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Es reicht nur noch für Gefahrenstellen

Gehwegerneuerungen in den Wohngebieten von Hoyerswerda sind nicht zu erwarten.

Mit dem Rollator und dem Rollstuhl macht der Gehweg in der Huttenstraße keine Freude. Doch daran wird sich nichts ändern.
Mit dem Rollator und dem Rollstuhl macht der Gehweg in der Huttenstraße keine Freude. Doch daran wird sich nichts ändern. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wer in den letzten Jahren hoffte, dass die Stadt Hoyerswerda grundlegend in die teils marode Infrastruktur investieren könne, der kann diese Hoffnung aufgeben. Und zwar für die nächsten Jahre. Die Finanzlage hat sich deutlich verschlechtert. Im Zusammenhang mit der Haushaltsplanung für dieses Jahr und die folgende Zeit. Daher hatten etliche Hoyerswerdaer die Idee, die Reparatur desolater Gehweg-, Radweg- oder Straßenabschnitte im Bürgerhaushalt unterzubekommen.

Auf die Liste haben es nach entsprechender Bewertung durch die Verwaltung nur wenige Bereiche geschafft, ob die auch die erforderlichen Stimmen bekommen, sei dahingestellt. Andere Vorschläge für Gehwegerneuerungen wurden schon im Vorfeld abgelehnt. Allerdings, so heißt es in einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung an die Stadträte, erst nachdem sie im Rahmen der Straßenaufsicht kontrolliert worden waren. Hier und da wird die Stadt mit Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten daher aktiv. So sollen jetzt Schadstellen im Gehweg vor der Scharnhorststraße 1-3 punktuell repariert werden. „Eine flächige Instandsetzung ist nicht erforderlich“, heißt es. Das trifft so auch für die Straße Grünewaldring im Kreuzungsbereich zur B 97 und an der Buswendeschleife zu. An einigen Wegen im WK IV und WK VII werde die Beseitigung solcher Schäden geprüft. Ob dann was passiert, ist noch nicht klar. Denn Hoyerswerda hat nun mal aufgrund seiner Historie ein überdimensional großes Verkehrswegenetz. Wenn also neu gebaut oder grundlegend instandgesetzt wird, dann orientiert man sich an der Lage im Straßennetz und der Bedeutung des Weges. Und sehr viele Wege haben nun mal nur eine Anliegerfunktion.

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Praktisch gar keine Illusion bezüglich einer Investition darf man sich machen, wenn sich an einer Straße beidseitig Gehwege befinden und auf einer Seite der Weg schon erneuert wurde. Es muss eben nur auf einer Seite ein Gehweg vorhanden sein. Insofern wird der Gehweg an der Herrmannstraße auf WK-I-Seite ab der Zufahrt zum Garagenkomplex bis zur Stauffenbergstraße nicht erneuert oder repariert. Hier könne die Straßenseite gewechselt werden, heißt es aus dem Rathaus. Gleiches gilt für den verworfenen Gehwegabschnitt an der Kühnichter Straße zwischen Ratzener und Merzdorfer Straße. da der Weg auf der Südseite der Straße in Ordnung ist, muss der auf der WK-VIII-Seite nicht repariert werden. „Auch hierbei handelt es sich um eine Auslegung der Unfallkasse, so das Rathaus. Momentan besteht keine akute Unfallgefährdung.“ Betroffen ist ein rund zwanzig Meter langer Abschnitt, geschädigt von Baumwurzeln.

Ein Verbindungsweg im WK VII könnte aus diesem Grund sogar aufgegeben werden. Mittlerweile stattliche Kiefern haben ihre Wurzeln arbeiten lassen. Die Weg-Oberfläche ist in dem Bereich so eben wie Waldboden. Gut siebzig Meter entfernt gibt es einen Parallelweg. Gut möglich, dass der desolate Weg daher aufgegeben wird. Bei der Stadt weiß man, dass viele Wege in der Neustadt eine Liegezeit von 50 Jahren und mehr haben, die Nutzungszeit überschritten ist, wie es so schön heißt. Und dabei bleibt es. Wenn etwas repariert wird, dann muss es schon ein verkehrsgefährdender Schaden sein.

Das ist in den Hoyerswerdaer Parkanlagen nicht anders. Vor allem das FKO taucht in dem Zusammenhang immer wieder mal auf. Allerdings sind hier nur zwei Wege öffentlich gewidmet, die beiden seitlichen großen Wege. Alles andere sind laut städtischer Definition reine Parkwege. Die kommunalen Unfallversicherer geben für solche Wege den Städten und Gemeinden ein kaum schlagbares Argument zur Hand, das die Stadtverwaltung in der Mitteilungsvorlage den Stadträten so erläutert: „Die Wege werden zum größten Teil von ortskundigen Bürgern genutzt. Nach Argumentation des Unfallversicherers können diese ihr Verhalten den Gegebenheiten anpassen oder auch andere Wege, welche zum Ziel führen, nutzen.“

Entlang der Herrmannstraße wurde auf WK-I-Seite der Gehweg erneuert. Dieses Stück hier bleibt aber wohl, wie es ist. Man möge die andere Straßenseite nutzen.
Entlang der Herrmannstraße wurde auf WK-I-Seite der Gehweg erneuert. Dieses Stück hier bleibt aber wohl, wie es ist. Man möge die andere Straßenseite nutzen. © Foto: Uwe Schulz
Dieser gesplittete Randstreifen in der Curiestraße wird nicht asphaltiert. Augenscheinlich dient er ohnehin vor allem als erweiterte Park-Möglichkeit.
Dieser gesplittete Randstreifen in der Curiestraße wird nicht asphaltiert. Augenscheinlich dient er ohnehin vor allem als erweiterte Park-Möglichkeit. © Foto: Uwe Schulz
Wurzeln haben den Weg von der Lutherstraße in Richtung „Olympia“ verworfen. Die Stadtverwaltung überlegt, ihn gänzlich aufzugeben.
Wurzeln haben den Weg von der Lutherstraße in Richtung „Olympia“ verworfen. Die Stadtverwaltung überlegt, ihn gänzlich aufzugeben. © Foto: Uwe Schulz

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