Senckenberg-Neubau weichen

Das Bauwerk an der Görlitzer Jakobstraße wurde abgerissen. Der Denkmalschutz hatte dafür grünes Licht gegeben.

© Archivfoto: Nikolai Schmidt

Von Matthias Klaus

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Görlitz. Ein markantes historisches Bauwerk musste jetzt für das künftige Senckenberg-Forschungsinstitut weichen: das Portal an der Jakobstraße. Es wurde im Zuge der laufenden Arbeiten auf dem Gelände abgerissen. Ein Wiederaufbau ist nicht geplant. „Aus technologischen Gründen musste das kleine Portal an der Jakobstraße zurückgebaut werden“, formuliert es Tobias Lorenz. Er ist Sachbearbeiter im federführenden Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Sib).

Der zukünftige Neubau für Senckenberg werde nahezu vollflächig unterkellert. „Hierfür muss eine entsprechend tiefe Baugrube ausgehoben werden“, so Tobias Lorenz. Darüber hinaus müsse die angrenzende Nachbarbebauung mit einer sogenannten Bohrpfahlgründung gesichert werden. Das bedeutet, dass schlecht tragfähige Bodenschichten mit Pfählen überbrückt und Lasten von tieferen, tragfähigen Schichten aufgenommen werden. „Aufgrund dieser notwendigen Maßnahmen kann das Portal aus Platzgründen nicht erhalten werden“, sagt Tobias Lorenz.

Rückendeckung für den Abriss bekommt der Sächsische Staatsbetrieb vom Denkmalschutz. Die zuständige untere Behörde habe den Denkmalwert des Portals zurückgestuft und verzichtete auf eine kulturhistorisch weniger wertvolle Replik des Gebäudes beziehungsweise des Portals, so der Sib-Sachbearbeiter. Berücksichtigt worden sei dabei auch, dass dem Portal an jetziger Stelle keine Nutzung zugeordnet werden könne.

Das eher kleine Bauwerk an der Jakobstraße ist nicht das einzige, das im Laufe der gegenwärtigen Abrissarbeiten für das künftige Senckenberg-Forschungsinstitut weichen musste. Bereits Anfang des Jahres teilte das Sib mit, dass wegen der schlechten Bausubstanz weitere Gebäudeteile als bisher geplant für den Abbruch beantragt werden mussten. Für das historische Speichergebäude sind Sicherungsarbeiten geplant. Es befindet sich auf dem Grundstück Jakobstraße 19.

Das Gelände zwischen Bahnhofs- und Jakobstraße ist etwa 7 000 Quadratmeter groß. Es soll in Zukunft die Senckenberg-Standorte in Görlitz – bis auf das Naturkundemuseum am Marienplatz – in sich vereinen. Bisherige Schätzungen gehen von einer Bausumme von 42 Millionen Euro aus, 2022 sollen die Außenstellen umziehen.