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Damit der Frost nicht zum Zuge kommt

Höchste Zeit für den Winter-Check am Automobil. Der ist absolut anzuraten, selbst wenn Eis und Schnee ausbleiben.

Teamarbeit zählt in der Werkstatt – wie bei großen Durchsichten und Winter-Checks, wie hier im Autohaus Kieschnick in Hoyerswerda.
Teamarbeit zählt in der Werkstatt – wie bei großen Durchsichten und Winter-Checks, wie hier im Autohaus Kieschnick in Hoyerswerda. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Von O bis O, von Oktober bis Ostern, ist Winterreifenzeit, weiß eine Faustregel. Zwar ist schon November, doch da Minusgrade sich später einstellen als vor 30, 40 oder 50 Jahren, ist es wohl gerade noch zu vertreten, erst jetzt die Sommer-Pneus gegen Winter-Spezialisten zu tauschen. Noch länger sollte man keinesfalls warten.

Enrico Truschner, Betriebsleiter des Hoyerswerdaer Autohauses Kieschnick, weiß: Es zählt ja nicht nur das Profil, sondern das Haftvermögen, der „Grip“. Da „arbeiten“ Winterreifen auf Grund der Gummimischung anders als die Sommerlichen, die bei fünf Grad Celsius (plus!) schon deutlich gegenüber ihren Kaltjahreszeit-Pendants abbauen, was Bremsweg und Spursicherheit anbelangt. Klar kann man von Januar bis Dezember M+S- (Matsch-und-Schnee-) Reifen fahren. Aber mit denen ist es wie mit jedem Kompromiss: In Mittellagen brauchbar, aber bestenfalls eine Zwei ohne Sternchen – doch wenn es in Extreme geht, sind sie meist (leicht) überfordert. Also rät der Fachmann Enrico Truschner, stets ein Quartett Jahreszeit-Spezialisten aufziehen zu lassen. Das Argument, dass zwei Sätze Reifen (Sommer/Winter) grob gerechnet das Doppelte kosten wie ein einziger Satz M+S, ist letztlich ein Trugschluss: Der nutzt sich im Dauerbetrieb eben doppelt so rasch ab und muss zeitiger ersetzt werden.

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Genau so wichtig: der Licht-Check, auf dass man nicht mit verstellten Scheinwerfern den Gegenverkehr blendet und selbst schlecht sieht oder gar „einäugig“ fährt.

Zum eigentlichen Winter-Check, wie ihn auch das Hoyerswerdaer Autohaus Kieschnick anbietet, gehört eine Liste mit 21 „Muss“-Positionen, was am Fahrzeug in Augenschein zu nehmen, auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls nachzubessern ist – von A wie Aggregatantriebsriemen über Beleuchtung und Scheibenwaschanlage ... Weitere zwölf Positionen (etwa Erneuern von Motoröl, Öl-, Luft- und Kraftstofffilter, Brems- und Kühlflüssigkeit bis zu Z wie Zündkerzen) werden auf Wunsch extra abgearbeitet.

Manches davon könnte der handwerklich-autotechnisch Begabte allein erledigen, doch Enrico Truschner hat Argumente für den Wintercheck in der Fachwerkstatt: Hier sind Profis am Werk, die mit Spezialwerkzeug ausgestattet sind und alle erforderlichen Hilfs- und Betriebsmittel samt Original-Ersatzteilen parat haben. Sie können Fehlerdiagnosen stellen und die Beseitigung bestehender oder sich anbahnender Störungen sofort in die Wege leiten.

Selber, so Enrico Truschner, könne man dafür sorgen, dass man Winter-Zubehör an Bord hat: Eiskratzer (besser: Scheiben-Enteiser) und einen Besen für Schnee. Beim Nachfüllen der Scheibenwischanlage ist darauf achten, dass die Flüssigkeit mindestens bis - 25 º Celsius frostfest ist.

Hieß es früher, ein Säckchen Sand, ein Klappspaten und eine Decke als Unterleg-Anfahrhilfe gehören zur Kfz-Winter-Ausrüstung, meint Truschner, außer bei Fahrten ins Gebirge (wo auch Schneeketten anzuraten sind) reiche eine Decke – allerdings nicht für Auto, sondern für einen selbst, falls man im Stau zu steht. Der einst übliche Wechsel von Sommer- zu Winteröl sei im Regelfall nicht nötig: Ganzjahres-Öle verrichten zu jeder Jahreszeit ihren Dienst. Ebenso ist der Unterboden von Autos heute werksseitig so behandelt, dass ein Extra-Unterbodenschutz in der Regel nicht nötig ist. Wer den Kühlwasservorrat geringfügig ergänzen müsse, könne das mit Leitungswasser tun statt, wie früher Usus, nur mit destilliertem Wasser. Doch der Frostschutz ist zu beachten. Und das, da schließt sich der Kreis, könne am besten eine Werkstatt.

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