merken
PLUS Hoyerswerda

Der Winter kann kommen!

Die ersten Schneefangzäune stehen seit gestern. Straßenmeisterei und Bauhof Hoyerswerda kann nichts überraschen.

An der verwehungsgefährdeten Staatsstraße zwischen Dörgenhausen und Keula begann gestern das Aufstellen von Schneefangzäunen durch die Straßenmeisterei.
An der verwehungsgefährdeten Staatsstraße zwischen Dörgenhausen und Keula begann gestern das Aufstellen von Schneefangzäunen durch die Straßenmeisterei. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Am Morgen des 5. November war nach Minusgraden in der Nacht erstmals seit Beginn der kalten Jahreszeit Eiskratzen in Hoyerswerda und der Umgebung angesagt. Die für den Winterdienst Verantwortlichen konnte das allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Zwar sind die Fahrzeugflotten noch nicht umgerüstet. Die Technik ist aber bereit. Die Streugutlager sind gefüllt.

Wie geht es nach dem Totalausfall des letzten Winters in die Vorbereitung?

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Bei der Straßenmeisterei Hoyerswerda fand am 23. Oktober der „Tag der Winterdienstbereitschaft“ statt. Zu einer Funktionsprobe wurden alle Fahrzeuge mit Winterdiensttechnik ausgestattet und anschließend wieder abgerüstet. „Das ist unsere ganz normale Vorbereitung“, sagt Straßenmeister Henry Kloß. Auf dem Hoyerswerdaer Bauhof sind die ersten Fahrzeuge bereits umgerüstet. Die gesamte Anbautechnik ist durchgesehen, repariert, geschmiert und bereits Probe gelaufen. Die Aufrüstung dauert je Fahrzeug ca. 30 Minuten und kann von jedem Fahrer selbst durchgeführt werden, ist von Bauhof-Chef Ulf Scholz zu erfahren. „Insofern sehen wir dem ersten Einsatz gelassen entgegen.“

Welche Streumittel-Mengen sind gebunkert? Musste aufgefüllt werden?

Beim Bauhof sind wie immer 1.000 Tonnen Streusalz und 250 Tonnen Splitt gelagert. In diesem Sommer wurden 50 Tonnen Salz und 20 Tonnen Splitt nachbestellt. Bei der Straßenmeisterei an der Dresdener Straße wurde nichts aufgefüllt. Hier lagern aktuell 830 Tonnen Salz und 40 Kubikmeter Sole, beides zusammen ergibt das Feuchtsalzgemisch, das beim Winterdienst zum Einsatz kommt. Die fünf Straßenmeistereien im Landkreis Bautzen kommen mit angemieteten Lagern auf eine Gesamtkapazität von immerhin knapp 10.000 Tonnen Salz.

Wieviele Strecken-Kilometer hat der Räumdienst zu bewältigen?

In Hoyerswerda und den Ortsteilen gibt es etwa 180 Kilometer Ortsstraßen. Rund 127 Fahrkilometer davon werden vom Winterdienst behandelt. Hinzu kommen rund 72 Kilometer Gehwege und 34.000 Quadratmeter Plätze. Der Landkreis ist für den Räumdienst auf 236 Kilometer Bundesstraßen, 606 Kilometer Staatsstraßen und 801 Kilometer Kreisstraßen zuständig. Davon entfallen auf die Straßenmeisterei Hoyerswerda rund 360 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Außerdem sind um die 50 Kilometer Radwege zu beräumen.

Wieviele Fahrzeuge stehen für den Winterdienst zur Verfügung?

Beim Bauhof sind das sechs Fahrzeuge für den Straßenwinterdienst und elf Fahrzeuge für den Winterdienst auf Gehwegen und Plätzen. Alle Bauhoffahrzeuge und auch die Fahrzeuge der Partner sind immer mit Schiebeschild und einer Streuvorrichtung ausgestattet. Die Straßenmeisterei verfügt über zwei Unimog, drei Lkw und einen Multicar, die jeweils mit Schiebeschild und Streuer bestückt sein werden. Der Multicar kommt auf den Radwegen zum Einsatz.

Wann wird mit dem Aufstellen der Schneefangzäune begonnen?

Die ersten Zäune wurden am Freitag an der Staatsstraße zwischen Dörgenhausen und Keula gestellt. Im Bereich der Straßenmeisterei Hoyerswerda passiert das auf etwa acht Kilometer Länge, im Landkreis insgesamt auf rund 51 Kilometern.

Gibt es einen festen Zeitraum für die Winterdienst-Bereitschaft?

„In den Monaten Dezember, Januar und Februar sind der Winterdienst und die damit einhergehenden Bereitschaft für die Mitarbeiter angewiesen, egal welche Witterung herrscht“, erklärt Bauhofchef Ulf Scholz. In den Monaten November und März kann er je nach Witterungslage Bereitschaft und auch Dienst anweisen. „Überraschungen gibt es im Winterdienst nicht. Alles was passiert, ist mindestens zehn Stunden vorher bekannt“, so die langjährige Erfahrung beim Bauhof und bei dessen Partner-Unternehmen. „Wir können vom Winter nicht überrumpelt werden“, betont auch Straßenmeister Henry Kloß, der ebenfalls auf verlässliche Wettervorhersagen verweist.

Wie läuft üblicherweise der Winterdienst ab?

Der diensthabende Dispatcher des Bauhofes ist ab 4 Uhr unterwegs und entscheidet über den Einsatz, die Einsatzzeit und die zu verwendenden Streumittel. Kriterien dazu sind immer der aktuelle Zustand der Straßen und Wege und die Witterung. Die Mitarbeiter werden dann telefonisch geweckt und beginnen ab 4.30 Uhr ihre Touren nach einem festgelegten Plan. In der Straßenmeisterei wird der Winterdienst im Schichtbetrieb durchgeführt. Von 3 bis 11.30 Uhr ist die Frühschicht auf Achse, von 13.30 bis 22 Uhr die Spätschicht.

Riskieren die Winterdienst-Experten eine Prognose, wie der Winter wird?

Bauhofchef Ulf Scholz sagt einen sehr trocken und sehr kalten Winter voraus. „Wie ich dazu komme? In der Atmosphäre fehlt die Luftverschmutzung durch Flugzeuge (die wegen Corona nicht fliegen – Anm. d. Red.). Aufsteigende Luftfeuchtigkeit bildet erst eine Wolke, wenn sich kleinste Wassertröpfchen oder Kristalle an winzige Staub- oder Rußteilchen binden. Diese sogenannten Kristallisationskerne fehlen über dem Atlantik gänzlich, Wolkenbildung und Feuchte somit negativ. Keine Wolkendecke heißt, die Erde ist nicht zugedeckt. Und ohne Decke wird es kalt.“ Straßenmeister Henry Kloß mag keine Prognose abgeben. „Wir bereiten uns auf einen ganz normalen Winter vor“, sagt er.

Auch die Beräumung von Plätzen gehört zum Winterdienst. Inklusive Lausitzer Platz (im Bild) geschieht das auf 34.000 Quadratmetern in Hoyerswerda.
Auch die Beräumung von Plätzen gehört zum Winterdienst. Inklusive Lausitzer Platz (im Bild) geschieht das auf 34.000 Quadratmetern in Hoyerswerda. © Archivfoto: Uwe Jordan

Mehr zum Thema Hoyerswerda