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„Das war der totale Hammer“

Hoyerswerda trotzt Corona: Die 26. Suchtpräventionswoche fand wie geplant statt.

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Der Workshop „Rap & HipHop trifft Literatur“ im Jugendclubhaus Ossi war ein besonderes und bisher einzigartiges Veranstaltungsformat in der Suchtpräventionswoche.
Der Workshop „Rap & HipHop trifft Literatur“ im Jugendclubhaus Ossi war ein besonderes und bisher einzigartiges Veranstaltungsformat in der Suchtpräventionswoche. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Etwa 900 Schüler aus Hoyerswerda und Region erlebten in der letzten Schulwoche vor den Herbstferien die Angebote der 26. Suchtpräventionswoche. Angefangen von Veranstaltungen mit dem Polizeiorchester bis hin zu Lesungen, Theateraufführungen, Workshops, Präventionsbus und Mitmachparcours warteten interessante Veranstaltungen, die sehr rege und interessiert genutzt wurden. Finanziert wird die Aktionswoche von der Stadt Hoyerswerda, der AOK Plus und vom Gesundheits- und Jugendamt des Landkreises Bautzen. Wir sprachen mit dem Sachbearbeiter für Jugend- und Projektförderung der Stadt Hoyerswerda, Roland Huth.

Herr Huth – die Suchtpräventionswoche hätte angesichts der Umstände auch einfach ausfallen können. Warum war den Organisatoren die Durchführung dennoch so wichtig?

Wir wollten uns den Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht geschlagen geben und haben die Veranstaltungen gut und den gegebenen Hygieneanforderungen entsprechend geplant. Das hieß aber eben auch, situationsbedingt die jeweiligen Teilnehmerzahlen den Themen und Veranstaltungsorten anzupassen und immer ein waches Auge auf die sich ständig wandelnden Bedingungen zu haben. Seit dem neuen Schuljahr findet Schule wieder in Präsenz statt und damit auch die Möglichkeit, insbesondere mit Schülern ins Gespräch und ins Miteinander-Handeln zu kommen. Die vergangenen Monate haben ihre Spuren hinterlassen, Lebensumstände veränderten sich, Lernbedingungen und Schule standen vor riesigen Herausforderungen, und deshalb lag es uns am Herzen, diese schwierige Zeit zu thematisieren und den Teilnehmern ein Sprachrohr für ihre Sorgen und Nöte zu geben.

Erstmals fand der Workshop „Rap & HipHop trifft Literatur“ statt. War für Sie als Organisator diese Veranstaltung etwas ganz Besonderes?

O ja. Der Workshop war der totale Hammer. Die beiden 9. Klassen aus der Oberschule Hoyerswerda haben richtig gut mitgearbeitet. Mit künstlerischen Mitteln konnten Schüler ihre Emotionen aufarbeiten und darstellen, die dem persönlichen Erleben in der Corona-Pandemie entsprungen sind und ihren Alltag geprägt haben. Die entstandenen Lyriktexte waren genial und trafen genau auf den Punkt. Es ging um Themen wie Sterben und Tod, Konflikte, Unterstützung, Hilflosigkeit und gegenseitiges Miteinander. Ich habe in vielen Momenten Gänsehaut bekommen. Das war ein sehr bezeichnendes Bild. Auch die Tanzdarstellung war sehr gelungen. Im späteren Gespräch mit den Lehrern wurde die Idee geboren, an diese Projektergebnisse der Schüler in den verschiedenen Unterrichtsfächern anzuknüpfen, damit die Jugendlichen diese schwierige Zeit aufarbeiten können. Auf Grund des großen Erfolges wollen wir diesen Workshop im kommenden Jahr wieder mit anbieten.

Gab es von den Teilnehmern bereits Rückmeldungen zu den anderen Angeboten dieser Woche?

Wir haben auf Grund der begonnen habenden Ferien noch kein großes Feedback aus den Schulen direkt. Hier werden wir nach den Ferientagen entsprechende Kontakte aufnehmen. Aber bei den verschiedenen Veranstaltungsformaten vor Ort konnte man die Bereitschaft, sich zu öffnen, zu reden und sich auszutauschen, deutlich spüren. So gab es nach den Theatervorstellungen, aber auch nach dem Kunstprojekt viel Gedankenaustausch. Auch nach den Lesungen von Frauke Angel mit „Mama Mutsch ...“ wurden rege Ansichten, Gedanken und Meinungen ausgetauscht.

Die Planung für die nächste Suchtpräventionswoche im kommenden Jahr hat bereits begonnen; richtig?

Für das Jahr 2022 gibt es tatsächlich schon einige Gedanken und Ideen. Es wird einen neuen Jugendfilmtag, ganz sicher wieder im Cinemotion-Kino Hoyerswerda, geben. Und, wie bereits erwähnt, wird es, aufbauend auf unser diesjähriges Kreativprojekt, eine Fortsetzung geben. All das war und ist aber ohne das Engagement aller Mitwirkenden und Unterstützer nicht möglich. Ohne diese Partner wäre diese Woche nicht zu stemmen. Und es tut gut zu wissen, dass es doch eine große Zahl an Mitstreiterinnen und Mitstreitern gibt, die ihre Kraft und ihre Ideen für diese Thematik einsetzen und verwirklichen.