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Das zweite Buch ging leichter von der Hand

Erhard Spank aus Kühnicht hat jetzt den Roman „Der trockene Wassermann“ veröffentlicht.

Erhard Spank hat inzwischen sein zweites Buch geschrieben. Es heißt „Der trockene Wassermann“.
Erhard Spank hat inzwischen sein zweites Buch geschrieben. Es heißt „Der trockene Wassermann“. © Foto: Mirko Kolodziej

Kühnicht. In der Sage „Der Kampf mit dem Wassermann“ unterliegt der sorbische Wódny muž zwischen Malschwitz und Klix in einer Rauferei einem Mann, von dem eigentlich nur bekannt ist, dass er Drab geheißen haben soll. „Als sie sich wieder auf dem Boden wälzten, wühlte er mit dem nackten Fuß eine Vertiefung in die Erde und hoffte, dass sich darin etwas Feuchtigkeit vorfinden würde. Dann nämlich wäre er Sieger geworden. Doch der Boden blieb trocken.“ So überlieferte es Autor Měrćin Nowak-Njechorński (1900 -1990).

„Ohne Feuchtigkeit verliert der Wassermann seine Macht“, sagt Erhard Spank. Der Kühnichter ist ein Kollege des für die sorbische Literatur nicht ganz unwichtigen Schriftstellers aus Nechern bei Weißenberg. Einen Jungautor will Spank sich nicht nennen lassen. Schließlich hat er schon ein ganzes Berufsleben als Lehrer hinter sich. Aber immerhin ist sein zweites Buch „Der trockene Wassermann“ jetzt bei Novum erschienen, ausdrücklich einem „Verlag für Neuautoren“. Wie im 2019 veröffentlichten Erstling „Die schwarze Mittagsfrau“ geht es eher am Rande um Lausitzer Sagen.

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„Was der trockene Wassermann mit einer Bande abenteuerlustiger Schulfreunde zu tun hat, ist selbst den Kindern nicht ganz klar. In einem kleinen Bauerndorf kommen Geheimnisse um Stasispitzel, Artefakte der Nachkriegszeit und ein mystisches Hexenbuch ans Licht“, fasst der Verlag das 474-seitige Werk zusammen.

Spank, der bei Bautzen aufgewachsen ist, hat wiederum Geschichten aus dieser Gegend zu Prosa werden lassen. Wie schon bei „Die schwarze Mittagsfrau“ findet sich die Wendung „Ein Episodenroman“ auf dem Titel des Buches. Es knüpft zeitlich an die Erzählungen von 2019 an. Auch Hauptheld Armin Bubner findet sich wieder. Und die schwarze Mittagsfrau taucht erneut auf, und zwar gleich auf der ersten Seite.

Spank, der nicht zu viel zum Inhalt verraten möchte, versichert aber, dass man sein neuestes Werk auch ohne Kenntnis des ersten versteht. Es geht um die Zeit zu Anfang der 1960er. „Die Eltern haben ihre Probleme, die Kinder auch“, sagt der Autor, der mittlerweile wohl so etwas wie Übung hat. Denn er schätzt ein, dass ihm das Schreiben dieses Mal durchaus leichter von der Hand gegangen sei. Vielleicht hat auch der Zuspruch für „Die Schwarze Mittagsfrau“ geholfen. Spank hat zwei Lesungen damit gehabt, im Schloss sowie im Zeißiger Feuerwehrgebäude. Außerdem wollten einige Frauen aus dem Dorf seiner Kindheit gern wissen, wann es weitergeht – und wie.

Kopfzerbrechen bereiteten freilich nicht so sehr literarische Fragen. Aber der Verlag, in dem der Erstling erschienen war, musste in Insolvenz gehen und wurde von einem anderen Unternehmen übernommen. Nachdem es ohne Absprache mit dem Kühnichter eine Preiserhöhung gab, reichte es Erhard Spank und er zog die Rechte an „Die schwarze Mittagsfrau“ zurück. Mittlerweile wird jedoch eine Neuauflage bei Novum vorbereitet, wo offenbar auch das Lektorat besser funktioniert. Allerdings: Die ersten Kritiker waren auch dieses Mal Erhard Spanks Ehefrau sowie der Sohn des Ehepaars.„Wer das liest, wird nicht ahnen, dass der Autor Lehrer ist“, sagt Spank über „Der trockene Wassermann“. Er verspricht wieder eine interessante und unterhaltsame Lektüre, während er schon über den dritten Streich nachzudenken beginnt: „Es wird wieder einen Titel geben, der sich an eine Sage anlehnt.“ Wenn der neue Computer so arbeitet, wie er soll, will Spank mit dem Schreiben loslegen. Das ist, sagt er übrigens, keine kontinuierliche Arbeit: „Ich setze mich so hin, wie die Ideen kommen. Inspiration ist schon nötig.“ Ein Autor ohne Eingebungen wäre ja wahrscheinlich durchaus so etwas ähnliches wie ein Wassermann ohne Wasser.

Erhard Spank, Der trockene Wassermann, 474 Seiten, ISBN: 978-3-948379-78-0, erhältlich bei Thalia im Lausitz-Center wie auch im Buch- und Musikhaus Sygusch.

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