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Die 42,195 Kilometer-Ruhmesstätte

Hoyerswerda hat seit Dienstag eine Marathon-„Hall of Fame“ – eine Hommage an den Laufsport, der hier in besonderer Art und Weise ein Zuhause hat.

Von Uwe Jordan
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Schnitt! Lauftreff-Lausitz-Präsident Manfred Grüne- berg (links) und Hoyerswerdas (Sport-)Bürgermeister Mirko Pink durchtrennen das von Klaus Groß und Petra Löschner gehaltene symbolische Band – die Marathon- „Hall Of Fame“ ist eröffnet.
Schnitt! Lauftreff-Lausitz-Präsident Manfred Grüne- berg (links) und Hoyerswerdas (Sport-)Bürgermeister Mirko Pink durchtrennen das von Klaus Groß und Petra Löschner gehaltene symbolische Band – die Marathon- „Hall Of Fame“ ist eröffnet. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Fünf mit Denkwürdigkeiten gefüllte Vitrinen, mehrere Banner, gerahmte Ausstellungsstücke; ein Wandfries, der über symbolisch dargestellte 42,195 Kilometer, also die Marathon-Distanz, einmal rings um und durch den Raum führt – und ein Goldenes Buch, das am Premieren-Tag seine ersten beiden Einträge bekam: das ist die Hoyerswerdaer Marathon-„Hall of Fame“, die am Dienstag im Akzent Congresshotel (Kreuzung Dr.-Wilhelm-Külz-Straße/Bautzener Allee) eröffnet wurde.

Ein nachträgliches, selbst bereitetes Geburtstagsgeschenk des Lauftreffs Lausitz (LTL), der am 8. Januar 2002, vor 20 Jahren, vom damaligen Marathonteam Hoyerswerda aus der Taufe gehoben wurde. Die Hall of Fame ist eine Hommage an den Marathon überhaupt; an die Lauf-Helden der Stadt; Erinnerung an das, was es schon einmal hier gegeben hat; Aufzeigen dessen, was es in Sachen Ausdauerlauf hier gibt – und Ermunterung, selbst die Laufschuhe zu schnüren.

Silberne Ehrennadeln

Ideengeber und spiritus rector des Ganzen ist Manfred Grüneberg, Gründungs- und bis heute aktueller Präsident des LTL sowie Marathoni, der selbst 101 solcher Läufe (plus Extremläufe über noch längere Distanzen) in seinem Rekord stehen hat; seit Jahren Streaker (also Jeden-Tag-mindestens eine-Meile*-Läufer) ist und nicht müde wird, das Laufen als Gesundheitsvorsorge zu propagieren und zu leben; egal, welchen Alters man ist und welchen Fitnesszustand man besitzt. (* = 1,6 Kilometer)

Corona geschuldet, wurde die Hall in nur kleinem Kreis geladener Gäste eingeweiht, aber das tat dem Moment keinen Abbruch: Wo wird denn derzeit überhaupt eine solche Schau eröffnet? Zusätzlichen Glanz in den Abend brachte Lars Bauer, der Geschäftsführer des Kreissportbundes Bautzen e. V. (KSB), der in kurzen Grußworten seine Anerkennung für das Wirken des LTL äußerte, insbesondere dafür, dass der Hoyerswerdaer Verein viel für die Inklusion Behinderter in den Lauf-Sport tue. Bauer zeichnete die LTL-Mitglieder Petra Löschner und Klaus Groß für ihr besonderes Engagement mit der Ehrennadel des Kreissportbundes in Silber aus.

Eine materielle Auszeichnung in Form einer Flasche 20-Jahr-Vereinssekt gab’s dann von Manfred Grüneberg für Volker Höller; Geschäftsführer des Congresshotels, der die Idee der Hall sofort unterstützt hatte und sich davon erhofft, dass der Ruf des „Congress’“ als Hoyerswerdaer Sport-Hotel profitiert und Gäste ihr (positives) Bild von der Stadt ergänzen können.

Die Haupt-Ehrungen folgten nach dem Banddurchschnitt (siehe Foto): Die ersten, von einer LTL-Vereins-Jury auserkorenen Mitglieder der „Hall of Fame“ durften sich ins Goldenen Buch einschreiben. Nr. 1 war der 94-jährige Karl-Heinz Noack; immer noch aktiver Läufer (wenngleich nicht mehr auf der Marathon-Distanz), der es auf 42 „lange Kanten“ gebracht hat. Bemerkenswert, weil er erst im Alter von 65 (!) Jahren zum Marathon fand.

Hall-of-Fame-Held 2; Bernd Schwiebs, mit 157 Marathon- (und Extrem-) Läufen wohl aktivster Hoyerswerdaer Ausdauer-Athlet, dessen Marathon-Bestzeit, erzielt in Hoyerswerda, bei 3:05 h steht und der lokaler Rekordhalter der 24-Stunden-Europaläufe in Hoyerswerda ist; in dieser Wettkampf-Zeitspanne um den Gondelteich 203,725 Laufkilometer in die Statistik einbrachte und noch manchen Bestwert und Sieg einfahren dürfte – ganz zu schweigen von seinen legendären Trainingsläufen zur Adventszeit im Weihnachtsmann-Kostüm.

P.S.: Am Rande versprach Hoyerswerdas Sportbürgermeister Mirko Pink, dass zum Krabat-Firmenlauf 2022 an der Schwarzkollmer Krabatmühle eine Vertretung der Stadtverwaltung starten wird. Vielleicht schon ein Effekt der „Hall of Fame“.

Die Hall of Fame

Vitrine 1: Marathon-Deutsch-Land – Stücke unter anderem vom Berlin-Marathon und historische Sportschuhe

Vitrine 2: Marathon international – unter anderem Boston, Tokyo und Medoc, wo’s an der Strecke Rotwein gab

Vitrine 3: Hoyerswerdaer Läufe, die der Lauftreff ausgerichtet hat – Knappenseelauf, zwei Stadt-Marathons und 24-Stunden-Europaläufe

Vitrine 4: Der Lauftreff Lausitz jetzt – Pokale vom Niederlausitz-Cup und das Goldene Buch der „Hall of Fame“

Vitrine 5: „Nebensachen“

P.S.: Die Ausstellung soll in nächster Zeit Zug um Zug erweitert werden.