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Jörg Scharfenberg: „Der Abschied fällt mir schwer.“

Hoyerswerdas Stadtrat hat dem Geschäftsführer-Wechsel am Seenland-Klinikum mehrheitlich seinen Segen erteilt.

Jörg Scharfenberg verabschiedete sich am Dienstag im Stadtrat.
Jörg Scharfenberg verabschiedete sich am Dienstag im Stadtrat. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Von Henning Stoerck, Geschäftsführer im Hoyerswerdaer Krankenhaus zwischen 1990 und 1996, hat man nach seinem krachenden Ausscheiden nichts mehr gehört. Nachfolger Jörg-Rudolf Lanig, im Amt bis 1998, war später Chef von Kliniken in Nürnberg und in Gießen. Franz-Josef Melzer, der am heutigen Seenland-Klinikum bis 2000 das Sagen hatte, ging in seine fränkische Heimat zurück. Ralf Delker, von 2001 bis 2005 im Amt, gibt aktuell in den Krankenhäusern von Greiz und Schleiz die Richtung vor. Andreas Grahlemann, der hier bis 2014 das Ruder in den Händen hielt, ist kürzlich 68 geworden. Der heutige Chef der Klinik-Gesellschaft des Kreises Görlitz geht im Sommer in den Ruhestand. Es folgten zwei Kurzzeit-Geschäftsführer. Stefan Todtwalusch leitet derzeit die Krankenhausgesellschaft des Kreises Mittelsachsen, während Lars Markewitz als kaufmännischer Direktor des Dresdener Diakonissenkrankenhauses sowie des Emmaus-Krankenhauses Niesky für die Diakonie tätig ist. Zählt man die mehrfach als Interims-Chefin eingesprungene Christina Kunze mit, verlässt nun Ende März mit Jörg Scharfenberg der neunte Geschäftsführer Hoyerswerdas Krankenhaus.

„Der Abschied fällt mir extrem schwer“, erklärte der 45-Jährige am Dienstag im Stadtrat. Aus familiären Gründen verlegt er nun auch seinen beruflichen Schwerpunkt nach Dresden, wird Geschäftsführer des dortigen Herzzentrums von Sana, jener Aktiengesellschaft, die auch das Seenland-Klinikum führt. Scharfenberg sagt, während seiner knapp sechs Jahre in Hoyerswerda seien am Krankenhaus nicht nur rund 20 Millionen Euro investiert worden, sondern auch strategische Entscheidungen gefallen. Er erwähnte den Aufbau von Geriatrie, Neurologie und Palliativmedizin oder die Freischaltung von WLAN, sodass prinzipiell alle Patienten das Internet nutzen können. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) dankte Scharfenberg mit Blumen und erwähnte, dass dieser der Stadt im Strukturwandel weiter zur Verfügung stehen will. Schließlich haben die beiden noch in der Zeit von Ruban-Zehs Tätigkeit für die Arbeiterwohlfahrt das gemeinsame Vorhaben „Gesundheit. Digital. Lausitz“ auf den Weg gebracht.

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Während der Stadtrat bei Enthaltung durch Klinikums-Aufsichtsratsmitglied Marco Gbureck (AfD) der Abberufung von Scharfenberg zustimmte, enthielten sich bei der Berufung seines Nachfolgers gleich die gesamte AfD-Fraktion sowie Antje Naumann (Bündnis 90/Grüne).Geschäftsführer Nummer zehn kommt, wie 2006 schon Andreas Grahlemann, vom Klinikum in Frankfurt (Oder). Mirko Papenfuß hatte dort zwölf Jahre lang den Hut auf. Die Märkische Oderzeitung schrieb vor ein paar Tagen, der 47-Jährige habe dort seit 2009 viele Projekte auf den Weg gebracht – allen voran eine seit 2014 laufende Modernisierung und den damit verbundenen Wandel zu einem Gesundheits-Campus. Der Begriff war zuletzt auch immer wieder in Hoyerswerda zu hören. Papenfuß sagte dem Stadtrat, es handele sich bis zu einem gewissen Grad zwar um ein Modewort. Aber gemeint sei der Gedanke, rund um ein Klinikum mehr anzubieten als klassische Krankenhaus-Leistungen. Der Frankfurter Stadtbote zitierte außerdem Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) mit den Worten, es sei Mirko Papenfuß immer gelungen, die wirtschaftlichen Eigentümer-Interessen und finanzielle Anforderungen mit dem Anspruch an hochklassige Medizin und den Interessen der Belegschaft in Einklang zu bringen. Man bedauere seinen Weggang.

Papenfuß ist gebürtiger Brandenburger, aber in Königsbrück und Kamenz zur Schule gegangen. Nach dem BWL-Studium in Zwickau heuerte er zunächst bei den Mittelweser-Kliniken in Niedersachsen an.

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