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Die komplizierte Welt der Wegweiser

Eine Anfrage in Hoyerswerdas Stadtrat wirft ein Schlaglicht auf die Regeln zur Aufnahme von Orts-Zielen auf Schilder.

Hier zu sehen: vorn ein „gegliederter Vorwegweiser“ – Verkehrszeichen 439, im Hintergrund ein „Tabellenwegweiser“ – Verkehrszeichen 434.
Hier zu sehen: vorn ein „gegliederter Vorwegweiser“ – Verkehrszeichen 439, im Hintergrund ein „Tabellenwegweiser“ – Verkehrszeichen 434. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Das Bundesfernstraßengesetz, das Bundesstraßenverzeichnis sowie die Richtlinien für wegweisende Beschilderung außerhalb von Autobahnen waren jetzt wohl die Grundlagen, auf denen die Stadtverwaltung eine Anfrage von Stadtrat Reinhard Neumann (AfD) beantwortet hat.

Er wollte nach entsprechenden Diskussionen in der Bürgerschaft wissen, warum am Kreisverkehr, an dem sich die Ostumfahrung (B 96) und die B 97 treffen, zwar die Autobahn 4 ausgewiesen ist, nicht aber die Autobahn 15. Schließlich ist deren Auffahrt Cottbus-Süd über die B 97 zumindest verhältnismäßig rasch zu erreichen. „Hoyerswerda ist umgeben von Autobahnen. Da sollten dort auch Hinweisschilder für diese Autobahnen aufgestellt werden“, so die im Protokoll der September-Stadtratssitzung verzeichnete Anmerkung dazu.

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Die Stadt hat freilich wenig damit zu tun, oder zumindest keine Entscheidungsgewalt darüber. Denn die eingangs genannten Regelungen gelten in ganz Deutschland. „Die Wegweisung im Zuge der Bundesfernstraßen ist zentral und bei Bedarf auch länderübergreifend geregelt, sodass eine kontinuierliche Zielführung zwischen zentralen Orten gewährleistet ist“, heißt es in der Antwort des Rathauses an Neumann.

Demnach muss unter anderem ein Ziel, das einmal auf einem Wegweiser erscheint, bis zum Erreichen des genannten Ortes ebenfalls auf allen dazwischen liegenden Schildern erscheinen. Heißt: Es ist eine Auswahl erforderlich. Das dem zugrundeliegende Fernzielverzeichnis stimmen der Erklärung der Stadtverwaltung zufolge die zuständigen Ministerien der Bundesländer miteinander ab. Die Autobahn 15 ist darin bisher für diese Stelle nicht erfasst. „Auch im weiteren Abschnitt der B 97, zum Beispiel am Abzweig Burgneudorf, wird nicht auf die A 15 hingewiesen.“ Einer der Gründe dürften die Regelungen aus dem Bundesfernstraßenverzeichnis sein. Dort gibt es unter anderem Vorschriften dazu, wie viele Fern- und Nahziele unter welchen Umständen auf den Wegweisern auftauchen dürfen. „Damit liefert das Verzeichnis die Grundlage für die Auswahl einheitlicher, plausibler Zielangaben auch über Verwaltungs- und Ländergrenzen hinweg“, heißt es seitens der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Die Stadt sagt, wenn man den Weg zur A 15 am Kreisverkehr kenntlich machen wöllte, dann würde das theoretisch nur über eine Änderung der Fernzielverzeichnisses zu erreichen sein: „Bisher gab es dazu seitens des zuständigen Landesamtes jedoch keine Aussicht auf Erfolg“, verweist die Stadtverwaltung auf den Freistaat.

Letztlich geht es wahrscheinlich auch um eine Frage der Verkehrslenkung. Denn der Weg Richtung Berlin ist in Hoyerswerda durchaus ausgeschildert – übers Brandenburger Tor zur A 13. Die offizielle Wegweisung führt zur Auffahrt Großräschen.

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