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PLUS Hoyerswerda

Brandschaden auf 100.000 Euro geschätzt

Das Feuer im Hoyerswerdaer Industriegelände hat unter anderem ein Lager samt Toilette und Küche zerstört. Das Aufräumen hat begonnen.

Dirk Lehmann, Inhaber der Firma Hoyo im Hoyerswerdaer Industriegelände, steht vor dem vom Brand beschädigten Gebäudeteil. Die Fassade ist rußgeschwärzt. Zwei Fensterzeilen wurden provisorisch mit Sperrholz-Platten gesichert.
Dirk Lehmann, Inhaber der Firma Hoyo im Hoyerswerdaer Industriegelände, steht vor dem vom Brand beschädigten Gebäudeteil. Die Fassade ist rußgeschwärzt. Zwei Fensterzeilen wurden provisorisch mit Sperrholz-Platten gesichert. © Foto: Ralf Grunert

Hoyerswerda. Kurz nach 3 Uhr am Sonntag war die Nacht für Dirk Lehmann vorbei. Per Telefon erreichte ihn an seinem Wohnort Zeißholz die Information, dass es in seiner Firma Hoyo im Industriegelände in Hoyerswerda brennt. Kameraden der Ortsfeuerwehr Zeißig, deren Mitglied er ist, hatten ihn alarmiert. „Ich bin sofort ins Auto gesprungen.“ Als er kaum 20 Minuten später vor Ort eintraf, loderten noch Flammen im Gebäude. Er selbst verschaffte den Feuerwehrleuten den benötigten Zugang, indem er ein großes Hallentor öffnete.

Das Ausmaß des vom Feuer angerichteten Schadens wurde erst nach Tagesanbruch sichtbar. Ein Teil der Fassade des Firmengebäudes ist rußgeschwärzt. Die Flammen haben nur noch Reste der Dämmung übrig gelassen. Mehrere Fenster sind in der Hitze zersplittert. Durch diese hatten die Flammen den Weg ins Gebäude-Innere gefunden. Ein Lagerraum brannte völlig aus. Hauptsächlich Verpackungsmaterial fiel den Flammen zum Opfer, aber auch die Buchhaltung und ein Motorrad, schildert der Unternehmer. Zerstört wurden zudem Toilette und Küche im gleichen Raum. Zum Glück habe eine Brandtür standgehalten und so das Übergreifen des Feuers auf weitere Firmenräume verhindert. „Ansonsten wäre es problematisch geworden“, weiß der ehrenamtliche Feuerwehrmann.

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Die Ermittlungen zur Brandursache führt die Polizei. „Nach bisherigen Erkenntnissen entzündete sich ein Stapel Plastekanister, welche direkt an der Außenwand des Gebäudes lagerten“, hieß es in einer ersten Pressemitteilung. Dirk Lehmann glaubt allerdings, dass das Feuer von vier Gelben Tonnen, die nur teilweise gefüllt waren, ausgegangen ist. Während die mit Sand und Wasser gefüllten Plastikkanister noch vorhanden sind, gibt es von den Gelben Tonnen keine erkennbare Spur mehr. Lediglich an der Fassade sei zu erkennen, wo sie einmal gestanden haben. Ebenso wie die Polizei geht aber auch er davon aus, dass es sich um Brandstiftung handelt.

Die Schadensbeseitigung hat mit Aufräumarbeiten bereits begonnen. Die Fenster wurden mit Sperrholz verschlossen. Ein Elektriker und eine Heizungsfirma haben sich am Montag ein Bild gemacht. Gestern wurde ein Sperrmüll-Container aufgestellt. Im ausgebrannten Raum läuft ein Trockner zu Beseitigung der Löschwasserreste. Nächste Woche kommt der Fensterbauer.

Der Unternehmer schätzt, dass es rund 100.000 Euro kosten wird, den beschädigten Gebäudeteil wieder in Schuss zu bringen. Parallel dazu plant er den Ausbau der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, unter anderem der beiden leerstehenden Wohnungen in den Obergeschossen. Denn seine Firma, die sich unter anderem mit Computertechnik, Brennholz- und Baustoffhandel sowie der Herstellung von Leinöl-Firniss befasst, wächst rasant. Aktuell beschäftigt sie mit ihm selbst zehn Personen.

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