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Junge Künstler gestalten eine Litfaßsäule

Der Mal- und Zeichenzirkel Laubusch um Ingrid Urbantke frönt dem Freizeitspaß Malen auch unter neuen Regeln.

Am vorderen Tisch arbeiten Nico und Nils an Motiven für die im Text geschilderte Litfaßsäule. Dahinter schütteln Romy und Sophie ordentlich die Farben, die lange ungenutzt auf bessere (Mal-) Zeiten hatten warten müssen. Trotz Mundschutz und Sicherhei
Am vorderen Tisch arbeiten Nico und Nils an Motiven für die im Text geschilderte Litfaßsäule. Dahinter schütteln Romy und Sophie ordentlich die Farben, die lange ungenutzt auf bessere (Mal-) Zeiten hatten warten müssen. Trotz Mundschutz und Sicherhei © Foto: Christine Primpke

Von Christine Primpke

Lauta. Auch der Laubuscher Mal- und Zeichenzirkel musste sich in den vergangenen Wochen und Monaten den neuen Bedingungen, diktiert durch die Corona-Krise, anpassen. In der Zeit, in der gar nichts gemeinsam ging, hielt Zirkelleiterin Ingrid Urbantke den Kontakt zu den Mitgliedern; gab ihren Malschülern bestimmte inhaltliche Themen vor. Dann wurde sich per Telefon ausgetauscht, und die fertigen Arbeiten wurden in den Briefkasten von Ingrid Urbantke gesteckt. Ein Notbehelf; immerhin.

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Freude über den Neustart

Aber das Richtige war es eben doch nicht. Um so größer die Freude, als ab dem Juli wieder der wöchentliche Treff im Zirkelraum des Laubuscher Kulturhaus stattfinden konnte. Natürlich müssen die Malkinder mit Mundschutz arbeiten sowie die Sicherheitsabstände einhalten und die Hygienebestimmungen beherzigen. Es sind recht ungewohnte Bedingungen bei der Ausübung des geliebten Hobbys Malerei, aber die Situation verlangt es eben so. Seither entstanden Bilder von Ferienerlebnissen und Stillleben. Glasgegenstände wurden mit dem Bleistift dargestellt, quasi „durch ein Glas geschaut“. Ferner übte man sich im räumlichen Betrachten und darin, das so Wahrgenommene in den neu entstehenden Zeichnungen darzustellen. Auch Motive des Freizeitsportes und Bildausschnitte waren während des Sommers Arbeitsschwerpunkte im Zirkel.

Drei neue Mitglieder

Erfreuliche Verstärkung kann der Zirkel vermelden: Am 6. Juli, an dem Tag, an dem der reguläre Zirkelbetrieb wieder startete, stellte sich Drittklässler Nils vor: Er zeigte den Zirkelmitgliedern, was er bisher schon alles gemalt hat und gehört seither dazu. Im September stellten sich auch noch Franziska und Ida, beide im Vorschul-Alter, als neue Mitglieder beim Laubuscher Mal- und Zeichenzirkel ein. Gegenwärtig sind insgesamt zehn Zirkelkinder aktiv – das bedeutet für Zirkelleiterin Ingrid Urbantke eine große Herausforderung. Besonders die drei neuen Mitglieder benötigen gesteigerte Aufmerksamkeit, eine spezielle fachliche Anleitung und natürlich viel Geduld. „Wichtig ist, den «Neuen» die Angst zu nehmen, dass mal Fehler passieren“, sagt Ingrid Urbantke. Das sei manchmal nicht zu vermeiden, habe aber sogar sein Gutes: „Wenn mal Fehler gemacht werden, können auch alle daraus lernen.“

Galerie in Hoyerswerda ...

Ein Rückblick mit Gegenwartsbezug: Im Mai hätte die Schülergalerie in Hoyerswerda stattfinden sollen, bei der die Laubuscher in den Vorjahren stets präsent gewesen waren. Wegen Corona konnte diese Kinder- und Jugendgalerie 2020 leider nicht ausgerichtet werden. Aber dennoch fertigten Mitglieder des Laubuscher Mal- und Zeichenzirkels zehn Arbeiten an – gewissermaßen als Dankeschön für die KulturFabrik Hoyerswerda, die die Galerie organisiert, und das Lausitz-Center, das seine Einkaufszeile den jungen Künstlern als Ausstellungssaal überlässt. Üblicherweise. Diesmal wurden die Werke der Laubuscher Malschüler in den Schaukästen der KulturFabrik vor deren Domizil in der altstädtischen Hoyerswerdaer Braugasse 1 ausgestellt, so dass es doch noch eine Mini-Galerie mit Öffentlichkeits-Bezug gab.

... und Galerie in Laubusch

Eine eigene „kleine Galerie“ konnte der Zirkel am 19. September, einem Sonnabend, beim Tag der offenen Baustelle mit Besichtigung des aktuellen Baugeschehens an der Schule am Laubuscher Markt zeigen. Im Kulturhaus hatten Chemnitzer Studenten auf Schautafeln ihre Entwürfe und Ideen vorgestellt, wie die Gartenstadt Erika künftig aussehen soll – und im selben Raum organisierte der Laubuscher Mal- und Zeichenzirkel seine kleine Galerie; - quasi als Farbtupfer. Auf sieben Staffeleien wurden Arbeiten der Malschüler aus den letzten Wochen präsentiert.

Skizzen fürs Jahresprojekt

Ende September organisierte die Zirkelleiterin während des Malzirkels eine Art „Vor-Ort-Begehung“ eine Besichtigung der Laubuscher Litfaßsäule durch alle Malschüler. Es ging darum, den neuen Mitgliedern das Anliegen zu vermitteln, das für den Laubuscher Zirkel mit dieser Säule verbunden ist – nämlich, sie (als Jahresprojekt) mit Motiven aus den vier Jahreszeiten zu schmücken. Auch die Themen „Willkommen in der Gartenstadt Erika“ (dem Ur-Namen von Laubusch), sowie „Grünes Tor zum Lausitzer Seenland“, verbunden mit den Wappen von Lauta und Laubusch, werden dargestellt. Ehe die Entwürfe auf die Säule kommen können, müssen im Zirkelraum entsprechende Skizzen gefertigt werden.

Wie die dann in natura aussehen, konnte schon einen Tag nach dieser ersten Besichtigung erlebt werden: Am 22. September nutzten Ingrid Urbantke und die Zirkel-Mitglieder Romy und Nils das schöne Wetter und ergänzten auf der Säule zwei Motive zur Jahreszeit Sommer: Nils steuerte einen Frosch bei, Romy eine Blume.

In der Folgezeit möchten die Mitglieder des Laubuscher Mal- und Zeichenzirkels die Arbeiten an der Litfaßsäule fortsetzen. Möglichst noch im Oktober soll dieses Projekt vollendet werden – wenn das Wetter diese Außenarbeiten ermöglicht.

Bald gibt’s Seidenmalerei

Dann sollen Herbstmotive angefertigt werden. Natürlich plant Zirkelleiterin Ingrid Urbantke auch einen schönen Jahresabschluss. Unter Berücksichtigung der Interessen der drei neuen Zirkelmitglieder sind in den Monaten November und Dezember Seidenmalereien angedacht – und eine Weihnachtsfeier mit Überraschungen.

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