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Hoyerswerda

Einzeltraining nach konkreten Plänen und WhatsApp

Wie überbrücken Sportvereine die trainings- und spiellose Zeit? Auch beim Hoyerswerdaer FC wird der persönliche Kontakt vermisst, gerade bei den Kindern.

Steffen Großmann (links) und Andreas Hering (rechts) bei der Planung und Ausarbeitung der Trainingsprogramme für die HSV-Nachwuchs-Kicker.
Steffen Großmann (links) und Andreas Hering (rechts) bei der Planung und Ausarbeitung der Trainingsprogramme für die HSV-Nachwuchs-Kicker. © Foto: Werner Müller

Von Werner Müller

Hoyerswerda. Der Hoyerswerdaer FC (HFC) wurde am 1. Juli 2016 gegründet. Er ist gewissermaßen die Quintessenz aus über 100 Jahren Hoyerswerdaer Fußball. Aktuell zählt der Verein 350 Mitglieder, davon 150 Nachwuchssportler. TAGEBLATT sprach mit Andreas Hering, dem Nachwuchsleiter des HFC, über die Situation in Zeiten der Corona-Beschränkungen.

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Andreas – wie ist die Lage?

Seit Oktober fanden keine Spiele, fand kein Training mehr statt. Alles ist weggebrochen. Es besteht kein persönlicher Kontakt zu den Kindern. Die Trainingsplätze sind in katastrophalem Zustand.

Was habt ihr getan, um die Sportler zu motivieren, dabei zu bleiben?

Wir haben andere Kontaktwege aufgebaut: WhatsApp, E-Mail, Telefon, Elterngruppen. Wir haben Trainingsprogramme ausgearbeitet und diese, einschließlich Videos, zur Anleitung den Kids zur Verfügung gestellt. Dabei wissen wir aber: Die Kinder zu motivieren, ist schwierig, wenn man keinen direkten Kontakt hat.

Gibt es auch Positives?

Schön war die Weihnachtsaktion gemeinsam mit dem Kaufland von Hoyerswerda, als 150 Kinder einen Weihnachtsbeutel als Überraschung erhielten – coronagerecht nach konkreten Abholplänen. Wir konnten dabei entdecken, mit welchen Ideen alle Trainer dabei waren, um die Organisation zu verbessern. Das war spannend.

Wie wird konkret trainiert?

Die Trainingsprogramme legen Dienstag und Donnerstag, also zweimal die Woche, anderthalb Stunden Einzeltraining fest. Von den Trainingseinheiten wird jeweils ein ein- bis dreiminütiges Video angefertigt und in die WhatsApp-Gruppe eingestellt.

Worauf hofft man beim HSV?

Uns allen gehen Corona und die Maßnahmen auf die Nerven. Die Kinder gehen wieder lieber in die Schule und in den Verein, als allein zuhause zu lernen und am Nachmittag allein zu trainieren. Genauso geht es dem Verein insgesamt. Den Kindern fehlt aber nicht nur der Lieblingssport. Die sozialen Kontakte gehen kaputt. Das alles gilt es aufzufangen – auch mit Hilfe der Eltern, die dabei absolut gefordert werden. Wir hoffen, dass Corona bald vorbei ist, alle gesund bleiben, Training und Wettbewerbe wieder stattfinden können.

N.B. der Redaktion: Mit der neuen Corona-Verordnung des Freistaates Sachsen vom 5. März ist seit dem 8. März das Individualtraining von Kindern unter 15 Jahren in Gruppen von bis zu 20 Kindern im Außenbereich/auf Außensportanlagen zulässig – falls der Siebe-Tage-Inzidenzwert an fünf Tagen in Folge unter 100 sinkt – und falls der zuständige Landkreis (Bautzen) es erlaubt. Das könnte dem HFC-Nachwuchs eingeschränktes Training ermöglichen.

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