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Interessent für Bernsdorfer Zinkweiß-Villa

Das einstige Verwaltungsgebäude steht unter Denkmalschutz. Daher wurde es auch nicht wie der Hallen-Komplex abgerissen.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zinkweißhütte in Bernsdorf steht unter Denkmalschutz. Gesucht wird eine Nachnutzung. Und es gibt tatsächlich einen Interessenten, der sich vorstellen kann, hier Büros und einen Imbiss einzurichten.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zinkweißhütte in Bernsdorf steht unter Denkmalschutz. Gesucht wird eine Nachnutzung. Und es gibt tatsächlich einen Interessenten, der sich vorstellen kann, hier Büros und einen Imbiss einzurichten. © Foto: Ralf Grunert

Bernsdorf. Mit der Zinkweißhütte ist nach der Wanne II und dem Eisenwerk eine weitere große Industriebrache in Bernsdorf verschwunden. Im vergangenen Jahr wurde der Abriss abgeschlossen. Lediglich das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Verwaltungsgebäude und das zum Fledermaus-Quartier umfunktionierte Trafohäuschen an der Eichgartenstraße stehen noch.

Über Monate hat die Stadtverwaltung Bernsdorf per Werbebanner am Verwaltungsgebäude nach Interessenten mit Ideen für eine Nachnutzung gesucht. Dieses Banner ist inzwischen wieder verschwunden. „Es gibt tatsächlich einen Interessenten, der uns bekannt ist“, war jetzt auf Nachfrage von Bürgermeister Harry Habel (CDU) zu erfahren. Der könne sich vorstellen, das Gebäude für Büros und einen Imbiss zu nutzen. Vorläufig kann dieser Interessent wie auch jeder andere allerdings nicht zum Zuge kommen. Erst einmal müsse die Eigentumsfrage geklärt werden, so der Hinweis des Bürgermeisters.

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Dabei geht es nicht nur um das ehemalige Verwaltungsgebäude, sondern um das gesamte Areal der Zinkweißhütte. Die Stadt Bernsdorf ist daran interessiert. Voraussetzung sei aber, dass vor einem Eigentumsübergang die im Untergrund schlummernden Altlasten beseitigt werden. Die blieben bei der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Abrissmaßnahme, die immerhin rund 1,6 Millionen Euro gekostet hat, unberührt. Schon damals hatte der Bürgermeister angekündigt, dass diese Altlasten das nächste Thema seien, mit dem man sich befassen müsste. Wobei Harry Habel wie beim Abriss, der zu 90 Prozent vom Freistaat Sachsen gefördert wurde, auch in diesem Fall auf eine Förderung spekuliert. Diese sollte sogar 100 Prozent betragen, wobei das Geld aus verschiedenen Töpfen kommen könnte. Die Stadt sollte jedenfalls finanziell nicht belastet werden. Einzig, wenn es schon ernsthafte Interessenten für das Gelände geben sollte und so verbindliche Aussichten auf Einnahmen bestünden, kann sich der Bürgermeister vorstellen, das Gespräch mit den Stadträten über eine finanzielle Beteiligung zu suchen. Noch weiß niemand, welche Größenordnung die im Untergrund schlummernden Altlasten haben. Untersuchungen sind im Gange.

Für Harry Habel steht fest, dass das zwischen B 97 und S 94 gelegene Gelände der ehemaligen Zinkweißhütte ein strategisch wichtiger Standort für Gewerbe in der Stadt ist. Neben den in der Nachbarschaft bereits existierenden Unternehmen gibt es reichlich Platz für Neuansiedlungen.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Stadt Bernsdorf auch schon mit zehn Prozent an den bislang angefallenen Abrisskosten beteiligt. Zwischen November 2018 und September 2019 sind immerhin 73 Bauwerke auf einer Fläche von 8.000 Quadratmetern beseitigt und rund 24.000 Tonnen Bauschutt entsorgt worden.

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