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Die Abende dürfen länger werden

Hoyerswerda verschiebt die Sperrstunde für Biergärten und ähnliche Freisitze.

Gemütliches
Beisammensein
im KuFa-Sommergarten. Freitags und sonnabends soll auch hier in Zukunft länger
geöffnet sein, als
bisher möglich.
Gemütliches Beisammensein im KuFa-Sommergarten. Freitags und sonnabends soll auch hier in Zukunft länger geöffnet sein, als bisher möglich. © Foto: KuFa / Dirk Lienig

Hoyerswerda. Es gab etwas hin und her, am Ende ging es dann aber doch schnell. Am Dienstag schilderte Robert Gbureck von der Eisdiele „Schoko & Luise“ am Markt, was der städtische Bescheid über die Festsetzung der Öffnungszeiten seines Freisitzes am Marktbrunnen für ihn bedeutet. Wenn wie bisher 22 Uhr Schluss ist, muss er die Gäste wegschicken, wenn für Viele der Tag noch nicht vorbei ist: „Wir haben enorme Probleme, unsere Gastronomie in den Abendstunden zu betreiben.“

Zum Zeitpunkt dieser Schilderung allerdings hatte Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) die Presse schon wissen lassen: „Wir stehen als Stadtspitze dafür ein, die Stadt mehr zu beleben.“ Daher gilt nun: Von Sonntagabend bis Donnerstagabend gibt es 60 Minuten zusätzlich. Sperrstunde ist dann draußen um 23 Uhr. Freitags, sonnabends und vor Feiertagen darf es sogar bis Mitternacht gehen. Nicht außer Kraft gesetzt wird jedoch § 7 der städtischen Polizeiverordnung, auf der die bisherige Regelung für Außengastronomie fußte: „In der Nachtzeit von 22 Uhr bis 6 Uhr sind alle Handlungen untersagt, die geeignet sind, die Nachtruhe mehr als nach den Umständen unvermeidbar zu stören.“ Der OB übersetzte im Stadtrat so: „Keine Musik, keine Events, nichts Lautes.“ Die Ausweitung der Möglichkeiten für Biergärten und Freisitze in der gesamten Stadt soll nun so unkompliziert wie möglich in die Realität umgesetzt werden. Amtlich geht es um eine Anpassung von Bescheiden. „Die Änderung der Sperrzeit muss vom Gewerbetreibenden gesondert beantragt werden. Die Beantragung erfolgt formlos beim Gewerbeamt der Stadt“, sagt Rathaus-Sprecherin Corinna Stumpf. Eine Mail genüge.

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Die Verwaltung will das Ganze weder auf einzelne Bereiche der Stadt eingrenzen, noch auf die Sommermonate beschränken. Ziel sei vielmehr „das gastronomische Angebot für Einheimische und Touristen zu späterer Stunde zu fördern“. Robert Gbureck ist zufrieden: „Was wollen wir mehr? Länger brauche zumindest ich es nicht.“ Allerdings sieht er durchaus die Chance, dass der Schritt jemanden dazu animieren könnte, eine Nachtbar zu eröffnen: Im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Uni-Ausbildung war das Nachtleben auch für Studenten schon Thema.

Dass die Anpassung für die in Frage kommenden Gastronomen, zu denen zum Beispiel auch der Ratskeller, der Irish Pub oder die KulturFabrik mit ihrem Sommergarten gehören, durchaus als kleine Überraschung zu werten ist, illustriert eine am Dienstag verteilte Wurfsendung der KuFa an ihre Nachbarn. Darin ist noch von einem Ausschankschluss für die Außengastronomie um 21.45 Uhr die Rede. Geschäftsführer Uwe Proksch sagt indessen, man wolle die neuen Möglichkeiten nutzen, aber prinzipiell nur freitags und sonnabends. Ansonsten werde draußen weiterhin um 22 Uhr geschlossen.

Im Rathaus ist man sich durchaus bewusst, dass die Beschwerden von Leuten, die sich gestört fühlten, nun sicher kaum nachlassen. Damit müsse man eben umgehen, meint der Oberbürgermeister.

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