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Ermutigung und Inspiration

Der 15. Hoyerswerdaer Kunstmarkt verbreitete Freude bei Ausstellern und Gästen

Trio von Keramikfiguren von Christian Baumbach – die drei Grazien.
Trio von Keramikfiguren von Christian Baumbach – die drei Grazien. © Foto: Gernot Menzel

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Regelmäßig bietet die KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda zeitgenössischen Künstlern Möglichkeiten, ihre Arbeiten zu zeigen. Während der Corona-Pandemie ist das besonders wichtig. Insgesamt 65 Maler, Grafiker, Bildhauer und Schmuckgestalter, vorwiegend aus Sachsen und Brandenburg, konnten am 15. KuFa-Kunstmarkt teilnehmen, sagte der Geschäftsführer der Einrichtung Uwe Proksch.

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Eine Ameise in Denkerpose

Großformatige Radierungen von Hans Jürgen Reichelt aus Nossen verlockten die Besucher vergangenes Wochenende im Forumsaal der Lausitzhalle, uralte Bauernhäuser in sächsischer Landschaft zu betrachten oder deren detailreich gestaltete Inneneinrichtungen zu entdecken. Der langjährig in Sachsen lebende Italiener Sandro Porcu hat dort seine Offsetlithografie „The Thinker“ ausgestellt. Sie zeigt eine Ameise in Denkerpose auf einem Stein. Warum der Künstler gerade dieses Insekt ausgewählt hat, das wie der Mensch in einem Staat lebt, dazu durfte sich jeder Betrachter Gedanken machen. Diese Kunstschaffenden haben in der Lausitzhalle „nur“ ihre Werke präsentiert.

Aus Lindenholz geschnitzt

Andere wie Reinhard Gähler aus Hoyerswerda oder „Herr Blume“ aus Dresden sind mit vielen interessierten Besuchern zusammengetroffen. Der Letztgenannte, der in Zeißig aufgewachsen ist, hat über drei elegant aussehende Frauenfiguren gesprochen, die er im letzten Sommer aus hellem Lindenholz geschnitzt hat. Die Objekte sind circa einen Meter groß und in der Obermühle Krauschwitz entstanden. Zwei Monate konnte sich „Herr Blume“ in der dort entstehenden Künstlerresidenz mit Werkstatt und Atelier aufhalten. Für ihn bedeutet die Einladung zum Kunstmarkt, seine Skulpturen und Acrylbilder öffentlich vorstellen zu können und ein Echo auf seine Arbeit zu bekommen.

Kornelia Keilholz und ihr Enkel Emil haben die Künstlerin Bettina Klink-von Woyski aus Berlin getroffen. Sie ist eine Tochter des Hoyerswerdaer Ehrenbürgers und Bildhauers Jürgen von Woyski (1929 - 2000) und wird vom KuFa-Organisationsteam immer wieder gebeten, den Kunstmarkt zu bereichern. Oft stellt sie selbstgestaltete Ketten aus unterschiedlich großen bunten Glasperlen aus. „In Afrika verarbeiten Menschen Altglas zu Schmuckperlen“, erklärt die Künstlerin. Doch dieses Jahr hatte sie auch einige in der Kaschiertechnik geschaffene Frauenköpfe auf leichten hölzernen Sockeln mit. Das Besondere ist, dass jede Frau ein Geheimnis in dem hohlen Kästchen verwahrt, erzählt Bettina Klink-von Woyski. „Das sieht aus wie eine Illusion“, findet der neunjährige Emil, der mit seiner Oma noch ein Kunstwerk zum Mitnehmen suchte.

Die erste Möglichkeit seit langem

Das Dresdener Künstlerehepaar Hempel, das 1988 die Fenster im Erweiterungsbau des Kinghauses und die Ausstattung seines Altarraums geschaffen hat, konnte sich am vergangenen Wochenende über den Verkauf einer kleinen, selbstgefertigten Leuchte aus Glas freuen. Das spült etwas Geld in die Kasse, denn bildende Künstler sind wie Schauspieler und Musiker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, erklärt die Glasgestalterin Marion Hempel. „Wir sind extrem glücklich, dass die Ausstellung stattfinden konnte“, sagt sie, denn seit März war das für das Ehepaar die erste Möglichkeit, seine Arbeiten Besuchern direkt zeigen und zum Kauf anbieten zu können.

Anregung zum eigenen Schaffen

Monika Grasse und ihre Freundin aus Hoyerswerda sind Kunstliebhaberinnen und hatten sich Samstag extra vor der Lausitzhalle verabredet. „Endlich kann man mal wohin gehen, ohne sich auf die Pelle zu rücken“, sagt die Rentnerin. Im Übrigen will die Hobbymalerin nach den gesehenen Anregungen selbst wieder zum Pinsel greifen.

Schon 2018 waren Chris Hinzes leuchtend kobaltblaue Skulpturen Blickfänge des damals 14. Hoyerswerdaer Kunstmarktes. Auch bei dessen 15. Auflage am jetzigen Sonnabend und Sonntag, dem 31. Oktober und 1. November, war das im Forumsaal der Lausitzhalle nich
Schon 2018 waren Chris Hinzes leuchtend kobaltblaue Skulpturen Blickfänge des damals 14. Hoyerswerdaer Kunstmarktes. Auch bei dessen 15. Auflage am jetzigen Sonnabend und Sonntag, dem 31. Oktober und 1. November, war das im Forumsaal der Lausitzhalle nich © Foto: Gernot Menzel
Wilhelm (5) und Johann (3) versuchen sich unter Anleitung von Ines Mucha (ehrenamtliche Mitarbeiterin der KuFa) im Linoldruck, während die Eltern einen Rundgang durch die Ausstellung machten. Vielleicht zählen sie ja in einigen Jahren zu den Ausstellern d
Wilhelm (5) und Johann (3) versuchen sich unter Anleitung von Ines Mucha (ehrenamtliche Mitarbeiterin der KuFa) im Linoldruck, während die Eltern einen Rundgang durch die Ausstellung machten. Vielleicht zählen sie ja in einigen Jahren zu den Ausstellern d © Foto: Gernot Menzel
Ana Renault: „Believe it II“ – eine Kombination aus Grafik und Tusche; eine der vielen Arbeiten, die den Besucher herausforderten, sich selbst „ein Bild“ zu machen und mit dem auseinanderzusetzen, was der Künstler/die Künstlerin hatte gestalten wollen – „
Ana Renault: „Believe it II“ – eine Kombination aus Grafik und Tusche; eine der vielen Arbeiten, die den Besucher herausforderten, sich selbst „ein Bild“ zu machen und mit dem auseinanderzusetzen, was der Künstler/die Künstlerin hatte gestalten wollen – „ © Foto: Gernot Menzel

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