merken
PLUS Hoyerswerda

Sportpolitisches Novum

Torsten Kilz führt seit genau zehn Jahren den Sportbund Lausitzer Seenland – Hoyerswerda.

Torsten Kilz im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion.
Der Sportbund ist der Betreiber der Anlagen – und er hat seinen Sitz
seit 2018 im
Sozialgebäude.
Torsten Kilz im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Der Sportbund ist der Betreiber der Anlagen – und er hat seinen Sitz seit 2018 im Sozialgebäude. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Von Hause aus ist Torsten Kilz Volleyballer. „Ich bin seit 1986 ehrenamtlich im Sport tätig“, sagt der Pädagoge. Vor 34 Jahren nahm das bei Blau-Weiß WK VI seinen Anfang, einem der Vorläufer der heutigen Volleyballfreunde Blau-Weiß Hoyerswerda. An diesem Mittwoch ist Kilz nun freilich seit exakt zehn Jahren, wenn man so will, der oberste Sportler der Stadt Hoyerswerda. Am 30. September 2010 wurde er nämlich zum Präsidenten des Sportbundes Lausitzer Seenland – Hoyerswerda gewählt.

Amtsvorgänger Jürgen Schröter hatte damals nach 17 Jahren an der Spitze des Stadtsportbundes, der mit der Kreisreform 2008 seinen Namen änderte, einen neuen Lebensabschnitt vor sich. Bei seiner Suche nach einem Nachfolger überzeugte er schließlich den Leiter der Grundschule „An der Elster“, für das Amt zu kandidieren. Bei der Versammlung mit 75 Delegierten gab es für Torsten Kilz 75 Stimmen.

Anzeige
Onlineapotheke? StadtApotheken Dresden!
Onlineapotheke? StadtApotheken Dresden!

Wer seine Medikamente gerne bequem und direkt von Zuhause bestellt, muss nicht auf Zuverlässigkeit und kompetente Beratung verzichten. LINDA macht es möglich.

Der Sportbund ist in der Organisationsstruktur des Sports in Sachsen ein Novum. Immer mal wieder kommt die Frage auf, wozu es neben dem Landes- und dem Kreissportbund auch noch eine Vereinigung vor allem für Hoyerswerda geben muss. Die Antwort steht im Leitbild auf Seite drei: „Der Sportbund Lausitzer Seenland – Hoyerswerda ist Sprachrohr und Interessenvertreter seiner Mitgliedervereine.“ 44 sind es momentan, acht weniger als vor zehn Jahren. Die Zahl der Mitglieder sank in der Dekade von 7.060 auf noch 6.874. Unter anderem die demografische Entwicklung macht auch vor dem Sport nicht halt. Doch ist man beim Dachverband nach wie vor stolz auf den vergleichsweise hohen Organisationsgrad. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung der Stadt treibt im Verein Sport.

Der Sportbund übernimmt dabei sowohl organisatorische Aufgaben wie auch die Rolle des Mittlers. Er verwaltet Sportanlagen, vergibt im Auftrag der Stadt Hallenzeiten und betreibt zwei Kindertagesstätten. Mitunter spielt er auch Feuerwehr. Torsten Kilz erinnert zum Beispiel an Hilfe, als 2012 das Dach der Sporthalle am Jahnstadion erst gesichert und dann saniert werden musste. Er hat aber auch eingegriffen, als jüngst nach der Schließung der Außenstelle des Berufsschulzentrums im WK IX durch den Kreis Bautzen die sogenannte Ruhländer Tonne an der Herrmannstraße ihren Betreiber verlor. Gemeinsam mit der Stadt sicherte der Sportbund sie für darin beheimatete Sportangebote, und auch übergangsweise für den Sportunterricht an der neuen Oberschule. „Das zeigt schon unsere Daseinsberechtigung“, sagt Kilz.

Der Präsident erklärt, man sei aber nicht nur der Interessenvertreter des Sports in der Stadt und im Seenland gegenüber Dritten. Bei 44 Vereinen gibt es kleinere und größere, reichere und ärmere, stärkere und weniger starke Vorstände. Und nicht immer sind die Interessenlagen dieselben. „Dann muss man sich eben hinsetzen und eine Lösung suchen“, sagt Torsten Kilz. Er hatte sich vor zehn Jahren schließlich gewissermaßen dazu verpflichtet. „Ich verstehe mich in erster Linie als Teamplayer“, erklärte er nach der Wahl.

Es ist zum Beispiel noch gar nicht so lange her, da kamen im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau des Jugendclubhauses zum Stadtteilzentrums Ideen zu Nutzungsänderungen im Sozialgebäude des Jahnstadions zugunsten des mitgliederstarken und gut vernetzten Sportclubs auf. Der Hoyerswerdaer Fußball-Club, der die Immobilie in Erbbaupacht hat, war erst nicht wirklich informiert und dann, gelinde gesagt, wenig begeistert. Der Sportbund stellte sich letztlich schützend vor den HCF. Es gehe, sagt Torsten Kilz, schließlich darum, den Interessen möglichst vieler Vereine Geltung zu verschaffen.

In absehbarer Zeit will der Dachverband nun auch eigene Sportgruppen ins Leben rufen. Das ist nämlich Bedingung, um als Organisation bei Landes- und Kreissportbund Mitglied werden zu können. Eine stärkere Kooperation ist durchaus erwünscht. Die aktuelle Amtszeit von Torsten Kilz – es ist die dritte – läuft bis zum Jahr 2022. „Ob ich dann noch einmal antreten werde, habe ich noch nicht entschieden“, lässt der 56-Jährige wissen.

Mehr zum Thema Hoyerswerda