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Kein Witz: das Bildnis der Marie Luise H.

Die Stadt der „Kalauer“ punktet mit Lausitzer Kunstaktion.

Das Bildnis „Marie Luise H. 2000“ von der Hoyerswerdaerin Uta Zepnick ist in der Calauer Boutique „Indeed“ zu sehen.
Das Bildnis „Marie Luise H. 2000“ von der Hoyerswerdaerin Uta Zepnick ist in der Calauer Boutique „Indeed“ zu sehen. © Foto: Stadt Calau/ Jan Hornhauer

Von Beowulf Kayser

Calau. „Witz, komm‘ raus, du bist umzingelt“, heißt es seit über 160 Jahren nicht nur in Calau, wenn sich eine Pointe durchaus nicht zu erkennen geben will. Damals und noch mit der alten Schreibweise „Kalau“ gab es in der idyllischen Kleinstadt im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz und im Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden mehr Stiefelmacher als Bürgerhäuser. Um auch nachts bei der Arbeit wach zu bleiben, erzählten sich die fleißigen Schusterjungen jede Menge Witze und Anekdoten, die danach als „Kalauer“ um die Welt gingen. Bis heute machen die auch in der Berliner Satirezeitung „Kladderadatsch“ erschienenen witzigen Anekdoten sogar bundesweit die Runde. Ein 2011 eröffneter Witzerundweg mit 25 Stationen lockt nun jedes Jahr tausende Besucher, darunter über die Hälfte aus Sachsen, in die knapp 8.000 Einwohner zählende Stadt der „Kalauer“ und bringt sie spontan zum Lachen.

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Hoyerswerdaer sind mittendrin

„Jetzt kommen die Besucher aber nicht nur wegen der Witze zu uns“, sagte der Calauer Stadtsprecher Jan Hornhauer (der anno 2001 in der Jugendredaktion des Hoyerswerdaer TAGEBLATTes seine Journalisten-Laufbahn einschlug). Seit Kurzem punktet das Städtchen zwischen den Hügeln der Calauer Schweiz und dem Spreewald mit einer Kunstaktion. „Kunst Raum (K) Calau 2020“ nennt sich das von der Immobilien-Service-Gesellschaft Niederlausitz mbH initiierte Vorhaben, das bisher landesweit erstmals Kunst und Handel miteinander verbindet. Über 30 Künstler aus Dresden, Cottbus, Spremberg, Peitz sowie Calau und den Nachbarstädten präsentieren in den Schaufenstern künstlerische Werke. Die Palette reicht dabei von Kunstwerken in Öl-, Acryl-, Aquarell- und Pastelltechnik bis hin zu Skulpturen, Collagen und Fotografie sowie Bildern in Kreuzstich oder auf Holzbohlen. Die Standorte erkennt jeder Besucher an den Schaufensternasen mit dem Ausweis „Kunstpunkt“.

Noch bis zum 31. Oktober kann man sich an den Kunstwerken in der nur einen „Katzensprung“ von der sächsischen Landesgrenze entfernten Witze-Stadt erfreuen – so in innerstädtischen Geschäften, einer Zahnarztpraxis, einer Buchhandlung, einem Autohaus oder im Fahrzeugmuseum.

Mit dabei ist auch die 1961 in Hoyerswerda geborene und jetzt in Berlin lebende Künstlerin Uta Zepnick. Sie lernte Porzellanmalerin in Dresden und studierte später Malerei in Berlin, wo sie jetzt noch tätig ist. In der Boutique „Indeed“, dem Calauer Kunstpunkt „K 4“ in der Cottbuser Straße 35, stellt die Künstlerin unter anderen ihr 100 mal 140 Zentimeter großes Bildnis „Marie Luise H. 2000“ in Mischtechnik auf Hartfaser und weitere Arbeiten aus. Sie machen neugierig auf die Kunst der Schöpferin des „Lieblingsplatzes des Schlangenkönigs“ in der Lübbenauer Pension „Spreewelten“ anderen Ausstellungswerke.

  • Den „Kunst Raum (K) Calau 2020“, gibt es noch bis 31. Oktober in der Innenstadt zu sehen.

www.wbc-calau.de

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