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Das Baugebiet Paul-Ehrlich-Straße füllt sich

Hoyerswerdas Wohnungsgesellschaft nimmt jetzt den dritten von vier geplanten Dreigeschossern in Angriff.

Steffen Markgraf von der Wohnungsgesellschaft – hier auf einem Balkon des Haus Knappensee – freut sich über das Wachsen des neuen Wohnquartiers im WK V.
Steffen Markgraf von der Wohnungsgesellschaft – hier auf einem Balkon des Haus Knappensee – freut sich über das Wachsen des neuen Wohnquartiers im WK V. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Eine durchschnittliche Kaltmiete von 4,71 Euro pro Quadratmeter nennt Hoyerswerdas städtische Wohnungsgesellschaft (WH) für ihren Gesamtbestand von ungefähr 7.600 Wohnungen. Die 7,50 Euro, die man als Mieter der WH-Neubauten an der Paul-Ehrlich-Straße im WK V zahlt, sind da eher am oberen Ende. Trotzdem kann Geschäftsführer Steffen Markgraf konstatieren: „Der Bedarf ist da.“Rund drei Monate nach dem Bezug des Hauses Scheibe-See hat dieses einen Zwilling bekommen. Das baugleiche Haus Knappensee ist soweit fertiggestellt, dass der Dreigeschosser in Bälde bezogen werden kann. Anfang nächsten Jahres bekommen die Mieter die Schlüssel – alle acht Appartements sind vergeben. Und so hat nebenan der Bau des Drillings begonnen. Die Bodenplatte von Haus Silbersee ist in den vergangenen Tagen gegossen worden.

Es ist ein paar Meter vom Haus Knappensee abgerückt. Die Lücke soll, wenn die besagte Nachfrage so bleibt, wie sie ist, Haus Bernsteinsee füllen. Es würde dann das von Ottmar Jakubetz’ Wittichenauer Planungs- und Baugesellschaft Wobau projektierte Quartett komplettieren. Der Abstand zwischen den Häusern Knappensee und Silbersee hat vor allem damit zu tun, dass man die aktuelle Baustellenzufahrt von der Hufelandstraße her nicht zubauen will. Denn sonst müssten die Baufahrzeuge während der Errichtung des Vierlings über die nagelneue Anwohnerstraße.

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Links zu sehen ist zur Hälfte Haus Scheibe-See der Wohnungsgesellschaft – bezogen in diesem Sommer. Nun steht Haus Knappensee (rechts) vor der Fertigstellung. Im Januar bekommen die Mieter die Schlüssel. Und: Den Zwillingen gesellt sich jetzt ein Drilling
Links zu sehen ist zur Hälfte Haus Scheibe-See der Wohnungsgesellschaft – bezogen in diesem Sommer. Nun steht Haus Knappensee (rechts) vor der Fertigstellung. Im Januar bekommen die Mieter die Schlüssel. Und: Den Zwillingen gesellt sich jetzt ein Drilling © Foto: Gernot Menzel

Freude über Neumieter

Wer sind also die Leute, die so verhältnismäßig tief in die Tasche greifen, um eine Wohnung in den Neubauten anzumieten? Steffen Markgraf umreißt grob drei Gruppen. Da seien zum einen ältere Menschen, die ihre Einfamilienhäuser aufgeben und oft aus dem Umland in die zentralere Lage ziehen wollen. Zum zweiten gebe es jüngere Familien, die sich mit Kindern neu einrichten möchten. Und bei der dritten Art von Kundschaft ziehen wohl die Wohnungszuschnitte, die Fußbodenheizung, die Lage oder der Umstand, dass alle Räume über ein Fenster verfügen. „Die sagen: Wir gönnen uns das jetzt mal“, so Markgraf. Ihn freut besonders, dass sein Unternehmen so auch Neumieter gewinnen konnte, also Leute, die nicht einfach aus einer anderen WH-Wohnung umgezogen sind. Die Baukosten halten sich für das Unternehmen in Grenzen. Jedes der Häuser kostet zwar über den Daumen eine Million Euro. Aber die in Hoyerswerdas Neustadt ja schon vor Jahrzehnten geübte Praxis des Typenbaus hilft sparen. Ottmar Jakubetz erwähnt zum Beispiel, dass nur ein einziges Mal geplant und berechnet werden musste.

In unmittelbarer Nachbarschaft wächst an der Paul-Ehrlich-Straße auch die Runde der vom Bauträger Süba errichteten Eigenheime. Neun der zwei- beziehungsweise dreigeschossigen Stadthäuser für jeweils zwei Familien sind inzwischen mehr oder weniger fertig, wobei an zweien aktuell noch die Baugerüste stehen. Es hängen hier und da jedoch auch schon Gardinen, stehen Namen an Briefkästen, die ersten Vorgärten sind bepflanzt. Die 18 Wohneinheiten sind der erste Bauabschnitt. Für einen zweiten sind dann noch einmal 34 geplant, also weitere 17 Doppelhäuser.

WH-Chef Steffen Marktgraf philosophiert, dass auf der Fläche, auf der bis zum Abriss einmal Schulen, Kindergärten und ein Jugendklub zu finden waren, nun ein neuer Wohnkomplex wächst: „Oder es ist die Belebung eines bestehenden.“ Und wenn man bedenkt, dass der Stadtrat erst im Frühling des vorigen Jahres den nötigen Bebauungsplan „Wohngebiet Hufelandstraße/Heimstraße“ gebilligt hat, ist das Bautempo zumindest nicht alltäglich.

Genehmigung binnen zwei Tagen

Die Stadt scheint also aufs richtige Pferd gesetzt zu haben, als sie während der Planungsphase von verschiedenen Standortvorteilen sprach: „Die stadttechnische und soziale Infrastruktur ist vorhanden und kann nach- beziehungsweise weiter genutzt werden. Für die bestehenden Einrichtungen und Anlagen ergibt sich durch die zusätzliche Wohnbevölkerung im Stadtteil eine bessere Auslastung und damit eine höhere Wirtschaftlichkeit“, heißt es im B-Plan über Dinge wie Straßenanbindung, Abwasser-Erschließung oder auch die Nähe zum Beispiel zu Lausitz-Center, Lausitzbad und Lausitzhalle. Es handelt sich vom Standort her eben nicht um das typische Eigenheimbaugebiet am Stadtrand, sondern um eine sogenannte Verdichtung. Und so war die Baugenehmigung für das Haus Silbersee durchs Rathaus in rekordverdächtigen 48 Stunden erteilt. Ottmar Jakubetz sagt, wenn alles gut gehe, werde der Rohbau zum Jahresende stehen.

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