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Hortkinder erzählen Märchen

Fast 30 Schüler aus Hohnstein, Neustadt und Sebnitz wagten ein Theaterexperiment. Bei dem einen Auftritt bleibt es nicht.

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© Larissa Warschkow

Von Katarina Gust

Neustadt. Es ist vergleichbar mit einem Blind Date: 29 Hortkinder aus den Grundschulen in Hohnstein, Neustadt und Sebnitz haben sich quasi blind auf ein Experiment eingelassen. Die Schüler studierten zusammen mit dem ASB-Mehrgenerationenhaus in Neustadt ein Theaterstück ein. Im Rahmen des Projektes „Lesen macht stark“ inszenierten sie mit Unterstützung des Sebnitzer Theatre Libre das Stück „Das Märchenkompott“. Das Besondere daran: Die Proben fanden getrennt voneinander statt. Die Kinder erarbeiteten sich die Szenen an verschiedenen Standorten. Die Laienschauspieler wussten dadurch nichts über die Szenen aus den anderen Schulhorten. Seit Februar dieses Jahres paukten die Kinder ihre Texte und lernten das Schauspielern. Projektleiter Christoph Ehrlichmann übernahm dabei die Regie. Er begleitete die Gruppen, feilte an den einzelnen Szenen. Erst zur Premiere setzen sich die Abschnitte zu einem gemeinsamen Stück zusammen – deshalb auch der Name des Theaterstückes „Märchenkompott“.

Die Aufführung fand kürzlich in der Friedrich-Schiller-Oberschule in Neustadt statt. Kein einziger Platz im Foyer war frei, als sich der Vorhang öffnete und die 29 Schüler im Rampenlicht standen. Kurz vor der Aufführung seien sie alle noch sehr nervös gewesen, wie Thomas Beier, Leiter des ASB-Mehrgenerationenhauses, mitteilt. Als die Show begann, verflog die Aufregung aber rasch. „Was die Kinder auf die Beine gestellt haben, war absolute Spitze“, dieses positive Fazit zieht Beier nach dem Auftritt. Er bedankt sich in diesem Zusammenhang bei den Kindern, ihren Eltern und der Oberschule in Neustadt, die den Projektabschluss ermöglichte.

Und noch einen positiven Nebeneffekt hatte das theatralische Blind Date: Knapp 20 Kinder hätten sich inzwischen beim Theatre Libre in Sebnitz angemeldet. Ihnen hat die Schauspielerei so viel Spaß gemacht, dass sie dabei bleiben. Sie wollen weiter an Inszenierungen arbeiten. „Somit ist eine Nachhaltigkeit für das Projekt gesichert“, meint Thomas Beier. Das Projekt „Lesen macht stark“ läuft bereits seit dem Sommer letzten Jahres beim ASB-Mehrgenerationenhaus. Gefördert wird es durch den Deutschen Bibliotheksverband, die Stiftung Digitale Chancen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.