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30 Lieblingsplätze zum 30. Firmenjubiläum

Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda baut und investiert und will zum eigenen Geburtstag Bänke schenken.

In der Paul-Ehrlich-Straße entsteht gerade der dritte von vier geplanten Neubauten. Der vierte soll auch kommen. Und dann geht es weiter mit dem Spielplatz-Bau.
In der Paul-Ehrlich-Straße entsteht gerade der dritte von vier geplanten Neubauten. Der vierte soll auch kommen. Und dann geht es weiter mit dem Spielplatz-Bau. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) wird in ihrer heutigen Rechtsform als Unternehmen 30 Jahre alt. Kann man feiern, sollte man vielleicht auch, wird man aber so nicht können. Geschäftsführer Steffen Markgraf mag die Wörter Corona und Pandemie nur selten benutzen. Doch am 28. Februar zum 30. Jahrestag wird es weder einen Empfang geben noch einen Tag der offenen Tür oder ein Fest.

Aber man greift die Idee des städtischen Bürgerhaushaltes auf und fragt die Mieter, welches ihre Lieblingsplätze in der Stadt sind und wo sie gerne eine Bank stehen hätten. Aus den Vorschlägen, man hofft freilich auf viele, werden dann 30 ausgewählt. Selbstverständlich, so Markgraf, werde man prüfen, ob es sich um eigenen Grund und Boden handelt oder zumindest um ein Grundstück der Unternehmens-Mutter, also der Stadt Hoyerswerda. Dann wolle man dort die Sitzgelegenheiten errichten, dazu natürlich noch jeweils einen Papierkorb. Und Pflasterarbeiten sind in aller Regel auch erforderlich. Also kann man alles in allem gut und gerne von einer hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Summe ausgehen, die da investiert werden soll.

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Andererseits weiß die WH selbstbewusst, dass sie mit aktuell 7.512 Wohnungen, 250 Gewerbeeinheiten und 198 Garagen der größte Vermieter in der Stadt ist. Im vergangenen Jahr investierte das Unternehmen 12 Millionen Euro in seinen Bestand und den Neubau. Das war eine Rekordsumme. Im laufenden Geschäftsjahr werden es 9,5 Millionen Euro sein. Man werde das 1,1 Millionen Euro teure Haus Silbersee in der Paul-Ehrlich-Straße fertigstellen. Und es ist sicher, dass auch das vierte Haus in dem Neubaugebiet, Haus Bernsteinsee, anschließend gebaut wird. Die Nachfrage nach den neuen Wohnungen sei jedenfalls gegeben, so die WH-Geschäftsführung. Mit 1,5 Millionen Euro schlägt die Aufzug-Initiative in der Niederkirchnerstraße zu Buche. In zehn Aufgängen wird man die Aufzüge einbauen, die dann jeweils vom Keller bis zur obersten Wohnung fahren und insgesamt 120 Wohnungen entsprechend erschließen. Setzte die WH vor einigen Jahren noch vor allem auf das Nachrüsten von Balkonen, sind es jetzt die Aufzüge. Auch Wünsche nach größeren Wohnungen durch Zusammenlegungen greife man gerne auf.

Rund 6,5 Millionen Euro sind zudem für laufende und planmäßige Instandhaltungen angesetzt, zum Beispiel für das grundhafte Herrichten von rund 500-600 nach langjähriger Nutzung freiwerdende Wohnungen, den Austausch von Heizungskesseln, Elektroleitungen und Steigesträngen. Man dürfe ja nicht vergessen, sagt Steffen Markgraf, dass die WH ein kreditfinanziertes Unternehmen sei. Zum Jahreswechsel wies der Schuldenstand nach WH-Angaben 71 Millionen Euro aus. Das sind rund vier Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt habe man binnen Jahresfrist fast 9 Millionen Euro an Schulden getilgt, aber eben auch über vier Millionen Euro neue Kredite aufgenommen. Und von den 71 Millionen Euro sind 30 Jahre nach WH-Gründung immer noch 18 Millionen Euro Altschulden aus DDR-Zeiten.

Wird in Großstädten um Mietpreisdeckel gestritten, sind preiswerte Wohnungen Mangelware, setzt die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda auf stabile Mieten. „Wir haben eine klassische Finanzplanung von zehn Jahren im Voraus“, erläutert Steffen Markgraf. „Dabei wollen wir an die bestehenden Mietverträge, was Nettokaltmieten anbelangt, nicht ran“. Bei den Nebenkosten habe man freilich nur geringen Einfluss. Und auch die Mieten bei Neubauten müssen die Kosten decken. Eine klare Absage erteilte Markgraf an Staffelmietverträge im Falle von Neuvermietungen. Das Leben beim kommunalen Großvermieter soll berechenbar bleiben. Man gewährt derzeit Boni für Neumieter, direkte Nachmieter-Lösungen werden mit Beträgen bis zu 800 Euro gefördert und für junge Familien hat man den Bonus „Kinderzimmer mietfrei“ entwickelt. „Die Anzahl der Neuvermietungen konnten wir trotz sinkender Einwohnerzahl um etwa fünf Prozent steigern. Ein Ergebnis, auf das wir stolz sind“, betont Steffen Markgraf. Dennoch hat man es mit einer Leerstandsquote von 13 Prozent zu tun. Und so wird es auch in diesem, dem Jubiläumsjahr die angekündigten Freizüge und Abrisse geben.

In diesen beiden Mehrfamilienhäusern in der Niederkirchnerstraße werden insgesamt zehn Aufzüge eingebaut.
In diesen beiden Mehrfamilienhäusern in der Niederkirchnerstraße werden insgesamt zehn Aufzüge eingebaut. © Foto: Uwe Schulz
Bis Jahresende sollen 1.700 Wohnungen einen Glasfaseranschluss haben so auch im Hochhaus Bonhoefferstraße.
Bis Jahresende sollen 1.700 Wohnungen einen Glasfaseranschluss haben so auch im Hochhaus Bonhoefferstraße. © Foto: Uwe Schulz
Erfolgreiche Vermarktung von Grundstücken. So kann Neues entstehen, wie hier in der Einsteinstraße.
Erfolgreiche Vermarktung von Grundstücken. So kann Neues entstehen, wie hier in der Einsteinstraße. © Foto: Uwe Schulz

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